Neugestaltung des Altstadtmarkts: Mit LWL weniger Zeitverlust

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„Bei zukünftigen Bauvorhaben im mittelalterlichen Stadtkern nehmen Sie bitte Kontakt mit dem LWL auf“, sagte Wolfram Essling-Wintzer, wissenschaftlicher Referent der LWL-Archäologie für Westfalen, bei seinem Besuch im Bauausschuss. Denn eine frühzeitige Benachrichtigung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe könne sowohl zeitliche Verzögerungen vermeiden als auch die Kosten niedriger halten.

Durch die archäologischen Funde auf dem Altstadtmarkt kam es bekanntlich zu Bauverzögerungen, und im Moment kalkuliert man bei der Stadt mit Mehrkosten von etwa 100.000 Euro. Wenn der LWL im Vorfeld eingebunden werde, „versuchen wir, die Arbeit mit eigenem Personal zu leisten. Dann kommen auf eine Stadt kaum oder keine Kosten zu“, erklärt Essling-Wintzer im Gespräch mit dem Stadtanzeiger.
Im Falle des Marktplatzes hätte aufgrund der Größe des Areals und der Tiefe der Bauarbeiten aber wohl doch eine externe Firma für die archäologische Begleitung eingeschaltet werden müssen, deren Kosten die Stadt tragen müsste, schränkt Essling-Wintzer ein. Nichtsdestotrotz hätte auch dann eine frühe Beteiligung des LWL Vorteile mit sich gebracht. „Wir hätten die Ausgrabungen besser mit dem Bauablauf verzahnen können.“

Urkatasterkarte von 1826

Um zu wissen, dass eine archäologische Begleitung der Arbeiten notwendig sei, hätte ein Blick auf die Urkatasterkarte von 1826 gereicht, so Essling-Wintzer. „Sie ist vor der Industrialisierung entstanden, und an ihr lässt sich gut die Ausdehnung der mittelalterlichen Siedlung ablesen. Parzellierung und Grundstücksverläufe sind seit dem Mittelalter bestehen geblieben.“ Der Altstadtmarkt zwischen Lambertuskirche und dem ehemaligen Reichshof sei nicht historisch gewachsen, sondern 1902 habe man alte Häuser „platt gewalzt und drüber gebaut“, macht er deutlich, dass bei der jetzigen Umgestaltung mit Funden zu rechnen gewesen sei.
Für die Tatsache, dass die Bauarbeiten ohne Beteiligung des LWL begannen und so historische Bauhölzer zerstört und Steine aus ihrem baulichen Zusammenhang gerissen wurden, so dass sie für die Forschung wertlos sind, will Essling-Wintzer aber nicht allein die Stadt verantwortlich machen. Der LWL war nämlich 2014 im Vorfeld der ersten Arbeiten im Bereich der Sparkasse eingebunden, aber bei der eigentlichen Marktplatzumgestaltung seien beide Seiten nicht mehr aufeinander zugegangen. „Das hat mit der Kommunikation nicht gut geklappt.“ Seit den Funden im Juli sei die Zusammenarbeit zwischen LWL, Stadt und EUV aber sehr gut gewesen.
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