newPark vom Tisch: Landesregierung übernimmt keine Bürgschaft

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SPD-Chef Rajko Kravanja.

newPark steht vor dem Aus. Die Landesregierung hat es endgültig abgelehnt, die notwendige Bürgschaft in Höhe von 17,5 Millionen Euro für das 290 ha große Industrieareal in den Dattelner Rieselfeldern zu übernehmen. Damit kann das Industrieprojekt zu den Akten gelegt werden.

Zur Ansiedlung von Großunternehmen hätte man immer Ja gesagt, erklärt SPD-Chef Rajko Kravanja. Aber davon sei schon lange keine Rede mehr gewesen, das Projekt sei immer kleinteiliger geworden – und hätte damit in Konkurrenz zu Castrop-Rauxel gestanden. „Kleinere Flächen können wir in Castrop-Rauxel selbst anbieten.“ Bei größeren Flächen sei man jedoch „dabei“, da man diese nicht vorhalten könne. „Deshalb müssen wir uns an das nächste Projekt für die Region (Opel-Flächen in Bochum) dranhängen und entsprechende Kontakte aufbauen“, fordert Kravanja.
Ob sich mit dem newPark-Aus auch der Bau der zur Erschließung des Parks geplanten B 474n in der Verlängerung der A 45 erledigt habe, bleibe abzuwarten.
Mit dem Nicht-Bau könnten die Karten in Sachen B 235 neu gemischt werden. Man müsse sich darauf konzentrieren, das Verkehrschaos an der B 235 in den Griff zu bekommen. Zum Beispiel durch eine Grüne Welle oder Busvorrang. Auch hier gelte es, städteübergreifend zu arbeiten.
CDU-Fraktionschef Hilmar Claus wurde von der Entscheidung aus Düsseldorf überrascht. „Noch vor einem Jahr habe ich mit beschlossen, dass mehrere 100.000 Euro in die Entwicklung von newPark investiert werden“, sagt er und bezeichnet das Aus als Desaster. Denn dort hätten viele Arbeitsplätze geschaffen werden können. „1983 ist in Castrop-Rauxel die letzte Zeche geschlossen worden, und seit 30 Jahren hat die Stadt den Strukturwandel nicht geschafft. Die Arbeitslosenquote liegt seit Jahrzehnten über zehn Prozent“, schildert Claus, warum newPark für Castrop-Rauxel wichtig gewesen wäre.
Zudem sei er „fast wütend“ über den Beschluss aus Düsseldorf, denn das Industrieprojekt sei über Jahrzehnte geplant worden und der Kreis Recklinghausen habe Millionen ausgegeben.
Ganz unabhängig vom new­Park-Ende befürworte die CDU weiterhin den Bau der B 474n, so Claus. „Die B 235 ist total überlastet. Wer möchte denn da noch auf der Habing­horster Straße wohnen?“, nennt der Fraktionschef Gründe, warum die CDU für die B 474n plädiert. „Sie wäre eine Entlastung für den Bereich um die B 235, die Stadt Castrop-Rauxel und auch für Waltrop und Datteln.“
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