Stadt möchte wieder selbst bauen: Wohnungsgesellschaft Thema im Rat

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Einen kleinen Schritt weiter ist die Stadtverwaltung auf dem Weg, wieder eine städtische Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. "Wir werden dem Rat in der Sitzung am 8. Juni vorschlagen, dass die Verwaltung zur Vorbereitung der Gründung ein externes Büro beauftragt", kündigte Bürgermeister Rajko Kravanja gestern (16. Mai) an. Dieses soll die wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Aspekte einer Gründung eruieren.

Bisher habe man mit der NRW.Bank, der Kommunalaufsicht und dem Verband der kommunalen Wohnungswirtschaft gesprochen, um abzufragen, unter welchen Rahmenbedingungen diese sich eine Gründung vorstellen könnten, so Kravanja. Ein Thema sei die Frage nach dem Bedarf von Wohnungen gewesen. "Außerdem haben wir Grundstücke identifiziert, die in städtischem Besitz sind und auf denen Wohnungsbau realisiert werden könnte."
Das Büro soll einen Businessplan über zehn Jahre erstellen. "Diese Bedarfsanalyse brauchen wir unbedingt", betont Kravanja, denn die Stadt ist an den Haushaltssicherungsplan gebunden. "Wenn absehbar ist, dass wir in den zehn Jahren Verluste machen, dürfen wir nicht gründen. Wir dürfen nichts tun, was den Haushalt gefährdet." Der Bürgermeister geht davon aus, dass das Gutachten des Büros im Herbst vorliegen wird.

Durchmischung statt "Sozialbunker"

Bei möglichen Neubauten hat die Stadtverwaltung keine "Sozialbunker" vor Augen. "Es geht immer um eine Durchmischung", versichert Kravanja und verweist auf die Drittelregelung, die ein Drittel sozial geförderte, ein Drittel preisgünstige und ein Drittel normal preisige Wohnungen vorsieht.
Seit rund 15 Jahren gibt es die frühere städtische Wohnungsgesellschaft GeWo nicht mehr. "Das war ein Fehler", so Kravanja. "Wir haben etwas verkauft, das keinen Verlust gemacht hat." Zudem habe man ein Steuerungsinstrument für die Stadtentwicklung aus der Hand gegeben.
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