3.000 Zuschauer säumten den Rhein-Herne-Kanal – 90 Jahre SC Hellas

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Bei der Eröffnung des Freibades Süd 1926 waren die Mitglieder des SC Hellas ebenfalls mit dabei. (Foto: privat)
 
1928 wurde der erste Damenreigen des SC Hellas gegründet. (Foto: privat)

Älter als die Schwimmbäder Castrop-Rauxels ist der Schwimmclub Hellas, der in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Gegründet 1924 in Rauxel-Habinghorst, nutzten die Mitglieder den angrenzenden Rhein-Herne-Kanal für ihren Sport.

„Es gab damals ein Werbeschwimmen“, weiß Elke Hube, erste Geschäftsführerin des SC Hellas. Etwa 3.000 Zuschauer säumten an einem Sommertag 1924 den Kanal. Wenige Tage danach fand bereits die Gründungsversammlung statt. Zunächst gehörten nur Männer dem Verein an, 1926 erlangten auch Frauen die Mitgliedschaft. Allerdings wurde die Damenabteilung 1931 wegen mangelnder Beteiligung aufgelöst, bevor Frauen ab 1942 wieder aufgenommen wurden. Im Winter ging es für die Sportler zum Training nach Gelsenkirchen und Oer-Erkenschwick – „mit dem Fahrrad“, erzählt Elke Hube.
Zurzeit hat der SC Hellas etwa 550 Mitglieder. „Hinzu kommen etwa 100 Leute, die unsere Kurse, zum Beispiel Aqua-Fitness, besuchen“, sagt Hube. 44 Kinder und Jugendliche im Alter von etwa acht bis 18 Jahren umfasst die Wettkampfmannschaft, die zweimal pro Woche trainiert und bei Meisterschaften des Schwimmbezirks Nord-Westfalen antritt. Über Jahrzehnte wurde beim SC Hellas außerdem Wasserball gespielt und Damenreigen (Synchronschwimmen) angeboten.
Ganz eng mit dem SC Hellas verbunden ist die Familie von Peter Juchems. Der 63-Jährige ist seit 55 Jahren Mitglied. „Vorher war ich aber als kleines Kind immer schon mit meinen Eltern dabei.“ Daher kann er sich vage daran erinnern, als der Verein 1955 vom Luckhafen zur Wartburginsel umzog.
Peter Juchems Vater Julius trat schon etwa 1928 dem SC Hellas bei und engagierte sich genau wie Mutter Erna im Verein. „Meine Mutter hat bis ins hohe Alter die Nichtschwimmerausbildung übernommen“, erzählt Juchems. Außerdem war sie zweite Vorsitzende, während Vater Julius das Amt des Gerätewarts bekleidete.
Neben Peter Juchems, der selbst zeitweilig Geschäftsführer und Gerätewart war, gehören auch sein Onkel Theodor und seine Tante Ingeborg seit mehr als 50 Jahren dem Verein an. Alle drei sind Ehrenmitglieder. „Was den SC Hellas angeht, ist Juchems kein Name, sondern ein Sammelbegriff“, sagt Peter Juchems lachend.
Wie seine Cousins und Cousinen war er als Kind und Jugendlicher aktiver Sportler – als Schwimmer und Wasserballer. „Mit zwölf habe ich in der Schüler-Wasserballmannschaft angefangen und dann als Jugendlicher mit 16,17 Jahren in der ersten Mannschaft gespielt“, erinnert er sich.
Besondere Höhepunkte für Juchems waren die partnerschaftlichen Städtewettkämpfe, die Ende der 60er ins Leben gerufen und über Jahrzehnte aufrecht erhalten wurden. Im jährlichen Wechsel maßen sich die Schwimmer des SC Hellas mit den Mitgliedern zweier Vereine aus Delft sowie Le Bourget bei Paris. „Das waren immer tolle Wochenenden mit dem Schwimmwettkampf mit anschließender Feier und auch mit den Sehenswürdigkeiten, die wir hier und dort besichtigten“, erzählt Juchems, der mehrere Male mit nach Delft fuhr.
Als er selbst nicht mehr aktiver Sportler, sondern im Vorstand tätig war, gab es ebenfalls viele Unternehmungen, an die sich Peter Juchems gern erinnert. „Wir haben Pfingstlager für die jüngeren Mitglieder veranstaltet.“ Bis zu 80 Personen haben dann gemeinsam auf der Wartburginsel gezeltet. „Außerdem gab es fast jedes Jahr im Sommer ein Trainingslager, das ebenfalls am Rhein-Herne-Kanal stattfand.“
Anlässlich des 90-jährigen Bestehens des SC Hellas findet heute (25. Oktober) von 15 bis 18 Uhr eine „Fun- & Pool-Party“ für Kinder und Jugendliche im Hallenbad an der Bahnhofstraße statt.
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