Dortmunder Kulturbetriebe ziehen Bilanz

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Die Besucher im Dortmunder U werden jünger. Auch mit der Besucherzahl sind die Kulturbetriebe in Dortmund zufrieden. (Foto: Archiv Lindert)

Kultur bleibt ein Zuschussgeschäft, das macht auch der Jahresabschluss der Dortmunder Kulturbetriebe deutlich.

Die Kulturbetriebe Dortmund haben das Wirtschaftsjahr 2016 erfolgreich
beendet. Sie weisen bei einem städtischen Zuschuss von 40,7 Mio. Euro
einen Jahresverlust von 3,1 Mio. Euro aus. Das Jahresergebnis ist vor
allem geprägt durch die nicht gedeckten Abschreibungen (1,6 Mio. Euro),
die real erwirtschafteten Einsparungen im Personalbereich (1,5 Mio. Euro)
sowie durch einen höheren städtischen Zuschuss (1 Mio. Euro) und
zweckbezogene Mehrerlöse im Drittmittelbereich (2,6 Mio. Euro).

Der Fortbestand der Einrichtungen ist mangels ausreichender eigener Erträge und Einnahmen nur durch die rechtzeitige und ausreichende Bereitstellung von Finanzmitteln durch die Stadt Dortmund gewährleistet. Existenzgefährdende Risiken sind zurzeit jedoch nicht erkennbar.

Zu den Kulturbetrieben gehören das Kulturbüro, die Bibliotheken, die Museen, die Musikschule, das Dietrich-Keuning-Haus, die Volkshochschule, das Stadtarchiv und das Dortmunder U. Inhaltlich haben die acht Geschäftsbereiche Zeichen gesetzt. Rund 492 Mitarbeiter präsentierten Kultur- und Weiterbildungsangebote für die Bürger der Stadt und des Umlands.

Das Kulturbüro setzte mit zahlreichen Partnern von der kommunalen bis zur
internationalen Ebene ein umfangreiches Programm mit 429 Veranstaltungen
und 23 Förderprogrammen mit insgesamt 257 Förderfällen in allen
künstlerischen Bereichen um. Die Resonanz war mit 103.315 Besuchern bei Veranstaltungen und 225.927 Besuchern bei den Förderprogrammen sehr positiv. Die Landesregierung zeichnete das Kulturbüro für sein kommunales Gesamtkonzept zur kulturellen Bildung erneut mit einem Preis aus.

Die Bibliotheken (Stadt- und Landesbibliothek, Institut für Zeitungsforschung und Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt) hatten 2016 rund 710.000 Besucher. In den Bibliotheken gab es fast 1400 Veranstaltungen (Lesungen, Führungen, Leseförderung, Beteiligung an Festivals usw.) mit knapp 30.000 Besuchern. Die Medien der Bibliotheken wurden 1,8 Millionen mal ausgeliehen.

Die städtischen Museen (MKK, Hoesch-Museum, Brauerei-Museum,
Westfälisches Schulmuseum) zählten mit einem breit aufgestellten Sonderausstellungs- und Veranstaltungsprogramm gut 76.500 Gäste. Vor allem die 16. Dortmunder DEW21-Museumsnacht im September unter dem Motto „Kultur aktiv“ sorgte für spannende Einblicke in die Sammlungen. Das Naturkundemuseum war 2016 wegen der Gebäudesanierung geschlossen, setzte sein museumspädagogisches Programm jedoch fort. Das Jahr stand für die Museen im Zeichen der Gesamtinventur der Sammlungen.

Für das junge Dortmund ist das Dortmunder U zu einem beliebten Treff- und
Anlaufpunkt geworden: Fast die Hälfte der Besucher (46 Prozent) ist unter 29 Jahre alt. Die Zahl von Wiederholungsbesuchern steigt. Überregional ist der Bekanntheits- und Wirkungsgrad des U weiter gestiegen, besonders durch die
WDR-Fernsehdokumentation „Geheimnis Dortmunder U“.

Insgesamt wurden im U 137.332 Besuche verzeichnet. Die Sonderausstellung des Museums Ostwall „Ich bin eine Kämpferin. Die Frauenbilder der Niki de Saint Phalle“
entwickelte sich zur bisher bestbesuchten Schau im U.

Die Musikschule gestaltete den Wandel des Landesprogramms Jeki zu
„JeKits“ – beinahe alle Grundschulen haben die Zusammenarbeit fortgesetzt,
so dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft auch weiterhin die Chance haben,
eines von 26 Instrumenten zu erlernen.

Das Dietrich-Keuning-Haus zählte 200.000 Gäste aller Kulturen und Generationen. Dabei wurden insbesondere Integrationsangebote für Flüchtlinge qualitativ
weiterentwickelt. In der Volkshochschule fanden 307 Veranstaltungen mit
über 4100 Teilnehmenden in 35.900 Unterrichtsstunden statt. Das Stadtarchiv haben 16.771 Bürger für Recherchen genutzt, rund 950 kamen zu den Vortragsveranstaltungen.
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