Das Damwild steht auf der Sparliste der Stadt

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Wild bald weggespart? Das Damwildgehege im Süggelwald steht auf der Sparliste der Stadt. (Foto: Archiv/ Svenja Hanusch)

Bis zu zwölf Tiere leben im Damwildgehege im Süggelwald nah der Evinger Straße. Das Betreiben des Geheges kostet der Stadt jährlich 5000 ¤, die nun eingespart werden sollen.

Im Zuge des städtischen Sparzwangs für den Haushalt 2015 zieht die Stadt die Schließung des Wildgeheges in Erwägung. Noch ist das Ende des Wildes keine beschlossene Sache, doch Tierschützer wie Anwohner bangen um ihren kleines Stück Wildnis vor der Haustür.
Bereits seit 1964 können Besucher bei freiem Eintritt ein Rehrudel in seiner natürlichen Umgebung beobachten. Das Gehege im Süggelwald zählt mit dem Grävingholz zu Dortmunds Naturschutzgebieten. Der ausgedehnte Wald zwischen Brechten, Lindenhorst und Eving beheimatet eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten.
Das Wild wird von Ausflüglern und Spaziergängern besucht und auch Schulklassen machen auf dem Walderlebnispfad regelmäßig am Gehege Halt. Das städtische Forstamt betreut das rund zehn Hektar große Gehege. Ein Futtermeister ergänzt, wenn notwendig, die natürliche Nahrung des Rehe, Hirsche und Jungtiere, welche aus Gras, Bucheckern, Obst und Kastanien besteht. Wenn ein Tier aus Altergründen geschossen werden muss, so wird das erlegte Wild an den Jäger verkauft. Der Erlös kommt der Futterkasse zugute.
So kreist der Ablauf im Wildgehege seit 50 Jahren. Der Stadtrat wird im Zusammenhang mit seinen Einsparungen nun entscheiden, wie und ob es mit dem Wildpark weitergehen wird.
Das beliebte Dortmunder Gehege stand schon einmal auf der Streichliste des Rates: Im Jahr 2009.

Erika Scheffer, 1. Vorsitzende des Dortmunder Tierschutzvereins, setzt sich für den Erhalt des vom Sparzwang betroffenen Damwildgeheges im Süggelwald ein.

3 Fragen an ... Tierschützerin Erika Scheffer


von Steffen Korthals

1.Wie wird das Damwildgehege Süggelwald angenommen?
Das Gehege ist eine Dortmunder Attraktion. Schulklassen und Familien machen Ausflüge zum Grävingholz und die Senioren aus der nahegelegenen AWO-Seniorenwohnstätte machen Spaziergänge oder werden von Betreuern vorbeigebracht. Und der Lehrpfad geht auch am Gehege vorbei. Da gibt es einen Hochstand zum Beobachten der Tiere. Der Futtermeister und der Oberförster wohnen nicht weit und für die Stadt sind 5000 Euro Betriebskosten pro Jahr für so ein tolles Ausflugsziel Peanuts.

2. Was würde nach einer möglichen Schließung passieren?
Viele Kinder – gerade aus Eving – haben kein Geld für den Zooeintritt und kommen gerne und häufig zu den Tieren in den Süggelwald. Wenn das Gehege geschlossen werden würde, dann müssten die Tiere in den Zoo, um dort versorgt werden. Und der Stadtteil wäre um einen beliebten Blickfang ärmer.

3. Wie kann es mit dem Gehege weitergehen?
Vielleicht können Patenschaften helfen. Aber von Seiten der Stadt hat man mir gesagt, dass ich wegen des Damwildgeheges ruhig schlafen kann. Woanders kann da sicher sinnvoller gespart werden. Notfalls werden wir mit allen Mitteln um das Gehege kämpfen.
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