FA!R2013 - Messe rund um den fairen Handel

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FA!R2013 in den Westfallen Hallen
 
Schwerpunkt Textilien: Fair Trade und Ethic Fashion wurden bei einer Modenschau vorgestellt.
Dortmund: Westfallen Hallen |

Am Wochenende hatte von Freitag bis Sonntag die FA!R2013 in der bezüglich der Standplätze komplett ausverkauften Westfalenhallen 2, 2N und 3a die Tore geöffnet. Seit drei Jahren findet diese Messe des Fairen Handels jährlich in den Westfallen Hallen zu Dortmund, der "Hauptstadt des Fairen Handels 2003 und 2005", statt. Sie hat sich inzwischen zur Leitmesse des "fair-trade" in Deutschland entwickelt und wird daher von der Branche als Pflichtveranstaltung angesehen, die sich sowohl an das Fachpublikum als auch an den Endverbraucher richtet. Es profitieren inzwischen mutmaßlich über 1,5 Millionen Kleinbauern und Feldarbeiter in über 55 Ländern vom Fairen Handel. Der Kategorische Imperativ des fairen Handels lautet, dass die Menschen einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit erhalten und sie diesen in ihre Zukunft investieren können.

Moderne, frische, junge, hippe Mode

Die diesjährige Messe hatte einen Schwerpunkt bei dem Thema Textilien. "Ein Ziel der Messe ist es, Fair Trade und Ethic Fashion, also Mode, die unter ethisch angemessenen Bedingungen produziert wurde, bekannter zu machen und ihre unterschiedlichen Ansätze abzubilden. Sie finden auf der FAIR TRADE & FRIENDS etablierte Anbieter ebenso wie junge Designer und Designerinnen, die ihre Textilien aus Fair Trade zertifizierter Baumwolle konfektionieren." so die Veranstalter auf ihrer Homepage. Bei den Modenschauen konnten sich die Besucher vergewissern, dass faire Mode definitiv nicht bedeutet mit Müllsacken bekleidet zu sein oder so auszusehen, als könnte man seinen Namen tanzen. Moderne, frische, junge, hippe Mode wurde gezeigt.

Fair-Trade Produkte haben qualitativ hohen Standard - ein Selbstversuch

Auch für das leibliche Wohl der Besucher wurde gesorgt. An Cocktail- und Kaffee-Bars konnte man sich entsprechend laben. In der Aktionsküche demonstrierten Gourmetköche ihr kulinarisches Können unter Verwendung fair gehandelten Produkte. An einem Stand konnte man für vergleichsweise stolze € 3,50 einen Sack mit 1,5 kg faire Grillkohle kaufen. "Der Großteil der Grillkohle in Deutschland wird importiert. Sie wird oft aus Holz aus Primärwäldern oder gar aus Tropenholz hergestellt. Die faire Grillkohle wird in einem fairtrade-zertifizierten Betreiber auf den Philippinen aus anfallenden Kokoshalbschalen gewonnen.", so die Verkäuferin. Im Selbstversuch wurde die Kohle am Abend zum Grillen verwendet. Die Kohle entzündete sich gut, sie glühte lange, das Grillgut schmeckte hervoragend. Ebenso der chilenische Weißwein "Sauvignon Blanc", Jahrgang 2012 für € 4,95, der dann zwar Peer Steinbrück nicht schmecken wird, den Selbstversuch aber äußerst befriedigend absolvierte. Als Nachtisch gab es den ebenfalls fair-gehandelten "Cubita" für € 14,90/700ml-Flasche, einem edlen Kaffeelikör auf Basis des gleichnamigen Kaffees aus Kuba, der durch El Puente importiert und vertrieben wird. Selbstverständlich hat die sozialistische Inselrepublik keine Probleme die sozialen Standards, welche dem Fairen Handel zugrunde liegen, zu erfüllen. Der "Cubita" ist ein wohlschmeckender, sortenreiner Hochlandkaffee aus der östlichen Bergregion Kubas, der Sierra Maestra. Er nimmt einen sofort mit auf eine geistige Reise in dieses kubanischen Bergmassiv, in dessen unzugänglichen Regionen Fidel Castro, Che Guevara und der stets zu Späßen aufgelegte Camilo Cienfuegos mit weiteren 79 Guerilleros 1957 eine der wohl berechtigsten Revolutionen gegen einen USA-hörigen Diktator begannen.
An diesen Produkten erkennt man einfach, dass fair-trade Produkte niemals Verzicht bedeuten, sondern in der Regel einen hohen qualitativen Standard aufweisen.

Eine Branche im Wandel

Die Fair-Trade-Branche ist den Kinderschuhen der alten "Dritte-Welt-Ladenzeit" endgültig entwachsen. Die angestaubten Hinterhoflokale und die Verkäufe nach der Messe im Pfarrheim gibt es zwar immer noch, aber auf der Fa!R2013 wurde deutlich, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Die Ladenlokale liegen wie das des Bekleidungsgeschäftes Fairbleiben in Dortmund an Hauptverkehrsstraßen wie dem Heiligen Weg oder das des Weltladen Brackel ebenfalls in Dortmund am Brackeler Hellweg 140. Der Fair-Trade-Shop München liegt mitten in der Stachus Passage, einer der teuersten Einkaufsmeilen der bayrischen Landeshauptstadt. Mit Contigo-Fair-Trade-Shop kann man eine Existenzgründung anstreben, deren Investitionssummen schnell im sechsstelligen Bereich liegt. Die Einrichtungen sind modern, die Produkte kundenorientiert, die Öffnungszeiten entsprechen denen der "normalen" Kaufleute.

Zahlreiche Dortmunder Firmen bei der FA!R2013

Aus Dortmund beteiligten sich etliche Firmen und Institutionen an der Messe: Die ARGANPUR GmbH mit Nahrungsmittel und Naturkosmetik, benbergs benys ebenfalls mit Nahrungsmitteln und nicht alkoholischen Getränken, Fairbleiben mit Damen- und Herrenbekleidung, Haushaltwaren, Heim- und Haustextilien, Recycling / Upcycling Design Produkte, Taschen und Tücher/Schals, GANESH mit Kunsthandwerk, Recycling / Upcycling Design Produkte, Schmuck, Taschen und Tücher/Schals, Greenpeace-Dortmund, Patricia-Gloria Hohlsiepe mit Damen- und Herrenbekleidung und Kunsthandwerk, Informationszentrum 3. Welt Dortmund e. V. - iz3w - , Netzwerk Dortmunder Schülerfirmen mit Schokolade, Chips und recycelten Büroartikel, Zweitsinn ecomoebel GmbH mit Recycling / Upcycling Design Produkte.

Letztlich basiert der Faire Handel auf einen gemeinschaftlichen Handel zum gegenseitigen Nutzen ohne den anderen über Gebühr auszubeuten. "Es kommt nicht darauf an den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen.", so der Soziologe Jean Ziegler.
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