Linke & Piraten bezweifeln Berechnungen der Ev. Landeskirche

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Carsten Klink
Dortmund: Rathaus | Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN weist die in einem Zeitungsinterview aufgestellte Behauptung des Vizepräsidenten der westfälischen evangelischen Landeskirche, Albert Henz, zurück, dass die von der Stadt Dortmund geforderten Kirchentagssubventionen in Höhe von 2,7 Millionen Euro durch die Ausgaben der Kirchentagsbesucher wieder in die Stadtkasse zurückfließen.

2019 möchte die Ev. Kirche ihren Kirchentag in Dortmund ausrichten. Die Stadt Dortmund soll sich daran mit 2,7 Mio. Euro beteiligen. Hinzu kommen Zuschüsse von Bund, Land und Sponsoren.

100.000 Besucher werden beim Kirchentag erwartet. Im Dortmunder Rathaus prognostiziert man deshalb Umsätze von 25 Mio. Euro. Carsten Klink, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN, hat an dieser Rechnung arge Zweifel. „Diese Zahl basiert auf Angaben des Veranstalters, der ein Interesse an den Zuschüssen hat. In Bremen wurden beim Kirchentag durchschnittlich 49 Euro pro Besucher und Tag ausgegeben.“

Auch dürfe man Umsatz und Gewinn nicht verwechseln. „Die Einnahmen, die durch den Kirchentag erzielt werden, fließen ja nicht direkt wieder in die Stadtkasse. Selbst wenn die Kirchentagsbesucher 25 Millionen Euro für Eintrittskarten, in Hotels, Restaurants, im Einzelhandel und in Kultureinrichtungen ausgeben, erhält die Stadt Dortmund maximal 340.000 Euro durch die Gewerbesteuer zurück“, rechnet Carsten Klink vor. „Das reicht vielleicht gerade für die kommunalen Sachleistungen in derzeit noch unbekannter Höhe, die zusätzlich zu dem Barzuschuss von der Kirche gefordert werden.“

Carsten Klink: „Die Evangelische Kirche verweigert bis heute eine Auskunft, warum sich die komplett überschuldete Stadt Dortmund an der Finanzierung des Kirchentages beteiligen soll. Die Ev. Kirche nimmt doch im Jahr über 10 Milliarden Euro ein“, so Carsten Klink. Daher bleiben Linke & Piraten bei ihrer ablehnenden Haltung, obwohl Henz bereits Druck aufbaut. Eine Ablehnung durch den Rat der Stadt Dortmund wäre ein „fatales Signal des Nichtwillkommenseins“, ließ er die Leser einer Dortmunder Zeitung wissen. „Wir lehnen nicht den Kirchentag ab“, so Klink, „sondern nur eine finanzielle Beteiligung der Stadt Dortmund – bei allem Verständnis für die sicherlich oft interessante Themenauswahl des Kirchentages.“

Bei den demokratischen Ratsfraktionen besteht ohnehin Einigkeit, dass der Ev. Kirchentag in Dortmund stattfinden soll. Erstaunt sind Linke & Piraten daher über Henz’ Behauptung, dass man im Rat nach der Sommerpause grundsätzlich über das Stattfinden des Kirchentages befinden werde. „Wie beim Katholikentag in Münster wird im Rat lediglich über die geforderten Kirchentagssubventionen abgestimmt. Ebenso wie in Münster könnte der Kirchentag in Dortmund auch ohne kommunale Zuschüsse stattfinden“, so Klink.
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