Nacht der Museen: Lange Schlangen, viele Eindrücke

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Wer noch kein Ticket hat, muss anstehen: Andrang bei der "Nacht der Museen". (Foto: red)
 
Der Andrang ist groß - auch vor dem Rathaus. (Foto: red)

Gleich vorweg: Wer die Ruhe in Museen schätzt, um sich mit einem Kunstwerk, einer Strömung oder einer Epoche auseinanderzusetzen, für den war die „Nacht der Museen“ am Samstag in Düsseldorf nichts. Stattdessen versprachen die Veranstalter „eine aufregende Nacht“ – und hielten Wort. Bei 40 teilnehmenden Museen und Galerien sowie Live-Bands, Lesungen und Performances konnten sich die Besucher ihre Museumsnacht individuell zusammenstellen.

Gar nicht so leicht, bei dem großen Angebot. Statt einen genauen Plan aufzustellen, entscheide ich mich, Raum für den Zufall lassen– eine der Besonderheiten der „Nacht der Museen“ ist es schließlich, dass man Orte und Kunst entdecken kann, die man sonst nicht besichtigt hätte.

Die ersten Schritte führen mich weg vom Grabbeplatz, aus der Menge. Die „Halkyonischen Tage“ in der Kunsthalle müssen eben noch warten. Die Schlange vor dem Rathaus ist aber nicht kürzer. Es ist erst wenige Minuten nach sieben, die Menschen müssen aber schon wesentlich länger hier stehen. Das Rathaus hat sich 2012 nicht an der Museumsnacht beteiligt, macht nun im Jahr des Stadtjubiläums aber mit.

Geboten wird eine kurze Führung – eine „Schnuppertour“, wie die Leiterin unserer Gruppe sagt. Ich lerne, was eine „preußische halbe Ruthe“ ist (ein historisches Längenmaß, genau 188,5 Zentimeter), dass die Heinrich Heine-Büste im ersten Obergeschoss manchmal auch mit Elvis verwechselt wird (die Frisur besitzt tatsächlich Ähnlichkeit) und dass sich die Fortuna-Spieler ins Goldene Buch der Stadt eingetragen haben. Von draußen tönt Jazz herein.

Weiter geht es: Angerissen werden die Schlacht von Worringen, nach der Düsseldorf die Stadtrechte verliehen wurden, bestaunt wird das Silber in der Galerie („Wird Altweiber aber gut weggeräumt“) und zum Abschluss in den Plenarsaal geblickt („500 Euro monatlich als Aufwandsentschädigung – Getränke in der Lobby müssen sie selbst bezahlen“).


Viele Eindrücke in kurzer Zeit

Wenig Zeit, viele Eindrücke. Symptomatisch für diesen Abend. Wieder draußen, lasse ich mich treiben und finde mit weiteren Museumsfans in die Bilker Straße. Hausnummer 6, F.G. Conzen. Hier ist es wohltuend ruhig. Das Rahmenmuseum beherbergt die zweitgrößte Sammlung von Düsseldorf-Ansichten sowie verschiedenste Rahmen. Drinnen liest der Schriftsteller Helge Hesse aus „Bilder erzählen Weltgeschichte“.

Und während er im Saal „Washington überquert den Delaware“ vorstellt – der US-Historienmaler Emanuel Leutze hatte im 19 Jahrhundert an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert – wird etwas weiter gezeigt, wie Rahmen in Handarbeit vergoldet werden. Die Qualität erkenne man an den Überlappungen der Goldschichten, erklärt Torsten Nitsch, gelernter Rahmenvergolder. Umso weniger die Schichten übereinanderliegen, desto besser.

Wenige Haustüren weiter wird es erneut richtig voll. Momo, Lukas der Lokomotivführer, Atréju und Fuchur: Die Michael Ende-Ausstellung im Heinrich-Heine-Institut lockt viele an. Unsere Führerin übertönt das Stimmengewirr auf dem Flur mühelos. Sie schafft es, in der kurzen Zeit nicht nur die Figuren vorzustellen, sondern findet auch noch Raum für Endes enge Beziehung zu seinem Vater, für das Lieblingstier der beiden, die geruhsame Schildkröte, und eine grobe Interpretation der Werke.

Vielleicht ist es das Bild der gemächlichen Schildkröte, vielleicht die Tatsache, dass es draußen längst dunkel ist oder dass die ersten Infostände zur „Nacht der Museen“ bereits zusammengepackt werden… Egal. Ich beende meine Streiftour und überlasse zahlreiche weitere spannende Orte anderen Besuchern – zumindest für heute Nacht.

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4 Kommentare
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Jupp Becker aus Düsseldorf | 21.04.2013 | 08:39  
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Sascha Staginski aus Düsseldorf | 21.04.2013 | 14:01  
Janina Rauers aus Hilden | 21.04.2013 | 15:33  
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 21.04.2013 | 16:28  
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