Gesichter unserer Stadt: Rudolf Zebisch liebt Mosaike

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Wer die Wohnung von Rudolf Zebisch betritt, sollte Zeit mitbringen. Denn an jeder Wand in jedem Zimmer hat er seine Kunstwerke hängen. Es sind Werke einiger Jahrzehnte, darunter Mosaike, Aquarelle und Ikonen.

Schon immer war der 75-Jährige künstlerisch tätig, hat als Zehnjähriger bei einem Kunstmaler gelernt. Als er älter wurde, arbeitete er als Grafiker und Plakatmaler. Mit 27 Jahren machte Rudolf Zebisch sich als Kunstmaler selbstständig. Vor 43 Jahren entdeckte er dann seine Liebe zu den Mosaiken, die er bis heute beibehalten hat.
Er erinnert sich noch genau an sein „Aha-Erlebnis“. „Ich habe damals eine Studienfahrt nach Italien gemacht“, erzählt er. In Venedig besuchte er die Basilica San Marco. „Ich war von den Mosaiken der alten Meister so begeistert, dass für mich klar war das alte Kunsthandwerk zu erlernen“, so Zebisch. Es folgten viele Studienfahrten. Er besuchte Glasbläser auf der Insel Murano, er nahm Kontakt mit italienischen Glaskünstlern und Mosaik-Brennmeistern auf. „Dort erlernte ich die ersten Handgriffe“, sagt Zebisch.
Wie viele Steine er seitdem selbst mit einer Spezialzange in Form gebrochen hat, ist unzählbar. Für eine Bildtafel allein benötigt er schon oft tausend Steine. Die Mosaiksteine, die er in seinem Atelier fein säuberlich nach Farben sortiert hat, bezieht er immer noch aus Murano.
Sein jüngstes Werk ist eine venezianische Mosaik-Maske. „Inspiriert durch einen Urlaub in der Stadt Venedig, wo ich mit meiner Frau Christa im Juli war“, so Zebisch. Christa Zebisch zeigt Fotos von dem Urlaub. Wie er in der Stadt sitzt und arbeitet. Sie ist bei seinen Reisen an seiner Seite, hält auf Bildern fest, was er macht. Aber es ist nicht nur sie, die sich von seinen Kunstwerken begeistert ist. Rudolf Zebisch hatte schon einige Ausstellung – in Benrath, Köln, Krefeld und auch in Hotels seines, wie er selbst sagt, „geliebten Italiens“.
Seine künstlerischen Fähigkeiten sind vielfältig. Seine Motivwahl auch – ob Düsseldorfer Motive wie der Schlossturm mit Farbe und Pinsel festgehalten, christliche Motive wie Ikonen oder ein Papagei aus Mosaiken, was er sieht, hält er auf seine Weise fest.
Zwischen drei und sechs Stunden arbeitet er heute noch. Aber er geht auch viel vor die Tür. Um frische Ideen zu bekommen. Wenn Ehefrau Christa im Garten arbeitet, malt er eben die Blumenwiese. Und was ist, wenn die Wände in der Wohnung nicht mehr reichen? „Dann ziehen wir eben um“, sagen beide, schauen sich an und lachen.

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