Meine Kindergartenzeit in den 50er Jahren

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Dank "Fräulein Johanna" kann ich mich noch an einige Dinge erinnern

......

In den letzten Jahren ist meine ehemalige Kindergärtnerin." Fräulein Johanna" mir eine liebe Freundin geworden.
Sie und ich treffen uns zwanglos mit noch einigen Frauen einmal im Monat zu einem gemeinsamen Frühstück.

Natürlich plaudern wir auch viel von alten Zeiten, ihre Kindergartenzeit als "Fräulein" und ich als kleines rotzfreches Mädchen von 1956- 1959.

Neulich brachte Johanna ein Foto aus dieser Zeit mit. Sie mit einer weißen gestärkten Schürze mitten "ihrer" Kinder, ich mit Trägerröckchen und Zöpfen.

An meine Kindergartenzeit erinnere ich mich nur noch dunkel und in Bruchstücken.

Aber wenn Johanna erzählt, dann fällt mir doch einiges wieder ein.

Jeden Morgen und jeden Nachmittag brachte mich mein Opa dorthin und holte mich auch wieder ab.

Als mein ältester Bruder aus dem Kindergarten entlassen wurde, war ich dran.

Damals gab es 3 Gruppen, streng nach Alter getrennt: die "Kleinen", die "Mittleren" und die "Großen".

Da ich es ja zu Hause zwischen 2 Brüdern nicht immer leicht hatte, redete ich überall munter drauf los und wußte mich zu wehren, wenn mir was nicht passte.

Den Kindergarten leitete eine Ordensschwester: Schwester Generosa ( Gott hab sie selig.)

So soll ich zu dieser Schwester mal ganz frech gesagt haben:" Wenn du das jetzt nicht tust, schlage ich dir die Haube vom Kopf."
Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern, aber wenn Johanna das sagt, wird es wohl stimmen.
Zur Strafe mußte ich mal wieder, wie so oft, in "die Ecke."

Zur Weihnachtszeit wurde immer eine Krippe aufgebaut, wo wir Kinder jeden Tag einen echten Strohalm in die Krippe legten. So war das "Bett" Weihnachten fertig, und das Christkind konnte geboren werden.
Auch kam immer der Nikolaus und las aus seinem "goldenen Buch" meine Schandtaten vor. Ich kann mich noch gut an ihn erinnern, denn ich hatte schreckliche Angst vor ihm.
Und wenn dann der "Hans Muff" draußen mit der Kette rasselte, ...o, je...., da wurde ich ganz klein.

Vor Ostern bastelte sich eine Erzieherin lange Ohren aus Pappe an ihren Kopf und huschte damit unter die Fenster, damit für uns Kinder nur die Ohren sichtbar wurden.
Eine spannende Sache, der Osterhase war schon unterwegs.

Dazu sangen wir das Lied:

"Osterhäschen kannst du morgen
für uns Ostereier sorgen,
liebes Häschen komm doch bald
aus dem frischen grünen Wald."

Fogende Lieder haben sich bis heute eingeprägt:

"Es kam ein Bi- ba- Butzemann..."
"Dornröschen war ein schönes Kind..."
"Taler, Taler, du musst wandern...."
"Es geht eine Zipfelmütze..."

Gerne habe ich mit sog. "Muggelsteinen" gespielt: kleine runde halbe bunte Plastikdinger. Viele Muster und Formen habe ich auf den Tischen gezaubert, und war stolz, wenn sie bis zum anderen Tag liegen bleiben durften.

Vor einigen Jahren wurde "mein" Kindergarten abgerissen, nachdem er einige Zeit vor sich hin gammelte.
Heute steht an seiner Stelle ein großes Ärzte- und Geschäftshaus.

" Fräulein Johanna" und ich denke noch oft an unsere gemeinsame unbeschwerte Kindergartenzeit zurück und ich sage oft zu ihr:" Ohne deine Erziehung wäre ich auch nix geworden." "Stimmt ", sagt sie drauf," und ohne meinen berühmten Satz,: Finger auf den Mund, still sein ist gesund, würdest du heute noch mehr quasseln."
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3 Kommentare
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Gisela Kelka aus Düsseldorf | 11.03.2013 | 15:36  
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Christa Palmen aus Düsseldorf | 11.03.2013 | 17:49  
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Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 12.03.2013 | 07:31  
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