Handwerk bestens ausgelastet

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Kreishandwerksmeister Thomas Dopheide, Kammerpräsident Andreas Ehlert, Handwerksunternehmer Kai Schwenzer und Kammer-Hauptgeschäftsführer Axel Fuhrmann bei der Vorstellung des Herbstgutachtens.

Der Konjunkturmotor im Handwerk läuft auf Hochtouren. Die Handwerkskammer Düsseldorf stellte am Montag die Ergebnisse ihrer repräsentativen Herbstumfrage vor. Danach weist der von ihr seit über 30 Jahren ermittelte Geschäftsklima-Index in diesem November mit 89 Prozent einen neuen Spitzenwert aus.

Die Kapazitäten der Firmen sind zu 79 Prozent ausgelastet – ein Wert nahe der technisch maximalen Auslastungsgrenze. Die Auftragsreichweite beträgt aktuell fünf Wochen; in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten sogar zehn Wochen. 29 Prozent der Betriebe melden gestiegene Erlöse. „Das Handwerk profitiert einerseits vom sehr guten konjunkturellen Umfeld; die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erwartet für 2016 eine Steigerung der realen privaten Ausgaben um zwei Prozent. Auf der anderen Seite befeuert nicht zuletzt der Boom im Baugewerbe seinerseits die Hochphase der deutschen Volkswirtschaft,“ sagte Kammerpräsident Andreas Ehlert.

Deutliche Beschäftigungszuwächse

Jedes fünfte Handwerksunternehmen an Rhein, Ruhr und Wupper konnte in den zurückliegenden sechs Monaten zusätzliches Personal einstellen, um den Nachfrageboom zu bewältigen. 22 Prozent der Firmen geben aktuell offene Stellen an, 7 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. „Damit gelingt dem Handwerk im siebten Jahr des Aufschwungs trotz des Fachkräftemangels erstmals ein Beschäftigungsaufbau“, zeigte sich Ehlert erleichtert. Die Kammer rechnet für das Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper zum Jahresende erstmals mit einem merklichen Zuwachs an Mitarbeitern. Die Löhne sind im Durchschnitt im Handwerk um 3 Prozent gestiegen. Offene Stellen gebe es vor allem im Elektro- und SHK-Handwerk.
Die Aufträge im Ruhrgebiet, sonst das Sorgenkind bei der Auftragslage, kämen hauptsächlich aus dem privaten Sektor, erklärte Kammer-Hauptgeschäftsführer Axel Fuhrmann. Verlierer seien die Kommunen: Infolge der Verkomplizierung von Ausschreibungen durch das Tariftreuegesetz und des Zuschlags an den billigsten Anbieter entschieden sich immer mehr örtliche Handwerksunternehmen, sich nicht mehr an Ausschreibungen der öffentlichen Hand zu beteiligen. Auftragnehmer aus anderen Regionen Deutschlands und Europas sind erfahrungsgemäß bei Regressforderungen schwerer in die Pflicht zu nehmen.Qualität hat nun mal ihren Preis.

Ehlert warnte aber davor, das sich das Blatt bald wenden könne. »Der Sondereffekt des billigen Geldes verzerrt aktuell das Bild, insbesondere in den Baugewerben, das Pendel könnte in ein bis zwei Jahren zurückschlagen«, sagt Ehlert.
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