Im Handwerk brummt's

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Andreas Ehlert (r.) berichtete am 13. Januar in der Handwerkskammer über die Lage im Handwerk.

Das NRW-Handwerk blickt optimistisch in die Zukunft. Die Unternehmen rechnen dieses Jahr sogar mit einer leichten Verbesserung der Konjunktur. Sorgen machen NRW-Handwerkstagspräsident Andreas Ehlert der Fachkräftemangel, die Schwarzarbeit und die klamme Finanzlage der Kommunen.

Das NRW-Handwerk konnte 2015 allgemein von der guten Binnennachfrage profitieren. Der Gesamtumsatz in NRW stieg um ein Prozent auf 114 Milliarden Euro. Für das Kfz-Gewerbe und für die Gesundheitshandwerke werden sogar Zuwächse um drei Prozent erwartet. Im Kfz-Handwerk und in der Gruppe der Augenoptiker, Zahntechniker, Hörgeräteakustiker und Sanitätshäuser legten die Beschäftigtenzahlen etwas zu (plus 1,9 %). In allen anderen Branchen gab es keinen Zuwachs. Die Umsatzprognosen für das laufende Jahr wurden bereits auf 1,5 Prozent leicht nach oben korrigiert. „Viele Unternehmen würden gerne mehr Mitarbeiter einstellen,“ erklärt Ehlert, der auch Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf ist. Doch hätten die Firmen große Schwierigkeiten bei der Neubesetzung von Stellen mit geeigneten Fachkräften. Jeder dritte Betrieb bundesweit könne mittlerweile offene Stellen nicht mehr besetzen. Gute Chancen hätten demnach Jugendliche, die sich für einen Handwerksberuf interessieren. Mit dualen Studiengängen wirbt das Handwerk auch um Abiturienten.

Doch es gibt auch negative Seiten: Im Bauhandwerk verringerte sich die Zahl der tätigen Personen in den letzten Jahren um rund 4100. Hier kämpft das Handwerk trotz der anhaltend guten Bautätigkeit zunehmend mit strukturellen Problemen. „Die klammen Kommunen vergeben ihr ohnehin stark geschrumpftes Auftragsvolumen strikter denn je nur noch an die jeweils billigsten Bieter“, sagt Ehlert. Immer häufiger müsse wegen schlechter Qualität nachgebessert werden. Diese Zusatzkosten hätte letztendlich der Steuerzahler zu begleichen. Außerdem machten Schwarzarbeit und Lohndumping verstärkt Probleme. Das Handwerk fordert daher mehr Kontrollen auf Baustellen durch Zoll und Ordnungsämter.
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