Ist der Alltag in Heerdt lebenswert?

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Ausstellung über den Wandel im Stadtteil



Der Düsseldorfer Stadtteil Heerdt ist wie eine Wohninsel, kein geschlossener Stadtteil. Der Wandel, der sich in diesem Bereich vollzogen hat, ist daher viele Bürger auf Anhieb nicht direkt nachvollziehbar. Die vielen entstanden Luxuswohnungen, die zahlreichen realisierten Bürobauten für Großunternehmer und die umfangreichen komplexen Verkehrsanlagen veränderten das Bild merklich. Nennenswerter bezahlbarer Wohnraum – Fehlanzeige. Die Bürgerschaft blieb bei allem außen vor. Einflussnahme war nicht möglich. Nunmehr widmet sich eine Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus diesem zentralen Thema: „Unsere Stadt im Wandel – Gute Nachbarschaften in Heerdt“.

Die Recherche für diese Ausstellung war lang und umfangreich, wie dies an den 16 Tafeln anschaulich dokumentiert wurde. „Wir haben gut ein Jahre für die Vorbereitungen benötigt“, erzählt Gerhart Matthäus. Er gehört zu den Mitgliedern des Keywork-Ateliers, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum plus Oberkassel und der Evangelischen Kirchengemeine diese Ausstellung initiiert, geplant und ausgeführt haben.
Für Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann soll die Ausstellung Offenheit und Transparenz zeigen. „Wir stellen die Schau auch in einen architektonischen und geistlichen Kontext“, so der Pfarrer. Die Gemeinde will gemeinsam mit den Bürgern Flagge zeigen. „Wir wollen im Stadtteil präsent sein“, meint Jerzembeck-Kuhlmann. Die Veranstalter wollen zeigen, was die Bürger in Anbetracht durch die rege Bautätigkeit und den immer komplexeren Verkehr erwartet. In den beabsichtigten Diskussionen, Talks und Vorträgen sollen auch die Zweifel, die die Bürger an die Organisatoren herangetragen haben, ausgeräumt werden. Heerdts Slogan soll weiterhin Bestand haben: „Heerdt ist anders“.

Neben den aufschlussreichen Darstellungen, die im Übrigen vom Key-Worker Mitglied und Künstler Burkhard Neumann gestaltet wurden, über die geplanten Baumaßnahmen und Verkehrsobjekte, stellen die Fotografen Joachim Siefert, Michael Flaschka und Sergej Lepke ihre Sichtweise der Veränderungen dar. Im gleichen Raum auf der anderen Seite präsentiert Burkhard Neumann seine Bilder von markanten Häusern auf der Rheinallee, die die Gegensätzlichkeit von moderner Bauweise und Gründerzeit wiederspiegeln. Neumann arbeitet mit wasservermalbaren Farbstiften. „Sie haben nicht nur feine Farbpigmente, sondern ich kann auch immer wieder das Gemalte ändern“, erklärt er. Ein weiteres charakteristisches Bild ist das des überbauten Bunkers in Heerdt. Weitere Collagen, die Keyworker gestaltet haben, stehen ebenfalls für die Thematik des Wandels im Stadtteil.

Bilder, Vorträge und Diskussionen dokumentieren die Eigenarten und die Veränderungen des Stadtteils. Auch bei den 800 angemeldeten Gewerbebetrieben ist dies gut zu erkennen. Demnach arbeiten 9000 Menschen in Heerdt, das ist fast so viel, wie der Stadtteil Einwohner hat. In Referaten nahmen hierzu Thomas Timmermanns, Autohaus Timmermann und auch Dr. Christof Wald, der Chefarzt des Dominikus-Krankenhauses zum Thema „Fit für die Zukunft?!“ ausdrücklich Stellung.

Pastor Jerzembeck-Kuhlmann: „Wir freuen uns schon auf den Dialog.“ Dieser und die um die Ausstellung stattfindenden Veranstaltungen sollen dazu führen, am gesellschaftlichen Wandel im eigenen Stadtteil kritisch und initiativ teilzunehmen. Erst dann kann die Frage, ob der Alltag in Heerdt lebenswert ist beantwortet werden.



Die Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus ist noch bis zum 14. Februar zu sehen. Öffnungszeiten: MO, DI von 10 bis 12 Uhr, DO von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr
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