Kunst als Berufung: Abschiedsvernissage für Otto Zech bei Ars Vivendi

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Gibt die Leitung des Ateliers der Troxler Werkstätten auf, nicht aber die Kunst: Otto Zech. (Foto: Janina Schulze)
Duisburg: Ars Vivendi | Bereits zum dritten Mal durfte Ars Vivendi, die Ladengalerie der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung, gemeinsam mit dem Atelier der Troxler Werkstätten aus Wuppertal die Besucher auf eine künstlerische Reise entführen. Otto Zech, der Leiter des Ateliers, feierte auf der Vernissage zugleich seinen beruflichen Abschied aus den Troxler Werkstätten.

Insgesamt 23 Werke von fünf Künstlern wurden ausgestellt. Zech ist mit seinen Workshops deutschlandweit bekannt: Er stellte bereits im Landtag aus, in Berlin, bei der Lufthansa-Stiftung, der Henkel Stiftung und anderen. Die Werke seiner Workshops finden Anerkennung in der freien Kunstwelt.

Seit 1994 ist Otto Zech Leiter des Atelier der Troxler Werkstätten und bisher habe er immer wieder verlängert, so Roselyne Rogg, Geschäftsführerin der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). „Darüber haben wir uns sehr gefreut. Jetzt sagte er jedoch, dass er wirklich aufhört, da man es ihm sonst sowieso nicht glaube. Inklusion war stets sein großes Thema, Kunst als Berufung, nicht als Beruf.“

„In Rente gehe ich noch nicht“, so Zech. „In der Kunst geht man grundsätzlich nicht in Rente." Es werde weitere Kunstprojekte geben, ein großes mit traumatisierten Kindern, verkündet er. Schließlich sei die Kunst ein wunderbares Medium für die Sozialtherapie. „Wir konzentrieren uns nie auf das, was der Mensch nicht kann, sondern immer auf das, was er kann. Wenn ich mit einem Menschen, der im Rollstuhl sitzt, male, sitzt er danach immer noch im Rollstuhl. Aber das ist auch nicht wichtig, es geht vielmehr darum, Gefühle und Gedanken auszudrücken. Und die haben wir alle gleichermaßen.“

„Wir konzentrieren uns nie auf das, was der Mensch nicht kann, sondern immer auf das, was er kann."


Indem Lebensphasen abgebildet werden, die jeder durchlebt, lässt sich klar zeigen, dass der Mensch selbst nie krank, alt, behindert oder gesund sei. „Bei der Kunst geht es nicht darum, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht“, so Zech. Vielmehr gehe es darum, ein materielles Abbild einer Lebensphase zu erschaffen. Dann spielt die Behinderung auch schnell keine Rolle mehr, und es entstehen Berührungspunkte zwischen allen Menschen. Denn jeder befindet sich in denselben Lebensphasen, eine Tatsache, die Synergien zwischen Künstler und Betrachter schafft. Nun nimmt Zech also Abschied von den Troxler Werkstätten. „Veranstaltungen zum Thema Kunst soll es jedoch weiter geben“, verrät er.

André Meisner und Matthias Dymke sorgten für die passende musikalische Untermalung der Vernissage, und „Der Kleine Prinz“, das Café-Restaurant der WfbM, lieferte kleine Köstlichkeiten. Ob Dattel im Speckmantel gefüllt mit Pistazienmarzipan, Lachstartar mit dem Duft von Himbeergeist, Perlhuhnmedaillon auf gebratener Ananas oder zum Nachtisch Tonkabohnencreme garniert mit Moccabohnen – die Spezialitäten des "Kleinen Prinzen" standen den Kunstwerken in keiner Weise nach.

Zum Lucia-Lichterfest am 10. Dezember erstrahlt Ars Vivendi, zu finden auf der Tonhallenstraße 11 in Stadtmitte, im Kerzenlicht und am 17. Dezember gibt es kostenlose Massagen und viele schöne Artikel zum Thema Wellness.

Text: Janina Schulze
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