Das Arbeitsamt wird renoviert

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Das Arbeitsamt wird umgebaut. Dies wurde in den vergangenen Tagen unter der Hand bekannt. Gab es im Gebäude der ehemals staatlichen Arbeitsverwaltung zunächst zwei konkurrierende Behörden, nämlich die Arbeitsverwaltungsagentur (nach wie vor staatlich), sowie Jobfix / Arbeitssuch- und -findedienst / Jobrotor vor Ort (jenes legendäre Mix aus Stadt Land Fluß, äh, Verzeichung: je ein Drittel Stadt, Land und Bund), hat sich diese Langzeitarbeitslosenkümmeragentur nun ein neues Domizil in der Innenstadt gesucht. „Wir haben auf einmal zu viele Räumlichkeiten,“ betont Roland Gaul, in der immer noch staatlichen Arbeitsagentur an leitender Stelle beschäftigt ist. „Das Gebäude ist noch nicht alt.Was liegt da nicht näher, als die nicht länger belegten Büros in Kleinstraumwohnungen umzuwandeln. Die kleinen Ein-Personen-Büros werden in Kleinstwohnungen für alleinlebende Langzeitarbeitslose umgewandelt. Sollte dies nicht reichen, haben wir schon vorsorglich große Schränke angeschafft. Darin gibt es jede Menge Schließfächer; zieht man sie heraus, verwandeln sie sich in Betten. In Fächern daneben können die Langzeitarbeitslosen ihre wenigen Habseligkeiten unterbringen. Nur Ehepaare und Familien erhalten ihr Quartier in einem Großraumbüro.“

Die vielfältigen Nutzen dieser Aktion liegen auf der Hand. Die Arbeitsverwaltung spart nicht nur die Unterkunftskosten bei denjenigen Arbeitslosen, die in ihren Räumlichkeiten untergebracht sind. Sie gewinnt so ein reichhaltiges Potential an arbeitswilligen Hausmeistern, die mithelfen, das leerstehende Gebäude in Schuß zu halten. So können die Hausmeister eingespart werden, die bislang beim Arbeitsamt beschäftigt waren. „Wir tun auch was für die Gesundheit der Menschen,“ betont Gaul. „Schließlich sind bei uns Rauchen und Saufen nicht erlaubt.“ Daß sich die örtliche Alkohol- und Tabakindustrie bereits über diese Maßnahme beschwert habe, sei hier nur am Rande erwähnt. Sie befürchten Umsatzeinbußen. „Wie bekommt man einen Sechserpack Bier in seine Schlafschublage,“ fragt beispielsweise Katja Bitter von der örtlichen Kaiser-Wilhelm-II-Brauerei. Der Gedanke, die Lebensgewohnheiten und Arbeitsbemühungen stärker kontrollieren zu können, scheint aber überwogen zu haben. „Sowohl unser Berufskundliches Museum wie auch unser berufskundliches Desinformationszentrum werden jedenfalls wieder gut besucht sein,“ ist sich Gaul sicher.

Dieser Text ist schon etwas älter. Bitte ihn nicht ernst nehmen: Er ist vor einigen Jahren als Lockerungsübung für meine Finger entstanden und dann unbeachtet in meiner Schreibtischschublade gelandet.

Und dann habe ich heute Morgen die Tageszeitung aufgeschlagen und festgestellt, daß nicht nur die A 59 repariert werden muß, sondern sinnigerweise auch die dazugehörige Überdeckelung vor dem örtlichen Hauptbahnhof. Ich wundere mich schon, warum die durchführenden Firmen Baumängel überhaupt zulassen und nicht von vornherein auf Qualitätsarbeit achten. Auch die Frage, warum der zuständigen Bauaufsicht die undichte Fuge nicht schon früher aufgefallen ist (schließlich ist die Bahnhofsplatte ja auch noch nicht so alt), sei hier nicht öffentlich gestellt.
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