Kaplan begeistert Jugendliche für Kirche

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Dieses Foto drückt im Prinzip eigentlich schon alles aus. Kaplan Christian Olding ist ein Teil der Firmlinge, und sie sind ein Teil der Kirche. Sie verstehen sich, sprechen die gleiche Sprache. Und genau das lieben die Jungen und Mädchen an ihrem Kaplan. Foto: Jörg Terbrüggen

Die Kirche hat sich verändert. Zumindest ist das in Emmerich so. Volle Häuser statt nur halb gefüllter Sitzreihen. Positive Schlagzeilen statt negativer Geschichten über einen so genannten „Protz-Bischof“. In der Grenzstadt ist vieles anders geworden, auch und vielleicht gerade durch Kaplan Christian Olding. „Er ist einer von uns“, beschrieb ein junger Ministrant den engagierten Kirchenmenschen. Und genau hier liegt das Geheimnis seines Erfolgs. Er kann junge Menschen mitreißen.


21 Jungen und Mädchen sitzen da gut gelaunt auf den Stufen des Altars in der Aldegundiskirche. 21 junge Menschen, die nach der Firmung der Kirche nicht einfach den Rücken gekehrt haben. „Normal ist da ja nicht“, schmunzelte Joel Wissen. „Und wenn wir mal ehrlich sind, wenn es Christian nicht gebe, hätten wir auch nicht weiter gemacht.“ Klare Worte. Olding habe ihnen den Sinn gegeben sich weiter zu engagieren. „Man kann sich öfter treffen, wir machen viele Ausflüge.“ Dass es dazu kam, dafür sorgte ein gemeinsames Wochenende in Gemen. „Dort sind wir auch als Gruppe zusammengewachsen, denn wir kannten uns wirklich vorher noch nicht so sehr.“

Jugend erzählt, was sie anbietet

Das lag daran, dass die Firmlinge verschiedene Möglichkeiten hatten, sich darauf vorzubereiten. „Wir haben uns gemeinsam überlegt, was stört uns an der Kirche. Und nörgeln kann ja jeder. Daher haben wir uns die Frage gestellt, was machen wir, um etwas zu ändern. Wir wollen unserer Gemeinde daher am kommenden Sonntag um 17 Uhr im Gottesdienst mitteilen, was wir zu erwarten haben und was wir anbieten wollen“, erläuterte Christian Olding. Und die Jugend zieht mit, redet voller Begeisterung über die sich in ihren Augen verändernde Kirche. Keine alten Zöpfe mehr, eine Sprache die begeistert. „Bei Kirche denkt doch heute jeder an alt“, meinte ein Junge aus der Gruppe „Man hat doch früher immer auf die Uhr geschaut und sich gedacht, wann ist die Zeit bald rum“, fügte ein Mädchen hinzu.

Überrascht von den Angeboten

Was aber hat Christian Olding, was andere nicht haben? „Er meint es sehr ernst mit dem Sinn Er möchte die äußere Form ändern und das ist das, was uns überzeugt. Kirche ist hier nicht mehr so langweilig dargestellt.“ Jonathan Nwankwo: „Christian kann sich besser in uns hinein versetzen, er ist so ähnlich wie wir. Er ist locker, aber nicht zu locker. Außerdem nimmt er die Sache sehr ernst.“
Nick Hausen war während der Zeit überrascht von den vielen Angeboten. „Das kannte ich überhaupt nicht. Meine Schwester hatte zwei Jahre vor mir Firmung und sie hatte das alles nicht. Jetzt ist sie neidisch.“ Chelsea Wagener liegt vor allem viel daran, dass Jung und Alt sich in der Kirche aufeinander einlassen sollen. „Sie sollen es gemeinsam fühlen und mitfeiern. Wenn man sagt, wir sind eine Gemeinde und man es nicht spürt, dann läuft etwas falsch. Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind Zeit für die Kirche zu investieren.“ Janina Hacken „Wir wollen ältere Leute begeistern, damit sie sehen, dass es auch anders geht.“

In Emmerich ist Zukunft schon heute

Am Sonntag kann jeder erfahren, was die Jugendlichen bewegt. „Die Zukunft ist nicht irgendwann. In Emmerich ist Zukunft schon heute“, so Christian Olding. Da es nicht alltäglich ist, dass sich Jugendliche nach der Firmung noch engagieren, meinte er stolz: „Ich weiß nicht, welche Gemeinde im Bistum in Sachen Firmlinge mithalten kann.“
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