Helden des Alltages: Michael Classen hat das Feuerwehrgen im Blut

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Michael Classen engagiert sich seit über 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Werden-Heidhausen. (Foto: Bangert)

Seit über 40 Jahren steht der Werdener Brandinspektor Michael Classen im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Werden-Heidhausen. Die Anzahl seiner Einsätze kann er schon lange nicht mehr beziffern. „Aber das ist gar nicht wichtig. Hauptsache, den Menschen wird geholfen“, erzählt Classen bescheiden.

Mit 17 Jahren klopfte der damalige Lehrling beim Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Werden an. Der fragte zuerst, wer er sei und was er mache. „Nach den Antworten ging alles sehr schnell“, erinnert sich der 58-Jährige schmunzelnd.
Er verpflichtete sich zum zehnjährigen Ersatzdienst bei der Werdener Wehr. „Zwischenzeitlich habe ich sogar überlegt, hauptberuflich einzusteigen.“ Aber sein Vater warnte ihn davor.
So schloss Classen seine Lehre ab und ging nach fünfjähriger Gesellenzeit in die Meisterschule, die er 1980 erfolgreich abschloss. Drei Jahre später machte er sich selbstständig.
Das „Feuerwehrgen“ war zu diesem Zeitpunkt allerdings völlig dominant. Auch nach der Zehnjahresfrist blieb Classen „seiner“ Feuerwehr treu.
„In den Anfangsjahren stand das reine Feuerlöschen im Vordergrund der Tätigkeit“, erinnert er sich. Rund 60 Einsätze absolvierte er seinerzeit pro Jahr.
Doch im Verlauf seiner ehrenamtlichen Tätigkeit veränderte sich das Aufgabenspektrum der Freiwilligen Feuerwehren. „Dank der Rauchmelder und der besseren Bau- und Haustechnik ist die Anzahl der Brände zurückgegangen.“ Im Gegenzug stiegen die technischen Hilfeleistungen an.
Dem Wandel stand und steht Classen positiv gegenüber. Zahlreiche Lehrgänge und Weiterbildungen absolvierte er in den vergangenen Jahrzehnten. „Du musst einfach immer auf dem neusten Stand sein. Wir haben es schließlich mit Menschen zu tun.“


Anzahl der Einsätze nimmt zu


Bisweilen strickte er an der Aufgabenerweiterung kräftig mit. 2001 sorgte auch er dafür, dass die Wasserrettung auf dem Baldeneysee und der Ruhr wieder „in Gang kam.“ Rund 20 Mal rücken die Wasserretter im Jahr mit ihrem Boot aus.
Auch Anzahl der Hilfe bei Verkehrsunfällen nahm zu. „Früher hatten wir für die Bergung von Unfallopfern nur eingeschränkte technische Möglichkeiten. Aber da gab es auch noch nicht soviele schwere Unfälle. Käfer und Co waren träge Kisten mit wenig PS.“
Zu einem Ansteigen der Einsätze führen zudem die Erste-Hilfe-Maßnahmen. „Mit der Verlagerung der Aufgageben hat auch die Anzahl der Einsätze zugenommen“, sagt der Brandinspektor. Heute rückt er bis zu 280 Mal im Jahr aus. Mindestens zehn Stunden pro Woche arbeitet er ehrenamtlich für die Wehr.

Kameradschaft leben


„Feuerwehr muss man leben und vorleben“, ist Classen überzeugt. Das gelte auch für Kameradschaft. Und er lebt sie besonders.Nicht umsonst führt er deswegen den größten Löschzug der Freiwilligen Feuerwehren in Essen. Sechs seiner Mitarbeiter, darunter auch Tochter und Sohn, gehören dem Löschzug mit seinen 45 Aktiven an. Mit 25 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr sei der Nachwuchs gut aufgestellt.
„Spektakuläre Einsätze? - so etwas ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass mögliche Opfer gerettet werden und die eigenen Kameraden heil nach Hause kommen“, erklärt Classen.
Lediglich der Sturm „Ela“ mit den umfangreichen Schäden habe ihn überrascht: „So etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagt der erfahrene Feuerwehrmann und Gärtnermeister Classen. Über eine Woche war er im Dauereinsatz. Während dieser Zeit stellte er den Essener Wehren auch die eigenen Fahrzeuge für die Beseitigung von Schäden zur Verfügung. Doch damit nicht genug: Die Freiwillige Feuerwehr hilft beim Aufstellen von Weihnachtsbäumen und sammelt für die Kriegsgräberfürsorge.
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