Ausgiebig über alte Zeiten quatschen

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1952 gelang der umjubelte Aufstieg in die Oberliga, ein Jahr später gegen Solingen der Gewinn des Niederrheinpokals. Foto: KTV-Archiv
 
Anfang der 1960er Jahre gelang Kettwig der erneute Aufstieg in die Oberliga. KTV-Archiv
Essen: Kettwig-Kurier |

95 Jahre Handball beim KTV werden mit Spielen der aktuellen Teams und einem Veteranentreffen gefeiert

„Die großartige Geschichte des Kettwiger Handballs darf nicht in Vergessenheit geraten.“ Zwei alte Strategen sitzen zusammen und schwelgen in ihren Erinnerungen.

Hermann Burgsmüller und Werner Dörnenburg sind ein bisschen unglücklich darüber, dass die stolze Kettwiger Handballhistorie in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geriet. Grund genug, sich für ein geselliges Beieinander stark zu machen. Doch in alten Fotos zu wühlen und von der großen Vergangenheit zu schwärmen, reichte den beiden Enthusiasten nicht. Also krempelten die beiden Handballverrückten die Ärmel hoch und telefonierten sich kreuz und quer durch Deutschland, um die überall verstreuten „Veteranen“ des Kettwiger Handballs einzuladen. Am Samstag, 9. September, wird es dann soweit sein: In der Halle des THG trifft man sich nachmittags bei Kaffee und Kuchen. Werner Dörnenburg berichtet: „Wir sitzen dann alle am großen Tisch und reden über die goldenen Jahre. Es haben sich viele Helden von früher angesagt.“

Umjubelte Triumphe

Es gibt viel zu erzählen. Die tadellosen Erfolge der Kettwiger Feldhandballer nahmen nach dem Triumph 1932 im Endspiel um die Rheinlandmeisterschaft kein Ende. Auch in den Nachkriegsjahren häuften sich die Erfolge. 1952 gelang der umjubelte Aufstieg in die Oberliga, ein Jahr später gewann Kettwig mit einem 7:6 gegen Solingen 98 den Niederrheinpokal. Nach und nach rückte der Hallenhandball immer deutlicher in den Fokus, 1977 wurde das letzte Feldhandballspiel an der Ruhrtalstraße abgepfiffen. Kettwiger wussten aber auch in der Halle zu glänzen. So wechselte Heiner Frohwein zunächst als Spieler zu Bayer Leverkusen, von dort nach Gummersbach. Als VfL-Trainer wurde Frohwein 1974 Deutscher Meister und holte mit einem 19:17 gegen Moskau den Europapokal der Landesmeister. Bekannte Spieler damals waren Heiner Brand, Jo Deckarm und Hansi Schmidt. Werner Dörnenburg knüpfte den Kontakt und freut sich: „Heiner Frohwein hat unter Vorbehalt zugesagt, immerhin ist der Mann 88 Jahre alt. Damit wäre er aber beileibe nicht der Älteste, denn Willi Monning wird jetzt neunzig. Auch Werner Stöbener und Erwin Klophaus können vom Handball der deutschen Spitzenklasse berichten.“ Beim Treffen der Helden werden gleich drei Generationen ihre Erfahrungen austauschen können. Anfang der 1960er Jahre gelang Kettwig der erneute Aufstieg in die Oberliga, Dieter Klinnert kommt mit Gattin aus Idar-Oberstein, freut sich schon riesig auf das Wiedersehen mit Horst Nüsser, Eckard Lohsin, Edgar Jäckle, Uli Zur und Klaus Diermann. Die etwas Jüngeren rund um Hermann Burgsmüller spielten bereits sowohl im Feld als auch unterm Dach. Peter Kamminga kommt aus Trier, auch Spieler wie Bernd Meyer, Hans Werner Kühnel, oder Siegfried Hoppen lassen gewiss ihre großen Erfolge Revue passieren. Die Aufstiege in die Feldhandball-Oberliga und parallel in die Verbandsliga in der Halle geben berede Auskunft über die Kettwiger Handballstärke.

Ein bunter Reigen interessanter Spiele

Aber zum 95.ten der Handballabteilung des Kettwiger Turnvereins wird beileibe nicht nur Kaffee getrunken und gequatscht. Der Verein präsentiert an zwei Tagen Handball satt. Am Samstag, 9. September, beginnen in der Halle des THG die Turniere der E- und D-Junioren. Teilnehmer sind neben den Kettwiger Teams Mannschaften vom ETB SW Essen, MTV Dinslaken und TuRa Altendorf. Ab 14 Uhr wird immer abwechselnd in beiden Altersklassen gespielt. Höhepunkt des Tages wird ab 15 Uhr das Treffen der Helden sein. Hermann Burgsmüller und Werner Dörnenburg können es kaum erwarten: „Mal ausgiebig über die alten Zeiten quasseln. Herrlich.“
Am Sonntag, 10. September, beginnt um 10 Uhr die weibliche C-Jugend gegen Olympia Fischeln, es folgen um 11.15 Uhr ihre männlichen Pendants gegen den TV Gladbeck. Um 12.30 Uhr treten die 2. Herren gegen Treudeutsch Lank II an, danach wird um 14.15 Uhr das erste Meisterschaftspiel der A-Jugend angepfiffen, sie empfängt den TV Beek. Zum Abschluss messen ab 17 Uhr die 1. Herren ihre Kräfte mit dem Verbandsligisten Treudeutsch Lank.
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