Kunst-Kleinzeche in Zollvereins "grünem Schatten" errichtet

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Essen: Reiterhof Liefke | Essen hat keine Zechen mehr? Dann wird eben eine gebaut. Die „Kleinzeche Mittendrin“ wird zwar nie Abbaurekorde aufstellen, dafür ist sie von Beginn an für jeden begehbar.

Observatorium durch Emscherkunst bekannt

Wer jetzt vermutet, dass es um Kunst geht, liegt richtig. Die niederländische Gruppe Observatorium - bekannt durch Funk und Fernsehen im Rahmen der Emscherkunst - hat die Skulptur errichtet.
Dabei ging es nicht um originalgetreue Abbildung. Einen Förderturm etwa sucht man vergebens. Die Kleinzeche soll „mittels Material und Farbe die unterschiedlichen Grundformen der umliegenden Architektur“ aufnehmen, sagen die Veranstalter von Urbane Künste Ruhr und der Stiftung Zollverein.
Die beweglichen Streben sorgen für einen luftig-leichten Eindruck. Die Spiralform des Weges findet sich wieder in der Grundform, welche sieht, wer sich auf die Bank mittendrin legt und gen Himmel schaut.
Wie zu erwarten bei einer Zeche, führt ein Schacht in die Tiefe - in Form eines spiralförmigen Stahlgerüsts, das drei Meter tief in den Boden eingelassen wurde.
Hilfreich beim Verständnis des Kunstwerks sind die Erläuterungen, die Mitarbeiter des Kollektivs den Besuchern anbieten. Zwar kann jeder zu jeder Zeit die Skulptur aufsuchen. Wer aber mehr wissen möchte über die Einbindung in die Umgebung, kommt bis einschließlich 12. Oktober von 17 bis 19 Uhr zur Adresse Am Reiterhof 28 in Katernberg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
Was die Umgebung betrifft, ließen die Leute des Observatoriums sich nicht nur vom bekannten Welterbe beeindrucken, sondern ebenso von dessen „grünem Schatten“. So wird nun auch von der Stiftung Zollverein jener Bereich nördlich der Köln-Mindener-Bahnlinie bezeichnet. „Wiesen, Wäldchen, Wasserläufe, Reiterhöfe und das Gemeindezentrum/ Jugendhaus Nord“ - so zählen die Veranstalter auf - bilde eine Art „Pendantpark“ von Zollverein. Das Welterbe und sein Schatten, getrennt durch die Bahngleise.

Aktionen bis 12. Oktober2>

Die „Kleinzeche Mittendrin“ soll eine Verbindung zwischen beiden Teilen symbolisieren. Eine Zeche mitten im Grünen. Und da die Farbe Grün häufig Folge des Bergbaus ist, folgt die Kleine den großen Vorbildern doch noch originalgetreu. Den Aushub, der bei den Arbeiten für die Skulptur anfiel, hat man nämlich so verwendet, wie wir es im Ruhrgebiet gewöhnt sind: Er bildet nun eine Halde.

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Clarissa Strömer aus Essen-Nord | 09.10.2013 | 16:26  
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