Wohnen in Gemeinschaft: Altenessener Problemimmobilie soll Mehrgenerationenhaus werden

Anzeige
Vertreter des Vereins Plan W trafen sich mit Kommunalpolitikern, um ihr Projekt vorzustellen. (Foto: Debus-Gohl)
 
Der Architekt Edmund Körner errichtete Anfang der 1920er das „Ledigenheim“ an der Seumannstraße. (Foto: Debus-Gohl)

Das größtenteils leer stehende Gebäude an der Seumannstraße ist unter dem Namen Ledigenheim bekannt, denn früher lebten dort alleinstehende Zechenarbeiter.Seit Jahren jedoch befindet sich der städtische Bau ungenutzt im Dornröschenschlaf. Der Verein Plan W e.V. schickt sich nun an, das teils denkmalgeschützte Gebäude wieder zum Leben zu erwecken.

Der etwa 5.000 Quadratmeter großen Immobilie in Altenessen-Süd sieht man die Zeit des Leerstandes an: Das Bauwerk ist stark renovierungsbedürftig. Dieser Umstand und der Denkmalschutz hielten viele Interessenten - wenn es sie denn gab - vom Kauf ab. Doch der Verein Plan W e.V. fühlt sich der Herausforderung gewachsen und hat neue Pläne für das Ledigenheim. Er präsentiert ein Wohnprojekt auf genossenschaftlicher Basis für die ehemalige „Single-Heimat“.
Zu einem Ortstermin lud Plan W e.V. ein. Pressewart Ulli Hülsmann eröffnete das Gespräch mit den Worten: „Wir möchten Sie davon überzeugen, Ihr erster Ansprechpartner für dieses Objekt zu werden.“ Doch das Gebäude wird öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Wer den Zuschlag erhält, bestimmen der Preis und das bessere Konzept, denn das ist Pflicht, um das Objekt erwerben zu können. „Es handelt sich um eine Ausschreibung, bei der nicht nur das Höchstgebot zählt, sondern auch ein Konzept vorgelegt werden soll“, erläutert Christoph Kerscht, Ratsherr der Grünen.

Plan W ist nicht planlos


Planlos ist Plan W e.V. nicht. Schließlich sucht man schon seit dreieinhalb Jahren nach einer geeigneten Immobilie, um das genossenschaftliche Wohnprojekt zu realisieren. Extra zu diesem Zweck hat sich der etwa 20 Mitglieder starke Verein gegründet. Zu den konkreten Plänen gehören altersgerechtes und barrierefreies Wohnen (rollstuhlgerecht, keine Schwellen, breite Türen, Fahrstuhl), ökologische und energieoptimierte Bauweise sowie Ver- und Entsorgung und in das Wohnprojekt integrierte Berufsausübungen.

Den „Querriegel“ könne man allein mit Vereinsmitgliedern belegen. In diesem Bereich wäre Platz für 30 bis 60 Wohnungen, erklärte Vorstandsvorsitzender Christian Otto. Für die anderen Gebäudeteile kämen weitere Wohnungen, aber auch betriebliche Nutzung in Frage. Zahntechniker Thomas Kretschmer-Rachold ist Mitglied bei Plan W e.V. und kann sich gut vorstellen, seinen Betrieb in das Ledigenheim zu verlegen.

Zukunftsvisionen


Auch Vereinsmitglied Marianne Hülsmann ist begeistert von der Immobilie und erzählt von Zukunftsvisionen mit Gemeinschaftsräumen, gemeinschaftlichem Kochen, Chor und dem Austausch untereinander.

Bevor die Visionen Wirklichkeit werden, sind einige Hürden zu meistern. Vereinsvorstand Christian Otto ist zuversichtlich: „Wir trauen uns zu, hier was zu machen, was den Denkmalschutz, aber auch die Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringt. Wir haben selbst einige Mittel zur Verfügung, brauchen aber auch noch Investoren oder weitere Mitglieder.“

Geplant ist, falls es mit dem Erwerb der Immobilie klappen sollte, das Gebäude in zwei Stufen umzubauen. Allein für die erste rechnet der Verein mit Kosten von zweieinhalb Millionen Euro - Kaufpreis nicht inbegriffen.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.