Der Überruhrer Kessing-Park als Schlaraffenland

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Essen: Ludwig-Kessing-Park |

Im Schlaraffenland sollen bekanntlich Milch und Honig fießen sowie gebratene Tauben einem direkt in den Mund iegen. In etwa so müssen sich die Schafe im Ludwig-Kessing-Park in Überruhr-Hinsel fühlen.

Ja, richtig... Schafe... im Ludwig-Kessing-Park. Es klingt abstrus, hat jedoch einen ernsten Hintergrund: den Riesen-Bärenklau, auch als Herkulesstaude bekannt. Weder Frost noch Witterung können der zwittrigen Pflanze etwas anhaben, die im Sommer schneller heranwächst als einheimische Arten. Durch den schnellen Wuchs sowie die großen Blättern wird der übrigen Vegetation
das Licht zum Leben genommen, wohingegen der Riesen-Bärenklau sich immer weiter ausbreitet. Vor allem aber kann der Saft der Staude schwere Hautverbrennungen auslösen.

Dauerhafte Lösung?

Da sich regelmäßiges Mähen als äußerst kostenintensiver und wenig nachhaltiger Lösungsansatz entpuppte, startete Grün und Gruga im Ludwig-Kessing-Park ein Pilotprojekt. Dem Riesen-Bärenklau soll mit Hilfe von Schafen zu Leibe gerückt werden. „Für die Schafe ist der Bärenklau wie für Menschen Marzipan - ein Leckerbissen“, erklärt Markus Lummel von Grün und Gruga. So gesehen befinden sich die derzeit 25 Schafe also ab sofort im Schlaraffenland. Denn die Stauden haben im Ludwig-Kessing-Park mittlerweile die gesamte Hangwiese in Beschlag genommen. Eben dort befindet sich auch die derzeitige Weidefläche. Einen knappen Hektar misst das eingezäunte Areal. Eine Fläche, die für die Mägen der Schafe keine besondere Herausforderung darstellt - schließlich lassen die Vierbeiner für den bis zu zwei Meter großen Bärenklau selbst saftigstes grünes Gras links liegen. „Die beißen den Stengel unten ab, lassen die Pflanze umfallen und verspeisen sie dann genüsslich“, erklärt Lummel , der darüber hinaus ankündigt, dass die Herde noch einmal um weitere 25 Schafe aufgestockt werden soll. „Dann sollten sie mit der Fläche in ein bis zwei Wochen fertig sein.“ Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. „Das ist eine ganz normale Auftragsvergabe“, erklärt Grün und Gruga-Sprecher Eckhard Spengler. Wenn die Fläche abgegrast ist, habe die Herde von Schäfer Sebastian Scholz ihren Auftrag erledigt. Spengler würde die Beweidung jedoch gerne dauerhaft aufrechterhalten, da nur dann die Staudenknolle nachhaltig
geschwächt würde. „Da muss man aber schauen, ob das finanziell darstellbar ist.“
Bis dahin werden sich die Schafe ihrer nächsten Aufgabe widmen: dem Büropark Bredeney, wo Grün und Gruga das Pilotprojekt fortsetzen will. Dem nächsten Schlaraffenland für Schafe.
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Jörg Zet aus Essen-Ruhr | 08.08.2013 | 13:35  
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