Tarikih e.V. unterstützt kenianischen Kindergarten

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Kindergartengruppe der 3-bis 6-Jährigen mit Betreuerinnen, dem Patron und dem Pastor Fotos: Tarikih e.V.
 
Das Dach ist rechtzeitig fertiggestellt, jetzt kann der große Regen kommen.
Die restlichen Bauarbeiten wie Schultafel, Fenster und Türen am ersten Klassenraum sind im vollen Gange und es fehlt nur noch der Fußbodenestrich. Im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe des in Überruhr ansässigen Tarikih e.V. haben die Frauen aus der Gemeinde mal wieder das Zepter in die Hand genommen und schaufeln die Fundamentgruben für den zweiten Klassenraum aus. Jetzt können auch hier die Handwerker mit dem Fundament beginnen.

Es ist Eile geboten, denn El Ninjo ist im Anmarsch. In den nächsten Tagen werden laut Meteorologenwarnungen größere Mengen Regen erwartet. El Ninjo, dieses verheerende Unwetterphänomen, hat im kenianischen Hochland in den letzten Tagen schon für katastrophale Überschwemmungen und Tote gesorgt. Nun soll dieser Sturmregen auch den Küstenstreifen erreichen. Bis dahin soll wenigstens das Dach für den zweiten Klassenraum fertig sein.
Es hat in den Morgenstunden geregnet und Roland Ströder, 1. Vorsitzender des Tarikih e.V., beschließt, heute zum Jilore Kindergarten zu fahren. Der Regen hat die Naturstraßen gut angefeuchtet, der einzige Vorteil ist, dass es nun nicht mehr staubt. Nachteil: Die Pisten sind teilweise schmierseifenglatt und vereinzelt stehen tiefe Wasserlöcher auf der Fahrbahn, die manchmal unpassierbar sind.
Links der Straße erstreckt sich der riesige Arabuko Sokoke Forest und rechts das tiefe Tal des Galana Flusses. Kurz vor dem Jilore See geht es bergab und die Neigung wird bei Regen zur echten Herausforderung, die Roland Ströder aber problemlos durchfährt. An der anderen Seite geht es nun bergauf.
„Der Kleinlaster einer Brotfabrik hatte da nicht so viel Glück, er rutschte vor ein paar Stunden, noch während des Regens, auf der glatten Piste ab und landete links am Straßenrand. Jetzt wartet er auf ein Bergungsfahrzeug, das ihn aus dem Schlamm ziehen kann. Das kann in Kenia Stunden dauern, denn hier kann man nicht mal so eben den Pannendienst anrufen. So etwas gibt es hier gar nicht“, berichtet Roland Ströder.
Vorsichtig bugsiert Ströder sein Fahrzeug auf der zum Glück nun befahrbaren Stelle an dem LKW vorbei. Oben angekommen wird er von Henry, Kontaktmann des Hilfsvereins, an der Einfahrt zum neuen Kindergarten erwartet. „Wie immer sind die Kenianer fröhlich, auch wenn es in Strömen regnet.“

Die Bauarbeiten sind
gut vorangeschritten

Die Bauarbeiten sind gut fortgeschritten und man kann schon die Ausmaße des zweiten Klassenraums erkennen. Der Vereinsvorsitzende besichtigt noch das restliche Baumaterial, welches sicher in der Kirche gelagert wird.
Pastor Patrick hat die Kindergartengruppe organisiert, die gerne für den Helfer aus Deutschland ein, zwei Lieder singen möchte. Anschließend verteilt er Bonbons und Kekse an die Kleinen.
Die Lehmhütten hinter der Kirche sind das nächste Ziel. „Henry Kitsao, Pastor Patrick und ich gehen zu einer der neuen Kandidaten, die eventuell im nächsten Jahr in unser Weiterbildungsförderprogramm aufgenommen werden. Nach einem kurzen Gespräch über Tarikih mit der alleinerziehenden Mutter und ihrer Tochter und dem Weiterbildungsförderprogramm haben wir die erforderlichen Daten aufgenommen.“
Der Weg zu einer anderen Kandidatin führt an den Ortsrand von Jilore. Auch hier ist die Kandidatin Halbwaise. Da die Mutter kein Englisch spricht, übersetzt Pastor Patrick Roland Ströders Erläuterungen und Fragen an die Kenianerin. Ebenso muss er auch ihre Antworten für ihn aus dem Kisuaheli/Giriama ins Englische übersetzen.
„Als alles verstanden war, verabschieden wir uns und bekommen zum Abschied noch einen dicken Bund Mchicha (spinatähnliches Gemüse) geschenkt, welches die Mutter in ihrem Garten anbaut und auf den lokalen Märkten verkauft. Dankeschön.“
Da dunkle Wolken den Himmel zusehends verschleiern, entschließt sich Roland Ströder dazu, nicht länger zu bleiben und verabschiedet sich nun von Henry und dem Pastor. Auf der Rückfahrt blockiert ein Traktor den Weg. Das Brotlieferfahrzeug steckt immer noch im Schlamm und soll nun herausgezogen werden. Freundlicherweise fährt die schwere Zugmaschine zur Seite und Ströder passiert vorsichtig die rutschige Piste.
Danach geht es wieder bergauf. Die Piste wird ein wenig besser befahrbar und es fängt leise an zu nieseln. Zur rechten Seite erheben sich der Bambus und die gewaltigen Zedern des Arabuko Sokoke Forest.
Nur noch wenige Kilometer trennen den Helfer aus Deutschland von seinem Zuhause, das er noch trocken erreicht. Gegen 16 Uhr wird es ungewöhnlich dunkel und es fängt kräftig an zu regnen.


Wer mehr über den Tarikih e.V. erfahren möchte, kann sich auf www.tarikih.de über alles informieren oder per E-Mail mit den Vereinsmitgliedern Kontakt aufnehmen.

„Kwaheri. Auf Wiedersehen.“
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