Gelebte Inklusion wie sie sein sollte - Messdiener zur Heiligen Familie Essen-Margarethenhöhe

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Die inklusive Messdienergruppe unter der Leitung von Franziska Gärtner (links) ist gerne für ihren Glauben im Einsatz.
 
Marius, Martha und Patrick engagieren sich sehr gerne für ihre Mitmenschen (hier mit einem der Messdienerleiter Jonas Rockel)
Fröhliche und entspannte Atmosphäre in Zeiten des Umbruchs
Über 100 Ministranten und Ministrantinnen
Was den Nachwuchs betrifft, braucht sich die Gemeinde Heilige Familie keine Sorgen zu machen. Nahezu 100 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 9 und 30 Jahren pflegen die schöne Tradition des Messedienens. In sechs Gruppen aufgeteilt werden die Rituale der Heiligen Messen „geübt“. Abläufe und Schrittfolgen werden geprobt und auch das Klingeln als Zeichen, dass etwas Besonderes am Altar geschieht, muss regelmäßig getestet werden. Genug Zeit für Gruppenaktivitäten ist selbstverständlich auch noch eingeplant, dazu später mehr…
Festlicher Beginn
Den Beginn der sonntäglichen Messe einläuten, im festlichen Gewand in akkurater Aufstellung das Kreuz und das Heilige Buch zum Altar tragen. Kerzen, die wunderschönes Licht in die Gesichter zaubern und eine Ruhe, die einkehrt, sobald ein jeder sich drauf einlässt. So schön, kann die Feier der Heiligen Messe beginnen und wer jetzt meint, dass Kinder mit Behinderungen für so etwas nicht geeignet sind, der täuscht sich.
Jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein
Denn die Messdienergruppenstunde, die von Sozialarbeiterin Franziska Gärtner, 24, geleitet wird, beweist, dass vieles machbar ist. „Wir sind selbst mit unserer Kirche groß geworden“, erzählt Franziska. „Wir finden es sehr wichtig, allen Kindern unseren Glauben vorzuleben und ihnen klar zu machen, dass nicht nur bei Geburtstagen, sondern jeden Sonntag gefeiert wird“. Diese Einstellung wird auch von Patrick Safier, 22 und Marius Luxen, 22, die inzwischen Leiter sind, unterstützt. Julia Grafers, 22 und Martha Vavilova, 9, bereichern als Teilnehmerinnen ihre jeweiligen Gruppenstunden und werden von den anderen Kindern herzlich aufgenommen. Mit ihren unterschiedlichen geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen sind die vier gerne und regelmäßig dabei. „Wir machen keinen Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen“ bemerkt Sonderpädagogik-Student Jonas Rockel, 27, der seine Bachelorarbeit über die inklusive Messdienerarbeit geschrieben hat. „Jeder hat seine für alle wichtige Aufgabe, die zu ihm passt und ist mit seinem Einsatz eine große Bereicherung für alle“. „Am liebsten trage ich das Kreuz zum Altar“ schwärmt Patrick Safier, der schon seit 12 Jahren Messdiener ist und für den diese Aufgabe eine Herzensangelegenheit ist.
Kein Problem, wenn etwas schief geht
Dass ab und zu einmal etwas nicht planmäßig läuft, tut nichts zur Sache. „Ich erinnere mich, dass ich zur Gabenbereitung einmal etwas Wasser verschüttet habe“ lacht Marius Luxen. „Oder dass einmal so heftig geklingelt wurde, dass sich eine Glocke gelöst hat und durch die Kirche gekullert ist“. „Das macht überhaupt nichts“ erzählt Franziska Gärtner. „Auch das laute „Amen“ von unserer Julia mitten in der Predigt geht mit Sicherheit in die Geschichte ein und bringt uns immer wieder zum Schmunzeln“.
Leben, so wie ich bin
Auch Marius Luxen weiß genau worum es geht: „Der Altardienst ist seit meiner Kindheit sehr wichtig für mich. Schließlich geht es immer darum für andere Menschen da zu sein und allen zu zeigen, dass ich so lebe wie ich bin“. Großen Spaß hat der junge Mann auch immer in den Gruppenstunden. Mit seinem Talent als Animateur schafft er immer eine lockere Atmosphäre, in der sehr viel gelacht wird. „Jeder ist einzigartig, das soll die ganze Welt wissen“ so Marius Luxen. „Ich wünsche mir, dass alle Menschen, auch die Bundeskanzlerin, uns akzeptiert, so wie wir sind“.
Gruppenstunden fördern die Gemeinschaft
Ausflüge unternehmen, Ballspiele, gemeinsames Kochen, Plätzchen backen, Weihnachtsmarktstand organisieren, Motto-Partys veranstalten, ins Sommerlager fahren – auch das macht das Engagement der Messdiener und Messdienerinnen in der Gemeinde Heilige Familie aus.
Tolle Jugendarbeit
Marius Luxen ist es besonders wichtig einmal zu erwähnen: „Ein ganz großes Kompliment an alle unsere Gruppenleiter! Sie nehmen sich sehr viel Zeit, um tolle Programme für uns auszuarbeiten. Die ganze „Maggihöhe“ kennt uns und ist bestimmt auch ein wenig stolz auf diese tolle Jugendarbeit.“
Wer Lust hat dabei zu sein, kann sich einfach an die Leiterrunde wenden. Infos gibt es auch auf der eigenen Homepage www.meheifa.de
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