Friede auf Erden: Weihnachts-Deko als Statement

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Michael Altenkamp vor dem Peace-Zeichen, das zugleich den Eiffelturm symbolisiert. Sohn Fynn hat bei den Arbeiten an der Leucht-Deko, die einen Durchmesser von ca. drei Metern hat, geholfen. (Foto: Debus-Gohl)

Friede auf Erden. Die Botschaft der Engel hat Michael Altenkamp auf besondere Weise umgesetzt und damit eine alternative Weihnachtsbeleuchtung geschaffen. Zugleich erinnert sie an die Pariser Anschläge vom 13. November.

Lichterketten, Lichterschläuche, leuchtende Rentiere und Weihnachtsmänner, Sterne, und natürliche Tannenbäume - dem Weihnachtsschmuck scheint kein Ende gesetzt. An der Holsterhauser Straße 187 aber hat man sich auf eine einzige Figur beschränkt: das Peace-Zeichen. Mit einem Durchmesser von drei Metern.
Was vor allem, wenn es ganz dunkel ist, die Blicke von Fußgängern, Autofahrern und U-Bahnfahrgästen gleichermaßen auf sich zieht, wurde von dem 52-Jährigen in Eigenbau gefertigt.

Erinnerung an Anschläge von Paris


Das hat Tradition, im letzten Jahr etwa schmückte ein Stern die Hausfassade. Aber nicht aus Kunststoff, denn „Plastikdeko“ mag Altenkamp nicht: „Individuelle Lösungen sind schöner. Und wir haben im Garten Bambus, der bietet sich an.“
Wer schon mal eine kleine Pflanze gesetzt hat und wenige Jahre später dagegen kämpft, das sie den halben Garten übernimmt, weiß, wovon die Rede ist: Bambus wuchert. Doch genau das macht Altenkamp sich zunutze. Er schneidet die Stangen und biegt sie in die gewünschte Form, solange sie noch frisch sind. Erst einmal ausgehärtet, sind sie äußerst stabil.

Selbstgebautes, großes Peace-Zeichen mit Eiffelturm


Und sie sind recycelbar. Aus dem Stern des letzten Jahres wurden einige Stangen jetzt wieder verwertet. Und sie sind kompostierbar: Nicht mehr gebrauchte Teile sind nicht für die Gelbe, sondern für die Braune Tonne geeignet.
Der Gedanke, statt des Sterns eine andere Figur zu bauen, kam Michael Altenkamp, als nach den schrecklichen Attentaten in Paris Mitte November der von
Jean Jullien kreierte Eiffelturm im Peace-Zeichen innerhalb kürzester Zeit weltweit bekannt war. Altenkamp: „Ich dachte, eigentlich müsste man das mal aufnehmen in der Weihnachtsdekoration - als Symbol der Solidarität und um der Lethargie etwas entgegenzusetzen.“

Bambusstangen aus dem Garten


Länge und Stärke der Bambusstangen musste noch sorgfältiger ausgewählt werden als beim Stern: „Das ist besonders wichtig bei einem runden Symbol.“ Zwei LED-Ketten mit insgesamt 320 Lichtern lassen den Friedenseiffelturm erstrahlen.
Die Idee gefällt nicht nur Ehefrau Meike Altenkamp, für die die fertige Anbringung eine Überraschung war, als sie mit der U-Bahn nach Hause kam. Auch die Nachbarn finden es gut, sogar jene, die nach der Ankündigung, etwas anderes machen zu wollen, den Wegfall des Sterns zuerst bedauert haben. Zustimmung signalisiert ferner so mancher, der im Vorbeigehen oder -fahren den Daumen hebt.
Das kann man auch nach Weihnachten noch tun, denn der Peace-Eiffelturm bleibt erst einmal im Winter, kündigt Michael Altenkamp an. Danach baut er die Figur auseinander: „Ein so großes Teil kann man schlecht lagern“.
Was immer auch zum nächsten Weihnachtsfest die Fassade an der Holsterhauser Straße schmücken wird - das Rohmaterial wächst bereits im Garten. Mit Bambusstangen für Weihnachtsbeleuchtung, sagt Altenkamp, „könnte ich die halbe Innenstadt versorgen“.

Eine kompostierbare Version der Essener Lichtwochen wären im Prinzip also durchaus machbar.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 22.12.2015 | 19:59  
Sabine Pfeffer aus Essen-Süd | 23.12.2015 | 10:26  
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