Hornbläser mit viel Puste - Hartmut Krema ist Meister im Plesshornblasen

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Hartmut Krema ist Obmann der Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft in Essen.
 
Hartmut Krema in Aktion beim Signalblasen.

Wenn es für die Waidmänner der Kreisjägerschaft in Essen auf die Jagd geht, dann dürfen sie nicht fehlen: Die Plesshornbläser.
Hartmut Krema ist bereits seit vielen Jahren dem Jagdhorn verfallen. „Hornbläser sind bei der Jagd nicht wegzudenken“, erklärt der Obmann für das Jagdhornblasen.
„Denn dadurch verständigen sich die Jäger untereinander.“
Wer das Jagdhornblasen erlernen möchte, kann das in der Kreisjägerschaft in Essen erlernen.

Das Plesshorn blasen kann von jedem in einem halbjährigen Kurs erlernt werden. Der Großteil der Plesshornbläser sind Jäger, die nach dem Jagdschein noch den Kurs für das Jagdhorn dranhängen.
Ein halbes Jahr, einmal die Woche, 45 Minuten. Solange dauert der Kurs zum Plesshornbläser der Kreisjägerschaft in Essen. „Wer die Kunst des Jagdhornblasens erlernen möchte“, eröffnet Hartmut Krema, Obmann für das Jagdhornblasen, „ist herzlich Willkommen. Jeder kann das Jagdhornblasen bei uns erlernen. Dafür muss man vorher keinen Jungjägerkurs gemacht haben.“
Auch wenn viele aus dem Jungjägerkurs gerne noch den Jagdhornbläserkurs zusätzlich belegen. „Denn auch im Zeitalter der Handys, ist bei der gesellschaftlichen Jagd zur Signalgebung immer ein Jagdhornbläser vor Ort“, erklärt Krema, „ denn Handys haben in den Waldgebieten auch nicht immer Empfang.“ Je nach Größe der Jagdgesellschaft variiert die Anzahl der Jagdhornbläser. Das Jagdhornblasen hat eine lange Tradition und kommt ursprünglich aus dem militärischen Bereich im 18. und 19. Jahrhundert, wo es etliche Signale gab, die mit dem Horn geblasen wurden. Heutzutage gibt es insgesamt 45 Signale, die seit 1968 festgelegt sind und in ganz Deutschland einheitlich sind. Jedes Tier hat ein eigenes Signal.
Hier in NRW werden die 14 wichtigsten Signale gelehrt, und das von Grund auf. „Das einzige was als Grundwissen vorhanden sein sollte“, erklärt Obmann Krema, „ist das rudimentäre lesen von Noten. Also im Prinzip fangen wir bei null an. Das wichtigste ist die Technik. Ohne Technik ist man nach drei bis vier Signalen aus der Puste. Es gibt auch Leute, die sich das Hornblasen autodidaktisch beigebracht haben. Aber bei denen ist es schwerer, die Fehler zu korrigieren.“
Wer zur Prüfung geht, der besteht sie in der Regel auch. Denn vorher wurde viel geübt. Nach bestandener Prüfung erhält man eine Urkunde, eine Medaille und einen Anstecker für den Hut, damit jeder sehen kann, dass man die Signale nicht nur versteht, sondern auch auf dem Horn blasen kann.
In der Bläserprüfung, die am kommenden Montag, 18. Mai um 19 Uhr im Haus des Waldes abgehalten wird, werden jedem Prüfling fünf zufällig ausgeloste Signale von insgesamt 14 Signalen abverlangt. „Das Signal muss klar erkennbar sein“, erläutert Krema, „gerade in der Prüfungssituation kann mal der eine oder andere Ton daneben gehen, was aber nicht weiter schlimm ist, solange man das gewünschte Signal heraushört.“ Ist dem mal nicht der Fall, fällt man nicht gleich durch die Prüfung. Dann wird man einfach am Ende, wenn alle Bläser die Prüfung abgelegt haben, ein zweites Mal vorgebeten.
Wer sich für das Plesshorn blasen interessiert, kann sich gerne bei der Kreisjägerschaft informieren und ab Mitte Oktober mal zwei bis drei Schnupperstunden mitmachen. „Heutzutage ist es auch möglich mit technischen Hilfsmitteln die Nachbarn nicht zu verärgern“, fügt Hartmut Krema hinzu.
Und: selbst Kinder ab einem Alter von 11 Jahren können mit dem Jagdhornblasen beginnen.
Wer es erstmal nur ausprobieren möchte, der bekommt ein Leihhorn.
Sein Hobby vertiefen kann jeder in einem Plesshornchor oder in einem weiteren Lehrgang im Ventilhornblasen. Dort werden noch weitere Signale einstudiert, ebenso wie ganze Musikstücke. Das ist aber unabhängig von der Kreisjägerschaft.
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