Erwachsene sind echt komisch

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Die Jüngsten eilen dem Leder hinterher, Liam hat die Nase vorn. Foto: Bangert
 
Kianoosh am Ball, der Goalgetter weiß, wo das Tor steht. Foto: Bangert

„Theo Kalkhoff“-Bambini-Turnier beim SC Werden-Heidhausen im Sportpark Löwental


Manchmal sind Erwachsene echt komisch. Sie schauen in die Luft, sehen die Wolken, wackeln mit dem Kopf und meckern sofort wieder rum: „Das gibt gleich einen Guss - so ein Mistwetter!“ Sie warten, blicken demonstrativ auf die Uhr: „Wo bleiben die bloß?“

Die angekündigten Mannschaften sind nicht alle da, drei Teams blieben offensichtlich einfach im Bett. Nachwirkungen des Italienspiels wohlmöglich? Sofort wieder Gemecker, der Spielplan muss umgeschmissen werden, die Kleinsten stehen solange ungeduldig in ihren schicken Trikots rum und warten, dass es nun losgeht. Endlich wird der Ball in die Mitte geworfen und sie stürzen los: Bambinifußball im Löwental!
Das beliebte „Theo Kalkhoff“-Jugendturnier des SC Werden-Heidhausen nimmt sich eine Atempause. War der späte Zeitpunkt Auslöser, sind die Jugendmannschaften am Ende einer langen Saison nicht mehr willig? Ursachenforschung bei den Verantwortlichen, dann die schmerzhafte Reaktion: Bis aufs Turnier der Jüngsten müssen alle anderen Altersklassen leer ausgehen. Sebastian Paas ist 2. Jugendleiter: „Im nächsten Jahr wird kräftig die Werbetrommel gerührt, dann wird’s wieder besser, versprochen!“
Die Bambini kümmert es wenig, sie sehen nur noch das runde Leder, dem sie hinterher und es dem Gegner ab-jagen wollen.

Unglaublicher Zulauf

Bei der EM streiten die Experten über falsche Neun und abkippende Sechs, zählen Ballkontakte, entdecken neue Statistiken, Dreier- oder lieber Vierkette? Erwachsene halt, die alles immer so schrecklich kompliziert machen müssen. Sollten sich mal ein Beispiel an den Kindern nehmen. Das Runde muss ins Eckige, das haben sie kapiert. Besonders schlau stellt sich da Kianoosh an, er lauert förmlich, bugsiert dann das Spielgerät mehrmals in die gegnerischen Maschen. Der SC Werden-Heidhausen tritt mit gleich vier Mannschaften an, verzeichnet unglaublichen Zulauf. Die Kinder fitschen über den Platz, mit Fairplay-Regeln, will sagen, die Kleinen brauchen keinen Schiedsrichter, regeln alles selbst. Klappt eigentlich gut, solange sich die Großen raushalten. Das fällt so manchem Papa aber verdammt schwer: „Das war doch Foul!“

Rasselbande

Kinder und Erwachsene: Levin Lojewski und Nils Teuwen liegen irgendwo dazwischen. Ihre Bambini-Zeiten sind definitiv lange her, doch erwachsen sind die beiden Teenager auch noch nicht: Mit ihrer C-Jugend wurden sie überzeugend Meister, Levin war sogar Kapitän. Nun übernehmen sie Verantwortung, sind Trainer der Rasselbande. Taktisch ausgefuchst geht ihr Team an den Start, agiert mit einer hypermodernen Sechserkette: Alle hinten, alle vorn, immer dem Ball hinterher. Ihre Spieler wollen den Großen im Fernsehen nacheifern: „Können wir auch mal mit Auswechseln spielen?“ Schrecklich gern, sagt Trainer Nils, aber es gibt ein Problemchen: „Wir haben doch gar nicht so viele Spieler...“ Dann möchte der Paul in den Kasten, stülpt sich die Torwarthandschuhe über und glänzt mit Paraden. „Klasse gehalten, Paul!“ Doch plötzlich setzt sich der gegnerische Stürmer durch, das Leder kullert zum 0:1 rein, aber das war doch vorher geschubst? Egal, unverdrossen kämpfen sie weiter, der Ball rollt über die Linie, alle brüllen „Ecke!“ Ein kleiner Knirps schnappt sich das Leder, läuft zur Eckfahne, will gerade schießen, da wird er eines Besseren belehrt: „Mönsch, ist doch für die anderen, wir haben doch ausgeschossen!“ Ja und? Komisch, die Erwachsenen und ihre merkwürdigen Regeln...

Jugendobmann

Ein Gewitter beendet das Turnier, Schirmherr Theo Kalkhoff überreicht Medaillen an alle Teilnehmer, ist gerührt über den hoffungsvollen Nachwuchs. Selbst war er von 1954 an Jugendobmann, bis 1966, dann wurde er Geschäftsführer des Clubs. Im Dezember wird er 80, stellt sich aber weiterhin an zwei Tagen als Platzwart zur Verfügung, verkauft in der Cafeteria Getränke und Süßes an Alt und Jung.
Sein aktueller Nachfolger ist Markus Graf. Der strahlt: „Super! Echt klasse, was die Kleinen so bieten. Das ist schon bewegend…“ Der SC-Jugendleiter und sein Team können stolz sein: Gleich vier Meisterschaften holten die U15 und U17 der Mädchen sowie die C1- und C2-Junioren ins Löwental. Darüber hinaus qualifizierten sich D-Junioren, C-Junioren und A-Junioren für die neue Essener Leistungsklasse, vertreten zukünftig die Werdener in dieser Eliteliga. Die Grundlage laut Graf: „Ein Super-Zusammenhalt, auch bei den Trainern!“ Er sieht die Zukunft des Vereins in rosigen Farben, auch bei den Senioren, dem immer wieder starker Nachwuchs zugeführt wird: „Was will man als Jugend mehr? Wichtig ist, dass es allen Spaß macht!“
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