Mit 66 Jahren...

Anzeige
Zum 39. Mal dabei: Nach dem Konzert nach Weihnachten in der Christuskirche posieren alle Mitgleider des KAB-Chors Essen-Altendorf 1891 für ein gemeinsames Bild.
 
Tenöre und Bässe, das sind die tragenden Stimmen der Herren, welche in den Räumlichkeiten erklingen.
...da fängt das Leben an: Dieses Motto haben die Herren vom KAB-Chor Essen-Altendorf 1891 zum Programm gemacht und singen jede Woche im Marienheim, Schhmitzstraße 8, in geselliger Atmosphäre und mit fester tiefer Stimme deutsche und klassische Lieder sowie Volkslieder.
Gegründet wurde der Chor, wie oben bereits erwähnt, im Jahr 1981 und kann seitdem auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken.
„Entstanden ist der Chor in einer für Arbeitnehmer sehr schweren sozialen, durch hohe Arbeitslosigkeit geprägten Zeit als Gesangsabteilung des Katholischen Arbeitervereins der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt im Stadtteil Altendorf“, erklärt der erste Geschäftsführer Walter Niggemann. „Die Freude am Lied sowie die Begeisterung für den Männergesang führte dazu, dass der Chor in den nächsten Jahren zu einer stattlichen Zahl von 90 Sängern anwuchs. Bereits 1905 hatte das Ensemble einen Auftritt im Essener Saalbau.“
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde über den Chor ein Auftrittsverbot bei einigen öffentlichen Veranstaltungen verhängt, was die Mitglieder jedoch nicht davon abhalten konnte, ihrem Hobby nachzugehen. Erst 1949, nach dem Zweiten Weltkrieg, konnten die Proben dann, aus Ermangelung an Räumen, wieder beginnen.
„Da die Chormitglieder nach den Wirren des Krieges über das ganze Stadtgebiet und noch weiter verstreut waren, wurde im Jahr 1975 eine Namensänderung vorgenommen und aus der Gesangsabteilung entstand der heute noch verwendete Name: Chor der katholischen Arbeitnehmer Bewegung, kurz KAB-Chor“, so Niggemann weiter.
Ein Hobby. Genau das ist es für die Herren, die mit tiefen Tenor- und Bassstimmen jeden Raum, auch wenn die Akustik einmal nicht so gut ist, zum Beben bringen. Vor allem beim Konzert nach Weihnachten, bei dem sie schon das 39. Mal dabei waren, in der Christuskirche kommt das imposant zum Tragen.
„Unsere Mitglieder sind dem Chor teilweise schon Jahrzehnte lang treu“, so der 1. Vorsitzende des KAB-Chors, Norbert Becker. „Da ist es dann absolut nicht ungewöhnlich, wenn sich jemand zum 80. Geburtstag ein Ständchen wünscht, was er in seiner Jugend gehört hat.“
Seit nunmehr auch 32 Jahren wird der Chor vom Musikdirektor Guido Lorger geleitet. Dieser hat Kirchenmusik studiert, ist der Kreischorleiter des Essener Sängerkreises und betreut auch noch andere Chöre im Essener Westen.
Momentan werden verschiedene Stücke eingeübt. Den Auftakt der Probe bilden dann zum Beispiel Lieder des bereits verstorbenen Entertainers und Komponisten Udo Jürgen: Zeig mir den Platz an der Sonne und Merci chérie sowie Mit 66 Jahren fängt das Leben an sind immer gern gesungene Stücke. Hierfür wurde eigens für den Chor das „Best of“ - Booklet angeschafft. Geprobt wird dann entweder zusammen oder jede Stimmlage einzeln, wenn manche Passagen noch nicht so ganz sitzen. Lorger gibt dann Anweisungen, wie „leicht und beschwingt“, „offen und leicht“ oder „an der Stelle nicht atmen und einen fließenden Übergang“. So werden die Stücke eingeübt, welche dann bei diversen Veranstaltungen präsentiert werden. Wer nämlich glaubt, dass es die rüstigen Herren ruhig angehen lassen, irrt gewaltig: Neben dem Konzert nach Weihnachten gastiert der KAB-Chor mit seinen Konzerten bereits seit 57 Jahren im St. Anna-Senioren-Heim in Altendorf und als Kulturträger nehmen sie zudem an zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Stadtteil teil. Auch in der Gruga, in Schonnebeck und Steele singen sie.
„Privat machen wir auch einiges“, so Niggemann weiter. „Zu nennen sind da vor allem die großen Reisen nach Ungarn, die Schweiz, Tirol und Südtirol. Nicht zu vergessen die Familienfahrten in die Rhön, den Bayerischen Wald, nach Thüringen, in den Harz oder nach Mecklenburg-Vorpommern. Zudem feiern wir in diesem Jahr noch unser 125-jähriges Jubiläum.“
Wer nun Lust bekommen hat, dem KAB-Chor Essen-Altendorf einen Besuch abzustatten, der ist sehr willkommen, dies zu tun. Geprobt wird immer montags von 20 - ca. 22 Uhr im Marienheim in der Schmitzstraße 8.
„Und keine Sorge, wer zu uns kommt, muss nicht Vorsingen oder so etwas“, erklärt Lorger im Anschluss. „Einfach zur Tür reinkommen, sich auf einen Stuhl setzen und schauen, ob das, was wir hier veranstalten, gefällt.“
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.