Punks vs. Popper

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Nichtsahnend will die Braut die Sitzordnung festlegen...
 
...als ihre Töchter, die eigene Mutter und die Freundinnen mit einem Junggesellinnenabend um die Ecke kommen.
Theater THEST präsentiert neues Theaterstück



Quizfrage: Wohin gehören Rollschuhe, die Dauerwelle und Jogging-Anzüge? Ganz genau: In die 80er. Um diesem schrägen Jahrzehnt zu huldigen, präsentiert das Theater THEST sein neues Theaterstück: „Zeitschleife in die 80er.“


Hierbei wird das Publikum mit auf eine musikalische und optische Reise in das vergangene Jahrzehnt genommen. Gezeigt wird das Stück, wieder aus der Feder von Mechthild Friedburg, im Rahmen des städtischen Kulturkooperationsprojekts. Unter dem Motto „Keine Atempause – Bewegungen und Subkulturen“ dürfen sich die Zuschauer auf ein knalliges weibliches Ensemble mit vollem Körpereinsatz, viel Charme und Selbstironie freuen.

Per Junggesellinnenabschied in die 80er

Eigentlich sollte es ja ein ruhiger Abend werden, an dem sich Simone (Andrea Weikam) und Kurt der Sitzordnung ihrer bevorstehenden Hochzeit widmen wollten. Simones Töchter Kathi (Louise Kasimier) und Melli (Anja Maria Eickmann) aus erster Ehe haben da allerdings andere Vorstellungen: Sie wollen, wie es heute üblich ist, einen ausgeflippten Junggesellinnenabschied für ihre Mutter ausrichten. Dafür wird der Verlobte kurzerhand „ausgelagert“ und Simones Mutter Marion (Walburga Lindow) und Freundinnen Nina (Sabine Mehske) sowie Maja (Anna Wobido) eingeladen. Das Thema ist dabei schnell gefunden: Es soll eine Zeitschleife in die 80er werden, Simones Sturm- und Drangzeit. Der Aufhänger des Abends ist der „Time Warp“ aus dem Musical „Rocky-Horror-Picture-Show“, denn die Braut hat damals im Jahr 1980 besagtes Musical als deutsche Erstaufführung im Grillo Theater gesehen...
Herauskommen ist dieses Mal ein buntes Stück mit vielen Aha-Erinnerungsmomenten, viel Musik, lokalen Bezügen und visuellen Eindrücken. Nicht zuletzt die fetzigen Tanzeinlagen und die eingespielte Musik sorgen dafür, dass man selbst auf der Bühne mit abrocken möchte.
Vor allem Gäste, die selbst das Jahrzehnt in Essen oder im Ruhrgebiet miterlebt haben, kommen auf ihre Kosten. Da wird zum Beispiel das damalige Jugendzentrum in der Papestraße thematisiert, in dem zahlreiche Konzert stattfanden und lokale und internationale Berühmtheiten den ein oder anderen unvergessenen Auftritt hatten. Wie etwa der Live-Auftritt von „The Cure“, Herbert Grönemeyer oder den Toten Hosen. 1980 war auch das erste Jahr, in dem das heute immer noch veranstaltete Pfingst-Open-Air in Werden veranstaltet wurde. Ausweichort dafür war ebenfalls das Jugendzentrum. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war jedem im Publikum klar, dass im Ruhrgebiet einiges los war und von gähnender Leere nicht einmal im Ansatz die Rede sein konnte. Legendär war zudem die „Hitparade“ von Dieter Thomas Heck und zahlreiche unvergessene Auftritte: Da besang Hubert Kah im Nachthemd den „Sternenhimmel“, Nena schmetterte „99 Luftballons“ und Geier Sturzflug erzählten etwas von einem ominösen „Bruttosozialprodukt“.

Bravo Mode-Tipp: „Schwarz ist heiß“.

Über die Grenzen Essens hinaus waren auch die Rocknächte im Rockpalast in der Grugahalle bekannt. Herzlichst amüsieren konnte sich das Publikum des Weiteren über die Mode der 80er, wobei die Dauerwelle nicht einmal das eigenartigste Geschenk des Jahrzehnts war. Ein Bravo Mode-Tipp war: „Schwarz ist heiß“ und bezog sich auf die damals angesagte New Wave- Bewegung. Dass sich aber Gegensätze anziehen, bewiesen zwei Jugendgruppen: Die Punker und die Popper.
Und als Simone dann noch zu einem Jane Fonda Video Aerobic vormacht, ist wohl jeder endgültig in den 80ern angekommen. Wie viel Spass dieses Jahrzehnt im Endeffekt verbreitet hat, war dem Publikum anzusehen: Bei den Musikeinlagen klatschen alle mit, beim Zeigen der Bilder wurde die eine oder andere eigene „Modesünde“ wieder ins Gedächtnis gerufen und zu „It's raining Men“ von den Weather Girls tanzten sogar Zuschauer zusammen mit den Schauspielern auf der Bühne.
Wer sich diesen Spass nicht entgehen lassen will und vielleicht nochmal an die eigenen Sturm- und Drangzeit erinnert werden möchte, kann dem Theater THESTH einen Besuch abstatten. Weitere Termine sind der 29. und 30. Oktober sowie der 01./19./20. November um jeweils 19 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro, eine ermäßigte Karte 8 Euro. Weitere Informationen gibt es auf www.theater-thesth.de. Veranstaltungsort ist das Haus Grotehof in der Raumerstraße 74.
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