Der Pflanzen-Flüsterer

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Kein Park - nur ein Garten mit viel Liebe gehegt, gepflegt - der viele Menschen anzieht. Wer hat so eine Glückshand? Ein Sizilianer mit großem Herzen. Foto: Schattberg

Migration anders - mit Mist entwickeln sich innige Freundschaften!

„Willst du mit nach Deutschland?“ Prompt entschloss sich 1966 der 23-jährige Sizilianer Carlo Montevoso, mit seinem Freund die Heimat zu verlassen. „In Deutschland fand ich sofort am nächsten Tag Arbeit bei Hochtief.“ Der 75-jährige, gelernter Betonbauer, strahlt: „Nie war ich arbeitslos; habe immer gerne malocht.“ Ein Pfundskerl. Die Sensation ist in der Umgebung sein Garten. Dort sorgen Carlo mit seiner Frau - zwei Kinder studierten -  stets für Aha-Aufsehen...



So berichteten wir bereits 2008 über Carlos ihn überragende Zucchini. Carlo misst 1.68 Meter – seine Zucchini 1.84 Meter! Angepflanzt an der Pergola, berankt mit Weinreben, schlängelte sich die Pflanze blitzartig hoch, krabbelte sich durch die Öffnung abwärts, lehnte sich mit ihrer prachtvollen Größe an die Terrasse. Wow!
Just informierten uns wieder Laubenpieper aus der Kleingartenanlage Postreitweg. „Die Rosen von Carlo und seiner Frau Sawadora sind eine Sensation. Nicht nur! Alles, was da wächst ist unglaublich.“

Nix wie hin. Nö, einen Zierrasen haben die beiden nicht – einen Nutzgarten vom Feinsten. Kein Kraut und Rüben, alles sprießt satt, super groß, schießt schnell ans Licht.
Besonders die Königin der Blumen. „Rosen lieben wir, weil die sehr schön sind, sie verströmen ihren süßen Duft, blühen lange.“
Platt bin ich, was da auf der Scholle schon klettert, wächst, aus dem Boden lugt, am Baum lockt. Rote Kirschen! „Das Bäumchen pflanzte ich voriges Jahr.“ Die ersten vier Früchte darf ich probieren. Ehrlich, ein saftiger Traum! Kletterbohnen, Kartoffeln blühen, Gurken, Erbsen mit dicken Schoten, dicke Salatköpfe, Kräuter; frisch, alles ordentlich. Wieso dieser Wuchs?

Tja, Carlo hat ein Geheimnis. „Pferdedung, Kuhmist, Taubenmist. Alles BIO.“ Seine Augen leuchten. „In Italien wohnten wir auf dem Land. Wir hatten Apfelsinen-, Zitronen-, Mandarinen-, Olivenbäume. Die fehlten mir hier. Mir macht das Gärtnern ein Riesenspaß. Wenn wir zu viele Zucchini haben, lege ich die vor den Garten zum Mitnehmen...“

75 Tomatenpflanzen  stehen im dunklen Boden stramm in Reih und Glied. „Ich ziehe die Pflanzen vorher im Treibhaus.“ Was passiert mit dem Riesenertrag? „Konzentrat. Gefüllt in über 50 Gläser. Lecker auf Pizza, Spaghetti – für viele Gerichte im Backofen.“ Nachbarn sind stets gierig auf das reine Tomatenprodukt.Schwupp zeigt er mir auf dem Handy ein besonders starkes Früchtchen. „Diese Tomate wog 940 Gramm!“

Großblättriges Basilikum wächst in Riesen-Tontöpfen. „Daraus machen wir Pesto. Mit Mozzarella – lecker.“
Bienen überall. „Gestern besuchte uns über eine Stunde ein Schwarm. Herrliches Summen“, schwärmt seine Frau. Garantiert ein Gala-Konzert für die vielen blühenden Blumen. Bienen sind Vegetarier, ernähren sich von Pollen, Nektar, Honigtau, Baumharze und Wasser.
Der naturnahe Garten scheint Bienen, Schmetterlinge magisch anzuziehen - und er wird "weiter geflüstert"...
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1 Kommentar
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 06.06.2018 | 21:07  
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