"Heute mal nicht brav" - eine verärgerte Erzieherin

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Warum jetzt auch noch Streik der Erzieher und Sozialarbeiter? Bodelschwingh-Schüler wissen ihre Arbeit zu schätzen. Foto: Privat
Streik im sozialen Dienst? Jetzt die auch noch...Weshalb denn eigentlich? Wieder Unterrichtsausfall?! Der unbefristete Streik der Erzieher und Sozialarbeiter sorgt derzeit für viele Diskussionen.
"Ich arbeite selbst als Erzieherin, jedoch nicht in der wohl bekanntesten Betreuungsform, der KITA, sondern an der Ganztagsgrundschule Bodelschwingh. An unserer Schule stehen Eltern und Kinder hinter uns und dem unbefristeten Streik."

Warum? "Sie schätzen unsere Arbeit und können verstehen, dass man für eine Leistung, die erbracht wird, auch angemessen bezahlt wird. So findet beispielsweise ein Drittklässler, dass man doch zumindest ein gutes Auto haben müsste, wenn man täglich arbeiten geht. Einige Kinder haben sogar Briefe an den "Präsident der OGS" bzw. den "Bürgermeister" geschrieben, um mit uns gemeinsam eine bessere Bezahlung und Aufwertung der sozialen Berufe zu fordern."

Aufgaben im offenen Ganztag?
"Sind vielfältig. Neben der Förderung , Betreuung und einem geplanten, situationsorientierten Angebot für bis zu 30 Kindern (!) pro Erzieherin, die mit individuellen Ansprüchen, teilweise mit Entwicklungs-Beeinträchtigungen und auch aus unterschiedlichen Kulturen in die Betreuung kommen, zählen auch Verwaltungs-und organisatorische Aufgaben. Konzeptentwicklung,Kooperation mit Schule und anderen Institutionen, AG und Personalplanungen, Gruppenzusammenstellung und Aufnahme der Kinder in die Betreuung, Elterngespräche und Hilfen, Unterrichtsbegleitung, Hausaufgabenbetreuung und vieles mehr zählen mit zum Dienstleistungsangebot einer Erzieherin im offenen Ganztag.

Wir kriegen das hin, gar keine Frage und wir begleiten die Kinder gerne in den
verschiedenen Entwicklungsstadien. Maßgeschneiderte Prokjekte und eine vielfältige Angebotsstruktur zur Entfaltung und Förderung der individuellen kindlichen Kompetenzen sind unser täglicher Arbeitsauftrag. Auch die äußeren Begleitumstände (zu wenig Räume, zu wenig Personal, kaum Geld für Material) erfordern von uns kreative Maßnahmen in Planung und Ausgestaltung der pädagogischen Betreuung.

Wir sind gut ausgebildet- Studium, Ausbildung und auch die regelmäßigen Fortbildungen im Laufe eines Schuljahres erhöhen stetig unsere Kompetenzen. Ein flexibler Blick in die Zukunft, ein situationsorientiertes pädagogisches Konzept, dass regelmäßig überprüft und verbessert wird - Qualitätsmanagment ist vorhanden.

Doch heute reicht uns kein erstaunter Blick und kein Schulterklopfen mehr - wir fordern eine angemessene Entlohnung und Aufwertung für unsere hochwertige Arbeit! Die Mitarbeiter der sozialen Dienste streiken weiter- bis uns endlich jeder hört!"
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4 Kommentare
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Sabrina Dörr aus Essen-West | 28.05.2015 | 12:33  
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 28.05.2015 | 12:57  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 28.05.2015 | 21:11  
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Ingrid Schattberg aus Essen-West | 29.05.2015 | 08:41  
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