Nach Einbruch: Schnelles Handeln!

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Was machen die Schüler der Bodelschwinghschule denn da? Spannendes siehe Artikel. Fotos: Gohl
 
Bodelschwinghschule Aufräumaktion für das Grüne-Hauptstadt-Jahr
Bodelschwinghschule geht eigene Wege – mit visionärem Ziel!

Drei Altendorfer Schulen erlebten in den Ferien scheußliche Gräueltaten von Dieben. Auch Hannelore Herz-Höhnke, Rektorin Bodelschwinghschule. Als sie die Verwüstungen im Schulgebäude entdeckte, musste sie sich abreagieren. Sie ging durch Altendorf – war entsetzt vom Dreck, Müll. Spontan in der ersten Schulwoche wurde ihre Idee in die Tat umgesetzt. Ziel mit Team: „Dass Altendorf zum grünsten Essener Stadtteil kreiert und prämiert wird…“

Unmöglich? Nicht für diese Schule. Denn, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr…werden seit langem Bodelschwingh-Schüler informiert, wie Plastik für die Umwelt schädlich ist. Das Umwelt-Theater besuchte mehrmals die Schule. Elektrisiert sind die Kinder davon so, dass sie Umwelt-Agenten werden… Wie?

Andrea Rehm, Erzieherin off, Ganztag, installiert sofort Umweltstunden. „Es geht uns ums Altendorfer Umfeld, um Müllvermeidung. Der Stadtteil soll Vorbild sein für Erwachsene. Mit unserem Handeln möchten wir das Umweltbewusstsein an Heranwachsende senden. Ziel: Nachbarn, wie auch das Berufskolleg - zu erinnern:
Butterbrotpapiere, Becher, Kippen etc. nie auf Straßen, Bürgersteige, in Büsche zu werfen. Unsere Kleinen werden die Großen ansprechen. Flyer verstärken die Aktion.“

Die Rektorin freut sich, „dass die EBE uns unterstützt, unser Programm richtig gut findet; mit Material wie Besen usw. hilft.“

Von der flotten Truppe sind die Schüler. Freitag zogen sie los, verteilten Briefe an Nachbarn und Umfeld-Straßen der Schule, wo Eltern der Kinder wohnen, dass sie aufräumen, Straßen fegen, Müll aufsammeln. „Erst im vertrauten Revier. Wir hoffen, Erwachsene werden „angesteckt; motivieren wiederum andere.“

Achtung! Zum Umweltthema erzählte Andrea Rehm im folgende Geschichte:

Beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt schlägt die Kassiererin einer bezahlenden alten Dame vor, sie möge beim nächsten Einkauf ihre Einkaufstasche mitbringen, Plastiktüten seien schlecht für die Umwelt.
„Da haben Sie Recht“ entschuldigt sich die alte Dame „doch leider war ich in Eile und habe meine Einkaufstasche entgegen meiner Gewohnheit zu Hause vergessen". Die junge Frau erwidert: „Ja wissen Sie, unser Problem ist nämlich, dass Ihre Generation sich keine Gedanken darüber gemacht hat, in welch schlechtem Zustand sie die Umwelt uns und den zukünftigen Generationen hinterlässt. Umweltschutz ist sicherlich ein Fremdwort für Sie.“

„Unsere Generation kannte keinen Umweltschutz – war auch nicht nötig. Sprudel- und Bierflaschen gaben wir an den Laden zurück. Von dort gingen sie an den Hersteller, der die Flaschen wusch, sterilisierte, auffüllte, so dass jede Flasche unzählige Male benutzt wurde. Umweltschutz kannten wir nicht…

Für unsere Gemüseeinkäufe benutzten wir Einkaufsnetze, für den Resteinkauf Einkaufstaschen. Vergaßen wir sie, so packte uns der Händler den Einkauf in braune Papiertüten, die wir zu Hause für viele Zwecke weiter verwendeten, z.B. zum Einpacken der Schulbücher, die uns von der Schule unter der Auflage, dass wir sie gut behandeln, kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Nach Beendigung des Schuljahres wurden sie wieder eingesammelt und in gutem Zustand an den nachfolgenden Jahrgang weitergereicht.

Wir stiegen Treppen, Aufzüge, Rolltreppen gab es nicht so wie heute in jedem Kaufhaus oder Bürogebäude. Wir gingen zu Fuß zum nächsten Lebensmittelgeschäft, benutzten dazu keinen 300 PS starken Geländewagen.

Wir wuschen Babywindeln, weil es keine Einwegwindeln gab. Wir trockneten Wäsche nicht in einem Strom fressenden Trockner, sondern mit Wind- und Solarenergie auf der Wäscheleine aus Hanf. Die Kleidung der Kinder ging stets an jüngere Geschwister, immer neue Kinderkleidung konnten wir uns nicht leisten.

Im Haus hatten wir ein Radio, später einen kleinen Fernseher mit einem Bildschirm in Taschentuchgröße. In der Küche gab es keine elektrischen Maschinen. Alles wurde von Hand geschnitten, geraspelt, geschält.

Als Polstermaterial für Päckchen oder Pakete benutzten wir alte Zeitungen, kein Styropor oder Plastikblasen. Der Rasenmäher wurde mit der Hand geschoben, machte keinen Krach und keinen Gestank. Das war unser Fitnesstraining, weshalb wir keine Fitnessstudios mit elektrischen Laufbändern und anderem Energie fressenden Unsinn benötigten.

Wasser tranken wir aus der Leitung, benötigten dazu keine Plastiktasse oder Plastikflasche. Unsere leeren Schreibfüller wurden wieder mit Tinte gefüllt, anstatt neue zu kaufen. Papier wurde beidseitig beschrieben. Stumpfe Rasierklingen wurden ersetzt, und nicht gleich ein neuer Rasierapparat gekauft.

Damals fuhren unsere Kinder mit dem Bus, der Straßenbahn, dem Fahrrad oder gingen zu Fuß zur Schule. Einen 24-stündigen Taxiservice der Mutter mit PS-starkem Auto gab es nicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.

In jedem Zimmer gab es eine Steckdose; keine Steckdosenleisten für unzählige Stromfresser. Wir benötigten auch kein von einem 35.000 Kilometer entfernten Satelliten gesteuertes System, um die nächste Imbissbude zu finden. Jedoch Umweltschutz kannten wir nicht.

Aber bedenken Sie: Es ist traurig, wenn die junge Generation sich darüber beklagt, wie verschwenderisch wir Alten gelebt haben, nur weil wir keinen Umweltschutz kannten? Glaubt sde wirklich, wir Alten benötigen eine Belehrung von euch Grünschnäbeln? Dann von einem Mädchen, das mir noch nicht einmal das Wechselgeld heraus geben kann, ohne die elektronische Kasse zu befragen…“

Na, was meinen Sie!
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2 Kommentare
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 29.01.2017 | 11:04  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 29.01.2017 | 13:00  
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