Nach Museumsbesuch - das Engelfieber

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  Unglaubliches von süchtigen Kleinen in KiTa St. Clemens Maria Hofbauer!

Ein Museumsbesuch ist doch nur was für Alte! Was? Die Knirpse der Altendorfer KiTa St. Clemens Maria Hofbauer Zweckverband erdolchen Sie blitzschnell mit ihren Blicken. Denn der Folkwang-Museum-Gang und das Projekt „5 Plus“ brachte bei den Vier- bis Sechsjährigen eine Lawine in Schwung, die noch immer rollt…

Richtig baff ist auch Leiterin Monika Westhoven. Seit Wochen beherrscht ein Thema die Kinder: Engel! Das kam so. „Im Folkwang-Museum wurden den Kleinen einzelne Bilder gezeigt, erklärt, unterschiedliche Maltechniken demonstriert. Im Anschluss konnten sie selbst was gestalten. Eltern waren dabei…“ Doch danach war längst nicht Schicht-Schluss. Das Projekt hatte allen Riesen- Spaß gemacht. Adventzeit stand vor der Tür. Die zündende Idee flog ein mit dem blauen Engel von Marc Chagall. Das gezeigte Bild gab wiederum den Impuls: Wie stellen sich Kinder eigentlich Engel vor?

Also ran ans Kunstwerk. „Wichtig war uns, dass sie nicht nur Engel malen, sondern auch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten kennenlernen.“ Pappmaché-Engelinnen machten den Anfang. Logisch, damit begannen die Mädchen. Als engelsgleiche „Muster“ die vier-jährige blonde, zarte Jana. Da bäumten sich prompt die fixen Jungen auf. „Wir wollen nicht nur Mädchen-Engel sondern auch Jungen-Engel“, beschwerte sich der fünf-jährige Florian. Fortan wuchsen in Wochen einzigartige Wesen auf – kurze, dunkelhaarige, dicke, kräftige, blau gekleidete Jungenengel. Die Mädchenengel frohlockten und lockten blond, langhaarig, mit goldenem Kleid. Gemeinsamkeit: Goldene Flügel.

Aber haben Engel Hände? Die fünf-jährige Johanna: „Engel müssen den Menschen helfen, um sie zu beschützen. Also haben sie Hände.“ Mehrheitlicher Beschluss: „Engel brauchen nur Flügel. Sie fliegen überall rum, beobachten alles.“

Jedoch, sicher ist sicher. Pastor Gerd Belker wurde um Rat gebeten. „Christentum, Judentum und Islam kennen Engel. So richtig beschreiben kann man sie nicht. Sie sind Geistwesen, die Boten Gottes sind. Obwohl sie zumeist geflügelt dargestellt werden, trugen sie in den ältesten Darstellungen der christlichen Kunst noch keine Flügel. Erst später kamen die Flügel hinzu. Engel haben teil am Geheimnis Gottes. Sie künden von seiner Liebe. Bieten Schutz und Geborgenheit…“

Der Essener Künstler Volker Niehusmann wurde zudem in die KiTa eingeladen. Er kommt aus der Gemeinde, ist Professor an der Musik-Folkwang Hochschule. Sein Erscheinen, seine Hilfe, seine Arbeit schaffte allen – Kindern wie Erwachsenen - ein unvergessliches Erlebnis. Der 48-Jährige malte für die KiTa-Eingangshalle an der Staffelei, auf Leinwand mit Aquarellfarben einen einzigartigen Engel nach Picasso. Die Kinder konnten ihm dabei zusehen, ihn über Farben, Techniken löchern. „Warum hält der Engel eine Feder in der Hand?“ „Weil die manchmal aus den Flügeln fällt…“ Am nächsten Tag verriet Niehusmann den Kurzen wie man Farben benutzt, aufträgt, welche zusammen passen, wie sie intensiver leuchten und vieles mehr.

Das Ergebnis ist berauschend. In der Eingangshalle schweben am Sternen-Decken-Himmel Kinder-große Engel. Aus Pappe, Kleister, Zuckerkreide wurden die Skulpturen meisterhaft modelliert. In Anlehnung an Kirchenfenster von Chagall entstanden transparente Bilder für die Fenster. Auf Wolken, an Fensterscheiben, Wänden hängen, kleben, stehen in Zimmern die Menschen-Beschützer. „Alle glauben irgendwie an Engel. Der große Freund der Menschen, der uns den Rücken stärkt“, bestätigte Martina Lindemann, Erzieherin. „Unsere KiTa steckt total im Engelfieber. Nicht nur Kinder, auch Eltern, Großeltern häkeln, basteln. Augenblicklich werden gar Engel gebacken.“ Um sie anschließend ganz zart auf der Zunge zergehen zu lassen…

Wer liebt nicht den Weihnachtsengel? Auch Pastor Belker. „Er ist ein Friedensengel. Er will uns alle Angst nehmen, ruft uns zu: Fürchtet euch nicht! Habt Mut und reicht einander die Hände. Passend dazu steht über dem Eingang der Kita St. Clemens Maria Hofbauer das Wort FRIEDEN in vielen Sprachen: Pax, Salam, Schalom, Mir, Paix, Peace, Vrede, Paz, Pace.“ Übrigens, biblisch gesehen, sind Engel geschlechtslos…

Fotos: Renate Debus-Gohl / West Anzeiger Essen
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2 Kommentare
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 21.12.2012 | 10:02  
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Dagmar Mecilioglu aus Essen-West | 21.12.2012 | 14:41  
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