Open: Ausgeflipptes Baby-Café plus Zugabe

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Babycafe, Berliner Str. 138. Auch Melitta wartet auf Eröffnung des Baby Cafés. Open im Oktober. Fotos: Debus Gohl
 
Babycafe, Berliner Str. 138 Angelika Brouwers mit ihrem Sohn Cornelius. Fotos: Debus Gohl

Das Treffen mit der Essenerin ist sehr außergewöhnlich. Angelika Brouwers öffnet die Tür - das Baby kuschelt sich an die Mama, sucht die Brust. Was ich in einer Stunde in ihrem Haus höre, erlebe, erschlägt mir oft den Atem - während der fünf-monatige Cornelius gestillt, sein Geschäft erledigt, lächelt, einschläft. Die taffe Mutter hat sieben eigene Kinder! Plus täglich fünf Tageskinder. Es kommt noch wirbeliger...

Boh, die 44-Jährige mit sechs Söhnen, einer Tochter, hat eine Superfigur...Flügge ist der Älteste. Der 22-Jährige, mit Realschulabschluss, Lehre, bezog mittlerweile eigene vier Wände. Wie schafft man also sechs Kinder rund um die Uhr im gemieteten Haus mit Garten, Mann und 14 Tieren? Meerschweinchen, Hasen wuseln allerdings draußen in einer Riesenhütte.
Die gelernte Floristin strahlt. Sie sattelte vor Jahren um - machte eine Ausbildung zur Tagespflegeperson. "Man wächst jeden Tag mit seinen Aufgaben. Schon als 14-Jährige passte ich als Babysitterin auf Kinder auf. Eigene wollte ich nie!"
Da Liebe bekanntlich Berge versetzt, änderte sie ihr Lebensprogramm mit dem richtigen Partner, einem Energieanlagen-Elektroniker.
Doch die siebenfache Mutter lebt nicht auf dem Mond sondern bleibt auf dem Teppich. "In der Gesellschaft wird so eine Großfamilie noch immer nicht gern gesehen. Leute schütteln mit dem Kopf, tuscheln: Die leben nur vom Kindergeld..." Wut steigt bei ihr hoch. "Das ist totaler Quatsch. Wir sind beide gute Verdiener. Kinderreich ist nicht gleichzusetzen mit asozial. Wir gehen richtig hart arbeiten. Unsere Kinder sind zufrieden, haben Hobbys; können sich frei entfalten. Wir sind keine Stubenhocker. Machen Urlaub. So geht's Weihnachten mit dem Großwagen nach Griechenland zu meinen Eltern. Alle!"
Angelika Brouwers weiß, wie die Realität oft mit Kindern aussieht. "In Berlin gibt es viele Baby-Cafés, da hat man die Problematik erkannt. Aber hier ist es oft so, dass man eher mit dem Hund eine Lokalität betreten kann als mit vielen Kindern."
Nicht klagen, sondern handeln ist ihr Motto. Und sie verwirklicht ihren nächsten Traum, ein flippiges Baby-Cafe, Essen-Frohnhausen, Berliner Straße 138!
Mit viel Platz, plus Räumlichkeiten für Leute, die mit dem Gedanken spielen, sich evtl. selbständig machen möchten...
"Die Räumlichkeiten wurden umfunktioniert zum Café. Vom Bauordnungsamt bereits genehmigt." Übrigens, das einzige Baby-Café, vormittags, in Frohnhausen. 92 qm, mit zusätzlichem Außenbereich und großer Spielplatzfläche, einzigartig in Essen. "Eltern, Tagesmütter können hier ab 9-13 Uhr bei freiem Eintritt klönen, frühstücken - während die Kleinen spielen, schreien, ohne dass sie doof angeguckt werden". bilanziert Angelika. "Alles ist vorhanden - von Spielsachen bis zur Nahrung."

Beginn Oktober

Achtung! Noch eine Rarität! Es ist nämlich noch Platz da. "Für den Nachmittagsbereich, ab 14 Uhr, suchen wir Leute, die sich verwirklichen, selbständig machen wollen - beispielsweise mit Spielgruppen, Krabbelgruppen, als Kinder-Fotograf/-in, für Malkurse, musikalische Früherziehung - alles was mit Kindern zu tun hat. Interessenten zahlen stundenweise eine kleine Miete."
Die Frohnhauserin ist keine Fantastin. Sie weiß: "Der Bedarf ist da. Ich wurde oft daraufhin angesprochen. Jetzt sind die Räumlichkeiten für Jedermann geschaffen."
Also, herzlich willkommen!
Interesse? Telefon 0175/1036139.
Übrigens, herrlicher Bohneneintopfduft zieht schon um 11 Uhr durch die Küche, während Klein-Cornelius noch immer selig in seinem Stubenwagen schläft - mit zartem Lächeln...
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2 Kommentare
35.201
Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 15.09.2017 | 20:00  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 15.09.2017 | 20:01  
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