Schlechte Markt-Nachrichten!

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Was hat das denn zu bedeuten... Jedenfalls nichts Gutes! Von li. Obmann Wolfgang Dotten, stellv. Marktvorstand von 26 Essener Märkten Andreas Koch, Niklas Engel... Fotos: Schattberg
 
Adieu ab Oktober von drei Märkten, v. li. Pasqual Scott, Gabi Westgardt, Andreas Koch, Anita Beresny.
Stellv. Vorsitzender von 26 Essener Wochenmärkten packt aus – und ein!

12. Juli. Dienstag. Normaler Markttag in Frohnhausen. Schluss mit lustig – mit dem zwei-jährigen Erlebnismarkt. Wir berichteten. „Hahn im Korb“ ist heute der 2. Vorsitzende aller Essener Wochenmärkte Andreas Koch. Geburtstag – 52 Lenze. Gratulationen. Doch wer Andreas Koch kennt, merkt – da stimmt was nicht. Dann lässt er die „Bombe hochgehen“… Was er sagt, lässt Schlimmes für Essen befürchten…

Seit längerem gärt es innerlich in Koch, Fleischermeister und Händler vor Ort. Jetzt bricht es raus. „Am 5. Juli habe ich meine Kündigung der Essener Wochenmärkte abgegeben.“ Klartext: Der stellv. Vorsitzende von 26 Essener Wochenmärkten hat die Nase voll. Gibt Titel ab, kommt als Händler nicht mehr auf die Märkte Frohnhausen, Margarethenhöhe, Borbeck. „Laut Information habe ich einen drei-monatigen Kündigungszeitraum einzuhalten.“

Um Himmelswillen! Kündigungsgrund für den stets engagierten Markt-Macher? „Ich bin mit der Markt-Führung und Gestaltung nicht mehr einverstanden. Ziehe daraus Konsequenzen.“ Aus zum 1. Oktober 2016.
Jesses, keine Hoffnung? „Nein, weder die Zusammenarbeit, die Kommunikation mit EVB Essener Verwertungs-Betrieben noch mit den ansässigen Markthändlern funktioniert.“

Er blättert auf: „Als „Marktveranstalter hat man eine besondere Pflicht. Man muss sich um den Markt und das Umfeld kümmern. Markt ist ein besonderes „Kulturgut“ – das anzieht; bei Städtebesuchen führt häufig der erste Gang zum Markt. Doch hier in Essen – bis auf wenige Ausnahmen, sind Wochenmärkte mittlerweile verwaist. Heißt, man setzt sich mit unseren Vorschlägen nicht auseinander…“

Die wären? „Märkte individuell zu managen und nicht nur nach Vorschrift zu verwalten. Da sehe ich keine/n kompetenten Fachmann oder kompetente Fachfrau. Der derzeitiger Markt-Sachgebietsleiter fährt lieber an Märkten vorbei!“

Quasi auf Halde liegen seit zwei Jahren unterschiedlichste Vorschläge wie für Dienstags- bis Donnerstags-Märkte verbilligte Standgelder zu erheben, dagegen Freitags- und Samstagsmärkte mit Zuschlägen zu belegen, um die Lücken in der Woche zu schließen. Ergebnis: Zuviel Verwaltungsaufwand…

Koch aufgebracht: „Wie machen das denn private Märkte – in Gelsenkirchen, Bochum, Bottrop, Oberhausen, Mülheim? Es funktioniert. Da wird sich um Märkte gekümmert mit Musik, individuellen Schließungszeiten; bei gutem Wetter gar länger. Da werden Bierzelte vom Veranstalter aufgebaut. Wir kriegen noch nicht mal Bankaufbau hin. In Frohnhausen stellen sich gar die Händler quer. Der Obmann wird in den Kompetenzen beschnitten; hat keine Handhabe, was zu fordern.“

Fakt: Fröhlichkeit sieht hinter den Kulissen anders aus. Lob fällt allerdings auf Wolfgang Fröhlich, EVB-Geschäftsführer, „der uns zwar immer unterstützt. Aber er allein kann als Veranstalter nicht alles – dafür hat er seine Leute wie Marktmeister, die nur Arbeit nach Vorschrift machen – ohne Fantasie. Eine Situation, die mir nicht mehr passt, zumal Verbände, Vereine, einige Mitglieder aus der Bezirksvertretung auch kein Interesse am Markt bekunden, ihn zu verändern. Nur über den Markt gehen, ist keine Unterstützung.“

Oktober 2016. Dann legt Koch beileibe nicht die Hände in den Schoß. Er kümmert sich um seinen Party-Service…“Ich werde mit Sicherheit den einen oder anderen auf Märkten antreffen. Nicht als Händler sondern als Privatperson. Wir bedanken uns bei unseren Kunden für jahrelange Treue, hoffen, dass die unserem Nachfolger das gleiche Vertrauen entgegen bringen.“

Moment! Fallen denn jetzt die herrlichen Vorweihnachtsaktionen auch aus, die Andreas Koch mit Wolfgang Dotten ins Leben riefen, mit Leben füllten? Koch schmunzelt vielsagend. „Ich habe einen Nachfolger. Jung, frisch, dynamisch, Junggeselle…Niklas Engel.“ Der 20-Jährige, Sohn des 1. Markt-Vorsitzenden Engel, Geflügelhof Engel, verspricht: „Ich werde versuchen, die Traditionen wie Schmücken, Nikolaus mit ganzem Herzen weiter zu führen.“

Der Weggang von Andreas Koch, seit 33 Jahren Markthändler, in Frohnhausen seit 15 Jahren, trifft Obmann Wolfgang Dotten direkt ins Herz. Dem 70-jährigen Dotten, selbständiger Kartoffelhändler seit 44 Jahren in Frohnhausen, ringt um Worte. „Ich bin tief enttäuscht, dass der Markt nicht wie gewünscht angenommen wird. Kritik fällt leicht, aber was Machen will keiner. Das tut mir wirklich weh. Ich bin tieftraurig.“ Was, wenn er auch ausfällt? „Aus!“ Für den 104-jährigen ältesten Essener Markt…
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3 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 13.07.2016 | 12:13  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 13.07.2016 | 12:17  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 13.07.2016 | 12:19  
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