Premiere im Musiktheater im Revier: Umworbene "Tosca"

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Tosca mit ihrer großen Liebe Cavaradossi (Petra Schmidt und Derek Taylor) - Puccini-Kenner wissen, wie es ausgeht... Foto: Pedro Malinowski/MiR
 
Der Opernschurke schlechthin: Scarpia (Aris Argiris) verkörpert das Böse... Foto: Pedro Malinowski/MiR
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Eine der meist gespielten Opern der Welt feiert am Samstag, 12. Dezember, 19.30 Uhr, Premiere im Musiktheater im Revier (MiR): „Tosca“ von Giacomo Puccini. Es inszeniert der junge Regisseur Tobias Heyder.

Die Geschichte ist so zeitlos wie gruselig: Zwei Künstler wollen eigentlich nur ihr Leben leben und dabei ihr Talent ausleben, doch leider sind sie in ein totalitäres System hineingeboren - und diesem können sie nicht entgehen.
So geraten der Maler Mario Cavaradossi (Derek Taylor) und die schöne Sängerin Tosca (Petra Schmidt) ins Fadenkreuz des Barons Vitellio Scarpia (Aris Argiris/Thomas Berau), der als Polizeichef des unbarmherzigen Kirchenstaates immer am längeren Hebel sitzt. Und er will beides: den freidenkerischen Maler zerstören und die schöne Sängerin besitzen...

Von Heiligen und Dämonen

„Zwangsläufig gerät einem als Regisseur der traditionelle Opernschurke in den Fokus und die anschließende Frage nach der Entstehung eines solchen Menschen. Scarpia ist der klassische Psychopath mit gestörtem Empathieverhalten, innerhalb seiner inneren Zwänge aber genauso christlich geprägt wie Tosca. Sie zieht es bei der Betrachtung der großen kirchlichen Bilddarstellungen zu den Heiligen, ihn zu den Dämonen“, erklärt Regisseur Tobias Heyder.
Und der männliche Held? „Cavaradossi ist am Anfang kein Revolutionär. Er provoziert mit seiner Kunst. Dann erhält er die Chance, sich zu bekennen und gerät in die gnadenlose Verfolgungsmaschinerie Scarpias. Dass er Tosca da mit hineinzieht, hat er sich bei seinem spontanen Entschluss gar nicht überlegt,“ so der Regisseur weiter.
Also ist Tosca das Opfer der Männer oder das Opfer der Umstände? „Tosca hat das Problem aller darstellenden Künstler. Sie muss dort auftreten, wo man sie lässt. Eine klare politische Gegenhaltung ist da schwierig zu erwarten und wer von uns will darüber urteilen? Getreu ihrer christlichen Erziehung versucht sie im Glauben aufrecht zu bleiben, doch genau das treibt sie in Mord und Selbstmord“, erläutert Heyder.

Eine der meist-gesungenen Arien

Was Giacomo Puccini nach dem Drama von Victorien Sardou vor über 100 Jahren, die Uraufführung war im Jahr 1900, schuf, war zu seiner Zeit eine sehr moderne Oper, die vor allem, weil sie Publikum ins Theater zog, erfolgreich war. 115 Jahre später weiß man, dass er eine neue Epoche der Opern-Kompositionen einläutete. Cavaradossis „E lucevan le stelle“ ist bis heute eine der bekanntesten und beliebtesten Opern-Arien überhaupt.
Und auch bei Sardou nachzulesen, lohnt sich, meint der Regisseur: „Puccini hat die Vorlage - das Drama von Sardou - stark verknappt und präzisiert. Dass dabei Informationen verloren gingen, war nicht zu vermeiden. Es ist daher hilfreich für die Ausgestaltung der Charaktere dort nachzulesen und mit den Auslassungen und psychologischer Phantasie die Biographien der Hauptakteure zu ergänzen.“

Nach der Premiere am Samstag kann man die Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini am 18. und 27. Dezember sowie am 2., 14., 16. Januar, 21. und 27. Februar sowie am 12., 20. und 27. März im Musiktheater im Revier erleben. Karten-Telefon 4097200.
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