Stolpersteine: Denkanstöße für den Alltag

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Der Bildhauer Gunter Demnig ist wieder in Gelsenkirchen unterwegs und verlegt dabei insgesamt zwölf Stolpersteine an vier Örtlichkeiten. Foto: Gerd Kaemper

Mit Gunter Demnigs Stolpersteinen, die in der Regel am letzten frei gewählten Wohnort von Opfern der Nazidiktatur verlegt werden wird dauerhaft Menschen gedacht, die früher hier gelebt haben und wegen ihren Auffassungen, ihren Neigungen, Veranlagungen und Erkrankungen verfolgt, gequält und getötet wurden.


Dabei muss man sich im Klaren darüber sein, dass es sich bei diesen Opfern nicht nur um jüdische Mitbürger handelte, sondern auch um Sinti und Roma, politisch Andersdenkende, Homosexuelle, kritische Christen, Zeugen Jehovas und Personen mit psychischen oder physischen Erkrankungen. Einbezogen werden dabei auch Menschen, denen die Flucht gelang und jene, die als letzte autonome Handlung ihrem Leben selbst ein Ende setzten.
Die kleinen Denkmale sollen nicht zuletzt auch darauf aufmerksam machen, wozu Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit und Dehumanisierung letztendlich führen können. Zur Teilnahme an den Verlegungen, die am Mittwoch, 23. Mai, an verschiedenen Örtlichkeiten in Gelsenkirchen stattfinden werden, sind alle Mitbürger herzlich eingeladen.
An vier Orten in Gelsenkirchen wird Gunter Demnig gemeinsam mit dem gemeinützigen Verein Gelsenzentrum zwölf weitere Stolpersteine in das Pflaster Gelsenkirchener Gehwege einsetzen.

Kleine Denkmale mit großer Wirkung

In Gelsenkirchen koordiniert und organisiert die Projektgruppe Stolpersteine des gemeinnützige Verein Gelsenzentrum das Projekt Stolpersteine. „Auch im nächsten Jahr sollen weitere der kleinen Denkmale in unserer Stadt verlegt werden. Darunter ist dann auch der 200ste Stolperstein, der in Gelsenkirchen an NS-Unrecht erinnern wird“ sagt Andreas Jordan, langjähriger Vorsitzender des Vereins.

Spender gesucht

Zur Finanzierung weiterer Stolpersteine und Projekte wie die Herausgabe eines Buches „Stolperstein-Geschichten Gelsenkirchen“ und der Verlegung einer so genannten Stolperschwelle im Gedenken an ermordete Zwangsarbeiter vor dem Polizeipräsidium in Buer ruft die Gelsenkirchener Stolperstein-Initiative zu Spenden auf. Mehr Infos dazu gibt es per Mail an info@stolpersteine-gelsenkirchen.de.

Das Programm am Mittwoch

Am Mittwoch, 23. Mai, verlegt Gunter Demnig an vier Orten in Gelsenkirchen Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der Nazidiktatur.
9 Uhr: Zum Gedenken an Lothar Keiner an der Koststraße 13.
9.30 Uhr: In Erinnerung an die Familie Siegfried Rosenbaum und Esther Lippens, Heinrichplatz 1.
10 Uhr: Im Andenken an die Eheleute Paula und Otto Lieber an der Ewaldstraße 29.
10.30 Uhr: Zur Erinnerung an die Familie David Löwenstein an der Horster Straße 17.
Die Veranstalter weisen darauf hin, dass im zeitlichen Ablauf der Verlegeaktionen Verschiebungen möglich sind. Interessierte sollten darum bitte jeweils ein Zeitfenster von 15 Minuten zu den genannten Uhrzeiten einplanen.
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