Sauberer Sellmannsbach - Elf Millionen Euro für neuen Stauraumkanal und Pumpwerk - Abschluss der Bauarbeiten 2019

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Oberbürgermeister Frank Baranowski (Mitte) ließ sich bei der Baustellenbesichtigung am Sellmannsbach von Ulrich Stachowiak (AGG/Gelsenkanal), Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft), Dr. Emanuel Grün (Technik-Vorstand Emschergenossenschaft) und EG-Projektleiter Dirk Hellmich (v.l.) über die anstehenden Baumaßnahmen im bereits gestarteten dritten Bauabschnitt informieren. (Foto: Emschergenossenschaft)
 
Bis 2019 sollen am Sellmannsbach ein 680 Meter langer Stauraumkanal und ein neues Pumpwerk gebaut werden. Das Foto zeigt das Absturzbauwerk in der Baugrube an der Ebersteinstraße. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Sellmannsbach |

Das Generationenprojekt Emscher-Umbau umfasst nicht nur den Hauptlauf der Emscher, sondern auch eine Vielzahl von Nebenläufen. Ziel ist es, das gesamte Emscher-System wieder zu einer naturnahen Flusslandschaft umzugestalten. Als ein Baustein dieses Projektes wird entlang des Sellmannsbachs ein Abwasserkanal gebaut und der Bach anschließend ökologisch verbessert. Dabei werden im bereits gestarteten dritten Bauabschnitt, dessen Fertigstellung bis Ende 2019 terminiert ist, rund elf Millionen Euro investiert.

Hier entstehen unter anderem ein neuer Stauraumkanal und ein neues Pumpwerk zur Weiterleitung des Mischwassers. Der Bau des neuen unterirdischen Abwasserkanals ist ein Gemeinschaftsprojekt von Emschergenossenschaft (EG) und Abwassergesellschaft/ Gelsenkanal (AGG). Bevor die Baustelle in die Winterpause geht, ermöglichte die Emschergenossenschaft gemeinsam mit den Partnern einen Überblick zum Stand der Baumaßnahme.
„Unser Emscher-Umbau ist ein einzigartiges Generationenprojekt mit Mehrwert für Mensch und Natur. Wir bringen das Leben in und an die Gewässer zurück“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.
Die Vorteile des größten Infrastrukturprojektes der Region sieht auch Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Der Emscher-Umbau ist ein Gewinn für unsere Stadt. Er bedeutet eine Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität. Wir bringen den Menschen in Gelsenkirchen ein großes Stück Natur zurück.“
Bevor die Natur sich entwickeln kann, müssen jedoch zunächst Bagger und Bohrer anrücken – für die Baustelleneinrichtung mussten auch einige Rodungen vorgenommen werden. Die Emschergenossenschaft, die Stadt und die AGG bitten Bürger und Anwohner um Verständnis für diese Maßnahme, die zur Vorbereitung der Bauflächen notwendig ist.
In Gelsenkirchen investiert die Emschergenossenschaft 845 Millionen Euro. Bereits investiert wurden 592 Millionen Euro. Gebaut wurden bislang 40 Kilometer von insgesamt 56 Kilometern an neuen unterirdischen Abwasserkanälen.

845 Millionen Euro für Emscher-Umbau in GE

Das Besondere an der Maßnahme am Sellmannsbach ist: Hier arbeitet die Emschergenossenschaft sehr eng mit der AGG zusammen. Denn das Gewässer gehört sowohl der Stadt als auch der EG. Im Unterlauf von der Einmündung in die Emscher bis auf Höhe der Hochkampstraße gehört der Sellmannsbach der Emschergenossenschaft (2,7 Kilometer), während der Oberlauf südlich der Hochkampstraße in städtischer Unterhaltung liegt (2,3 Kilometer).
Der Kanalbau am Sellmannsbach begann bereits 2013. „Nachdem wir im ersten Bauabschnitt den Stauraumkanal Alfred-Zingler-Straße fertiggestellt haben und zurzeit noch neue Druckrohrleitungen nördlich und südlich der A42 verlegen, läuft aktuell seit Ende Oktober beziehungsweise Anfang November der dritte Bauabschnitt“, sagt Dr. Emanuel Grün, Technik-Vorstand der Emschergenossenschaft.
Erstellt wird hier der 680 Meter lange Stauraumkanal Gelsenkirchen-Wiesmannstraße zwischen dem Pumpwerk Gelsenkirchen-Bismarck und der Ebersteinstraße. „Neben dem neuen Stauraumkanal entsteht zudem ein neues Pumpwerk für den Sellmannsbachkanal zur Weiterleitung des Mischwassers über die zurzeit im Bau befindlichen Druckrohrleitungen weiter im Norden“, so Dr. Grün.
Darüber hinaus baut die Emschergenossenschaft am (in Fließrichtung) unteren Ende des Stauraumkanals ein Entlastungsbauwerk mit Überlaufschwelle in das Regenrückhaltebecken Wiesmannstraße. Der Stauraumkanal selbst hat dabei einen Innendurchmesser von 2,20 bis 2,40 Meter – verlegt wird er in Tiefenlagen von acht bis 15 Meter. Die Bauarbeiten in diesem Abschnitt sind bis Ende 2019 terminiert.
Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.
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