Sport im Winter: Nicht zu schnell angehen

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Sportlicher Jahresbeginn: Im Winter sollte man sich nicht übernehmen, warnen die Apotheken. (Symbolbild)

Wenn zum Neujahrstag wieder die Silvesterraketen gen Himmel düsen, beginnt für viele zugleich das Umsetzen jüngst gefasster Vorsätze: „Mit dem Rauchen aufhören“, „früher aufstehen“ oder „endlich mehr Sport treiben“ steht oftmals ganz oben auf der Liste für 2018. „Nicht selten steht viel von dem, was man schon immer mal ändern wollte, zusammen auf der Agenda“, sagt Apothekerin Dorothee Pradel, Sprecherin der Apothekerschaft in Gladbeck. „Doch wer sich zu viel vornimmt, läuft Gefahr, am Ende keines der Ziele zu erreichen. Das ist natürlich frustrierend.“

Pradel beschreibt das Phänomen am Beispiel Sport: „Viele übertreiben es gleich zu Beginn und verlangen ihrem eher untrainierten Körper zu viel ab“, weiß Apothekerin Pradel. „Wer zu schnell vom Couch-Potato und mit einer vom Rauchen belasteten Lunge zum Marathon-Läufer werden will, bekommt ziemlich zügig die Quittung.“ Im besten Fall ist das ein ordentlicher Muskelkater, der aber zumeist nach spätestens fünf Tagen wieder abgeklungen ist. „Doch wer untrainiert bei winterlichen Temperaturen auf seiner Laufstecke Vollgas gibt, fängt sich auch häufig eine Erkältung ein“, sagt Pradel. „Dann liegen die guten Vorsätze erst einmal flach.“

Apothekerin Pradel erklärt, worauf man gerade beim Sport im Winter achten muss: „Im Winter trocknet die kalte Luft die Schleimhäute aus und bringt Kälte in die Atemwege. „Deshalb sollte man durch die Nase einatmen, um die Luft aufzuwärmen, bevor sie die Lunge erreicht. Schützt man Mund und Nase dazu noch mit einem Multifunktionstuch oder Schal, ist man für diesen Bereich schon bestens gerüstet.“ Viele Läufer sind bei kalten Temperaturen schlichtweg zu schnell unterwegs. Daher gilt: Besser langsamer laufen, um den Körper nicht zu überfordern.

Verschleppter Infekt kann lebensgefährlich sein

Auf keinen Fall soll man auf eine Mütze verzichten, so Pradel, „denn rund 40 Prozent der Wärme gehen über den Kopf verloren“. Vielen hilft eine Thermosohle in den Laufschuhen gegen kalte Füße. Zudem sei gerade im Winter der richtige Einsatz von Funktionskleidung wichtig: „Von der Unterwäsche bis zur Windjacke sollten die Materialien den Schweiß nach außen leiten.“ Baumwolle sei dazu nicht geeignet, „die saugt den Schweiß nur auf, gibt ihn aber kaum weiter, sorgt für Kälte auf der Haut und ebnet damit schnell den Weg für eine Erkältung“. Hat es einen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt, „muss man die guten Vorsätze wohl oder übel auf Eis legen und sich in Ruhe auskurieren“. Richtig gefährlich könne es werden, die Erkältung auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wer einen grippalen Infekt nicht anständig auskuriert und zu früh wieder ins Training einsteigt, riskiert eine lebensgefährliche Herzmuskelentzündung.“

Das gelte auch, wenn man Medikamente gegen die Erkältung eingenommen hat und sich dadurch wieder fit fühle. Die Arzneimittel unterdrücken die Symptome und sorgen beispielsweise dafür, dass Patienten frei atmen, nicht mehr husten und dadurch gut schlafen können. Doch trotz unterdrückter Symptome ist der Infekt weiterhin im Körper. „Der Körper braucht Ruhe, um den Infekt zu bekämpfen, bevor er sich wieder den guten Vorsätzen für 2018 stellen darf“, sagt Dorothee Pradel. Bei Fragen und Unsicherheiten zum Thema Erkältung steht das pharmazeutische Personal in der Apotheke vor Ort beratend zur Seite.

(Mit Material der Apotheken)
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