Alltagsbegleiter gesucht - Initiative "stArt in Arbeit" in Goch begleitet Flüchtlinge bei Behördengängen und mehr

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Goch: Gocher Wochenblatt |

Beim Runden Tisch Flüchtlinge in Goch engagieren sich viele Ehrenamtliche, um den neuen Mitbürgern das Einleben in der Stadt zu erleichtern. Eine Initiative ist darunter, die insbesondere junge Erwachsene bei der Jobsuche "an die Hand nimmt". Ihr Name "stArt in Arbeit". Diese bekam vor einiger Zeit Post aus Berlin: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt im Rahmen seines Programm

s "500Landinitiativen" das Projekt mit rund 10.000 Euro.

VON FRANZ GEIB

Goch. Trotz der vorbildlichen Unterstützung der jungen Menschen durch Behörden, Schulen und anderen Organisationen können nicht alle Menschen, die an den Niederrhein kommen, so begleitet werden, wie es nötig wäre. "Alleinreisende Jugendliche werden bis zum Alter von 18 Jahren betreut, danach werden sie 'ausgewildert'", schildert Elke Niedenführ die Situation, wie sie sich für die jungen Menschen vor allem beim Einstieg ins Berufsleben darstellt. Wie sich zurecht finden im Behördendschungel, der bei vielen Alltäglichkeiten unüberwindbar scheint. "Nach dem Erwerb der deutschen Sprache und dem ersten Einstieg in Praktika, Ausbildung und Arbeit tauchen viele Fragen auf, um sich überall zurecht zu finden, weiß auch Dr. Wilhelm Wehren: "Die Jungen Leute benötigen Hilfe bei Themen wie den Erwerb des Führerscheins, der Wohnungssuche, Fragen zur Sozialhilfe und anderen." Gerade die Themen Arbeit und Ausbildung seien schwierige Bereiche, wo es nicht genüge, die deutsche Sprache zu beherrschen, sondern wo es auf das Verstehen der Problemstellungen ankomme.


Planungssicherheit für das kommende Jahr 


Das Beispiel eines jungen Mannes aus Afghanistan, der bei einem Lebensmittel-Discounter eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beginnt, zeigt dass die ehrenamtlichen Tätigkeiten von "stArt in Arbeit" dass eine längerfristige Begleitung der überwiegend jungen Männer durchaus Sinn machen kann. Ansonsten hätte der junge Mann nämlich einen Großteil seines Ausbildungsgehaltes dem Jugendamt überlassen müssen, was ihn natürlich in eine finanzielle Extremsituation gebracht hätte.
Mit dem positiven Zuwendungsbescheid aus Berlin hat die Initiative nun Planungssicherheit für das kommende Jahr, die Umsetzung soll ab dem nächsten Monat bis Oktober 2018 erfolgen. Und jetzt kommen die Wochenblatt-Leser ins Spiel wie Wilhelm Wehren erklärt: "Wir suchen nun Freiwillige, die für ein oder zwei Jugendliche zur Verfügung stehen und ihnen bei der Bewältigung der täglich anfallenden Fragen helfen." Die Begleiter sollen die Menschen zunächst kennenlernen, ihre Fragen klären, ihnen beim Ausfüllen von Formularen helfen, sie bei Behördengängen begleiten, bei der Bewerbung und Suche nach einem Praktikum, einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle unterstützen, sie beim Prozess der Eingliederung in ein Unternehmen begleiten oder ganz private Dinge wir Buchführung, Versicherungen, Geldgeschäfte ordnen.
Wilhelm Wehren: "Die kulturellen und sprachlichen Unterschiede dürfen nicht zum Hindernis für eine reibungslose Integration werden. In einer umfangreicheren, persönlicheren Begleitung, als es behördlich leistbar ist, sollen Migranten und Betriebe deshalb unterstützt werden."

Zwei bis drei Stunden pro Woche

Der Aufwand, den die Freiwilligen für die Begleitung der jungen Migranten leisten sollen, ist überschaubar, so Wilhelm Wehren: "Den Umfang schätzen wir im Mittel auf zwei bis drei Stunden in der Woche." Vor dem Einsatz erfolgt jeweils eine Einweisung, und die Gründungsmitglieder von "stArt in Arbeit" stehen den Begleitern jederzeit zur Verfügung. Sogar eine kleine Aufwandsentschädigung ist möglich.
Interesse? Dann bitte umgehend melden unter Telefon 0160/92989032 oder per Mail an willi.wehren@web.de Engagierte Flüchtlingsarbeit leisten (von links): Monika Riße, Elke Niedenführ, Dr. Wilhelm Wehren und Stefanie Finkler.Foto: Steve "stArt in Arbeit" ist eine Initiative beim Runden Tisch in Goch. Dieser besteht aus Ehrenamtlichen und Vertretern von Organisationen und der Stadt und befasst sich seit zwei Jahren mit zugewanderten Flüchtlingen, und bietet so eine Plattform zur Koordination der Flüchtlingsunterstützung. Bisher konnte die Gruppe für über 40 Flüchtlinge Datenbögen für die Arbeitsverwaltung ausfüllen und der Bundesagentur für Arbeit übermitteln. Damit ist eine Registrierung der Suchenden gegeben und eine Beratung zu Sprachkursen und Integrationskursen kann beginnen. Die ersten Migranten haben nun gute Sprachkenntnisse erlangt, nun soll die Vermittlung in Praktika, Ausbildung und Arbeit erfolgen. Dazu soll "stArt in Arbeit" dienen. Gewinner sind am Ende alle: Es profitieren Flüchtlinge, Betriebe, letztlich die Gesellschaft. Gewinner sind alle
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