Die Habgier: Eine Unart des Menschen oder ein Segen...?

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  Goch: NRW | Alle Elemente einer Charakterstruktur formen den Menschen.

Wir teilen jene Strukturen ein in gute und schlechte Elemente, wobei wir uns gar nicht im Klaren sind, dass es auch die schlechten Anteile sind, die uns ein Zusammenleben ohne Eskalation ins Uferlose ermöglichen lassen. Dies mag jeder Zeitgenosse natürlich dahingehend selbst werten, wann die Uferlosigkeit beginnt, und wie hoch das Maß der Erträglichkeit des Einzelnen gesteckt ist. Doch die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass sich alles kontinuierlich von selbst reguliert, auch wenn es hierzu seine Zeit benötigte.

Eines der wichtigsten Dinge der Selbstregulation stellt die Habgier dar, so suspekt sich das auch anhören mag.

So gab und gibt es Dynastien und Volksgemeinschaften, die auf grausamste Art ihre Macht offenbaren, und denen jedes Mittel Recht ist, diese Position zu erhalten oder auszubauen, doch auch deren Lebensdauer war stets begrenzt. Zumeist nur für Jahrzehnte, und in seltenen Fällen über Jahrhunderte. Sehr anschaulich finden diese Prozesse im gerade in den Nahen Osten statt. Dabei ist die Gier jenes Element, das alle diese Konflikte schürt, und trotzdem am Ende reguliert. Der erste und zweite Weltkrieg sind klassische Beispiele hierfür. Die Gier nach Einfluss und Macht, andernorts teilweise durchsetzt mit religiösem Fanatismus sind die treibenden Kräfte. Wobei die Religiosität vorgeschoben, und als Instrument missbraucht wird.

Insofern steht außerfrage, dass die Habgier im politischen Bereichen sich selten als segensreich auswirkt. Allenfalls für einen erlesenen Kreis, der durch Gewaltmaßnahmen eigene Vorteile für sich herausschlägt. Die Masse der zivilen Bevölkerung bleibt dabei immer auf der Strecke.

Doch die Gier beginnt natürlich schon auf kleinster Ebene. Man stelle sich einen Strauch vor, der von Maden befallen ist. Zuerst waren es nur einige Dutzend Engerlinge, die mit dem Fraße begannen. Doch in ihrer Maßlosigkeit und dem Überangebot an saftigen Blättern beginnen sie, sich unkontrolliert zu vermehren. Irgendwann wimmelt es nur noch auf dem Gesträuch und schon nach kurzer Zeit ist der Kahlfraß komplett. Das ist schließlich der Zeitpunkt, an dem jenes Madenvolk ein Problem bekommt. In ihrer eskalierenden Maßlosigkeit haben sie sich ihrer Lebensgrundlage selbst beraubt, verhungern und sterben letztendlich ab. Der Strauch jedoch wird im nächsten Frühjahr erneut austreiben, und hat diese kurze Periode der Gier der Maden schadlos überlebt.

Nun entspricht es irgendwie der Logik, diesen Vorgang auf den Menschen und seiner Lebensgrundlage, dem Planeten Erde, zu übertragen. Die Maßlose Ausbeutung aller Ressourcen und der Trieb von Macht und Einfluss werden es sein, bis dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem sich die Erde selbst vom Parasiten Mensch regenerieren wird.

Erneut wird es die Gier gewesen sein, der zu einer Selbstregulation führte!!

Natürlich kann man diesen Prozess der Regulation auf die derzeitigen Situationen übertragen. Etwa auf den VW-Konzern, dem jenes Habgier und Machtstreben in eine Situation brachte, in der um die nackte Existenz gebangt werden muss! Sie konnten den Hals nicht voll genug bekommen und wurden immer mutiger, bis dass zu kriminellen Vorgängen gegriffen wurde. Dabei wäre es so einfach gewesen, wenn man schlicht der Logik Beachtung geschenkt hätte:

Die eigene Habgier bewirkt, dass früher oder später alles herauskommt. Demzufolge reguliert sich durch die Habgier alles von allein, denn die Gier entlarvt und bestraft die Gierigen.

So gab es da eine kleinere Metropole, die über 100 Millionen Schulden angehäuft hatte. Alle fragten sich, wie das überhaupt zustande kommen konnte, zumal sich der größte Teil erst in den letzten Jahren angehäuft hatte. Es mag sein, dass es die offensichtliche Gier gepaart von Unvermögen war, das sich die Bürger abwandten. Die Bürger gingen zur nächsten Wahl entweder nicht hin, oder straften die Verantwortlichen mit Nichtwahl ab.

Erneut wird es die Gier gewesen sein, der zu einer Selbstregulation führte...

In den Annalen steht geschrieben, dass jene fiktive, kleine Ortschaft einen neuen Bürgermeister bekam. Ich wünschte jenem Magistrat Kraft und Darreichungsresistenz, vergangene Verfehlungen aufzudecken, zu verfolgen und zu publizieren. Ich bin da zuversichtlich.

Denn auch er wird wissen: Die Gier entlarvt und bestraft die Gierigen. Sie bewirkt eine natürliche Regulation vor der Überhandnahme einer Gruppe, die auf Eigeninteresse fixiert ist.

Fotos: Pixelio; Thorben Wengert, Meltis, Querschnitt
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2 Kommentare
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 12.10.2015 | 19:41  
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Kurt Nickel aus Goch | 12.10.2015 | 20:27  
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