Hauptschule Pfalzdorf läuft aus - Verhoeven: "Eine Schande!"

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Goch: Gocher Wochenblatt |

Die drastischsten Worte kamen nicht etwa aus dem Plenum, sondern von der Zuschauerempore: Mit „Eine Schande ist das“! wollte sich Johannes Verhoeven (CDU Pfalzdorf) gar nicht mehr beruhigen, nachdem der Schulausschuss im Rat der Stadt Goch am Donnerstag Abend die Schließung der Pfalzdorfer Hauptschule St. Martin beschloss.

Aber auch andere waren der Meinung, dass der vom BürgerforumGoch und SPD Goch eingebrachte Antrag zur Schließung der Hauptschule zu früh kam, mit Herbert Marks (SPD Goch) sogar einer aus den eigenen Reihen: „Man hätte noch abwarten können, was die Anmeldezahlen im kommenden Frühjahr gebracht hätten.“
Doch das Abstimmungsergebnis im Schulausschuss setzte ein klares Signal gegen die Schule: Mit 11 gegen 8 bekam der auch von der CDU-Fraktion favorisierte Handlungsweg im Ausschuss eine eindeutige Abfuhr erteilt.
Mitentscheidend dürfte unter anderem der Vortrag von Angelika Platzen gewesen sein.

Nur noch drei Fünferklassen in Hauptschulen


Die Schulrätin führte aus, dass von ehemals 21 Hauptschulen im Kreis Kleve derzeit nur noch drei Fünferklassen aufgenommen haben, zwei davon in Goch: „Das Schulgesetz sagt klar aus, dass Hauptschulen zweizügig laufen müssen. Trotz Qualitätsoffensive und gebundenen Ganztag ist es uns nicht geglückt, Eltern von einer Anmeldung an diese Schulen zu überzeugen.“
Achtzehn Schüler pro Schuljahr seien die unterste Grenze, und auch das sei nur geduldet, für den Fall, dass eine Hauptschule in einem Ort die einzige weiterführende Schule sei: „Das ist in Goch nicht der Fall!“
Kooperationen mit der Gustav-Adolf-Hauptschule, um den Schulstandort zu halten, wie ihn Katharina Verhoeven-Scholz (CDU) anregte, zündeten nicht, dafür sei das Lehrpersonal nicht gegeben und die Wege -Schüler und Lehrer müssten zwischen beiden Schulen pendeln- zu weit: „das mag an Gymnasien mit vielen Schülern funktionieren, aber nicht bei Schulen mit geringen Schülerzahlen.

Schulen sollten nicht länger als zwei Jahre sterben


Denn die Anzahl der Lehrer richtet sich an der Anzahl der Schüler.“ Abschließend mahnte sie noch: „Länger als zwei Jahre kann man eine Schule nicht sterben lassen, weil ich dann die Lehrer nicht mehr habe.“
Die Ausführungen von Angelika Platzen gaben für Jürgen Stoffelen von der ZIG und Hilde Fielenbach-Hensel (Bündnis 90/Die Grünen) den Ausschlag sich dem BFG/SPD-Antrag anzuschließen. Katharina Verhoeven-Scholz erinnerte zwar noch daran, dass es einen Ratsbeschluss gäbe, nachdem jährlich die Schülerzahlen abgefragt werden müssten, doch letztendlich stand ihre Fraktion alleine da.


"Irgendwann erkennen, dass es nicht mehr geht"


Ulrich Knickrehm: „Wir wissen, dass wir uns mit unserem Antrag unbeliebt gemacht haben, aber irgendwann muss man erkennen, dass es nicht mehr geht. Wir wollten die Schule nicht einfach schließen, sondern es selbst in der Hand haben , die Schule planvoll auslaufen zu lassen.“
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