Grüne mahnen fundierte Entscheidung zur Wasserversorgung an

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Den Grünen liegt die Trinkwasserversorgung in Hagen als Teil der Daseinsvorsorge am Herzen. Daher ist nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern vor allem die Einflussmöglichkeit auf die Qualität des Wassers ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine zukünftige Lösung. Zu viele Fragen sind noch offen, meinen Die Grünen nach einem intensiven Diskussionsabend zur Zukunft des Trinkwassers in Hagen. Daher fordern sie weitere Informationen und mehr Beratungszeit für die Ratsmitglieder.

Für zwei Stunden waren die Veranstaltung und die Mitgliederversammlung der Hagener Grünen angesetzt. Auch nach drei Stunden waren noch längst nicht alle Meinungen ausgetauscht. Trotz reger Argumentation der Gäste von Enervie und WBH sowie des Oberbürgermeisters blieben noch viele Fragen offen. „Für uns ist die Sache noch nicht entscheidungsreif“, lautet am Ende ein mit größter Mehrheit getragener Beschluss. Sollte eine Entscheidung zu treffen sein, bevor wichtige Bedenken ausgeräumt werden, könne man sich nur für einen Erhalt und die Ertüchtigung des Wasserwerkes Hengstey unter Führung der Enervie aussprechen heißt es bei den Grünen weiter.

„Die Option, die Wasserversorgung in die Hände der Wirtschaftsbetriebe Hagen zu legen ist für uns nur insofern bewertbar, als sie das Unternehmen Enervie gefährdet“, erläutert Kreisverbandssprecher Frank Steinwender. „Zu den Auswirkungen auf das Kerngeschäft der Wasserversorgung kennen wir nach wie vor keine Zahlen und Fakten.“

Einleuchtender erscheint da schon die Lösung einer Beteiligung am Verbund „Wasserwerke Westfalen“ Allerdings sind dazu die Risiken und manche Zahlen noch unklar. „Es gibt zwar die Verpflichtung, dass bei den Anteilseignern kommunale Mehrheiten herrschen müssen. Die DEW 21 als großer Gesellschafter hat allerdings einen RWE-Anteil von 47%. Gelsenwasser ist ein Mischkonzern mit Beteiligungen von Duisburg bis Dresden und vom Chemiepark Bitterfeld bis nach Tschechien, Polen und Frankreich. Wie viel Einfluss haben Hagener Vertreter da noch auf unsere Wasserversorgung? Was passiert, wenn andere Anteilseigner in finanzielle Schwierigkeiten geraten und welche Kostenrisiken kommen aus dem Verbund auf die Enervie zu“, fragt Frank Steinwender besorgt. „Wir können die Ratsmitglieder nur auffordern, ihre Entscheidung auf einer sachlich ausgewogenen und soliden Grundlage zu treffen. Durchaus sinnvolle Fristsetzungen des Ministeriums dürfen nicht dazu benutzt werden, den Rat zu übereilten Entscheidungen zu drängen.

Co-Sprecherin Christa Stiller-Ludwig ergänzt: Auch wenn hohe Investitionskosten für eine vierte Aufbereitungsstufe notwendig sind: Immerhin sind die technischen Anlagen in unserem Wasserwerk Hengstey bereits für 16 Millionen Euro auf modernsten Stand gebracht worden und deshalb für die nächsten 40 Jahre betriebsbereit. Dieses investierte Kapital sollte man für den Bürger nutzen und nicht durch Stilllegung vernichten.“
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