Nur geträumt

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Glück auf!
Gestern war der 8. März. Ich war wie jeden Tag in die Redaktion gekommen. Auf meinem Schreibtisch stand eine kleine Vase mit einem Sträußchen Alpenveilchen, rote Alpenveilchen mit einem Zweig Asparaghus. Daneben lag eine kleine Ansteckblume, eine von diesen hübschen Sebnitzer Kunstblumen, die wir jedes Jahr am 8. März geschenkt bekamen. Die Kollegen waren heute zeitiger in die Redaktion gekommen und hatten schon Frühstück gemacht: Frische knackige Brötchen mit Mett und diesem köstlichen Schinken, den die Metzgerin, wenn man sie gut kannte, sonst nur von unter dem Ladentisch über die Theke schob. Bis zum Mittag redigierte ich ein paar Texte, dann wurde gefeiert. Unsere Männer ließen sich da immer eine Menge einfallen. Stephan las eine seiner pulitzerpreis-verdächtigen Glossen über den Kampf der Geschlechter vor, Bernd hatte sich in ein Elvis-Kostüm gezwängt und spielte Luftgitarre, André blieb heute mal ganz ruhig. Und der Chef verteilte an uns Frauen Sonderprämien dafür, dass es uns gab.
"Wo bist du gerade?", stupste mich mein Kollege Stephan an. Ich lachte: "Beim Frauentag ... vor 30 Jahren."
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