Gerburgis Sommer erhält Ehrenamtspreis des Bistums Münster

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Bischof Felix Genn freute sich, den diesjährigen ersten Preis an Gerburgis Sommer vergeben zu können.

Das Ehrenamt hat viele Gesichter. Ohne den selbstlosen Einsatz vieler engagierter Mitbürger könnte heute der Bedarf an Mitarbeitern im sozialen Bereich kaum noch abgedeckt werden. Das betrifft in besonderem Maße auch die Integration von Flüchtlingen. Die Halterner Journalistin Gerburgis Sommer hat mit einem ganz besonderen Projekt dazu beigetragen.

Zusammen mit Mitstreitern aus dem Asylkreis der Stadt und Geflüchteten stellte sie eine Ausstellung ganz besonderer Art auf die Beine. Jennifer Grube vom Fotostudio Augenblick machte die Bilder, Michaela Kruse-Harbott von den Guten Botschaftern gestaltete das Design.

“Schau mich an - Gesicht einer Flucht “

“Gesicht einer Flucht“ heißt das Ausstellungsprojekt, dass die Halternerin ins Leben gerufen hatte. In regelmäßigen Abständen ließ sie Geflüchtete ihre zum Teil dramatischen Lebensgeschichten erzählen und veröffentlichte diese zusammen mit einem schwarz-weiß Portrait in der örtlichen Presse. Etwa 15-20 Stunden Arbeit pro Woche investierte Sommer in das Projekt, das sie selbst als Wundertüte bezeichnet.

Dabei ging es aber nicht nur um Flüchtlinge der aktuellen Flüchtlingswelle, sondern auch um Menschen, die aus der damaligen DDR zu uns geflüchtet sind oder auch Kriegsopfer der Nazizeit. Im Laufe der Zeit ist daraus ein wirklich großes Projekt entstanden, das Gerburgis Sommer schließlich auf Stellwänden im Rathaus ausstellte und auch hier schon gebührenden Beifall für Ihren Einsatz erhalten hatte. Trotz der Auszeichnung mit dem Ehrenamtspreis ist es noch nicht am Ende angekommen und Sommer ist gespannt auf die weitere Entwicklung. Schon jetzt gibt es eine Kopie der Ausstellung. Die Banner wurden schon dreißig Mal aufgestellt und für die nächsten Monate gibt es bereits Buchungen aus anderen Bundesländern.

Ehrenamtspreis des Bistums Münster

Bischof Felix Genn freute sich, den diesjährigen ersten Preis an Gerburgis Sommer vergeben zu können. Mit ihrem Einsatz hatte sie die Jury überzeugt, die es wahrhaftig bei der Vielzahl der Bewerbungen nicht leicht hatte sich für die drei Besten zu entscheiden. 115 Ehrenamtler hatten sich mit ihren Projekten für den mit insgesamt 10.000 € dotierten Preis beworben. Die Jury, die aus dem Generalvikar Norbert Köster, der Vorsitzenden des Diözesankomitees der Katholiken, Notburga Heveling, Christoph Haverkamp und Susanne Deusch vom Diözesankomitee und dem Chefredakteur der Zeitschrift Kirche+Leben bestand, ermittelten die Preisträger. Der zweite Platz ging an die Ausbildungspaten des Kreises Recklinghausen. Platz drei konnte an die Katholische Junge Gemeinde (KJG) aus Ochtrup verliehen werden.

Zur Preisverleihung waren mit der Initiatorin viele der Flüchtlinge, die in der Ausstellung zu Wort gekommen sind, mit in die Redaktionsräume von Kirche+Leben angereist. Ohne ihren Mut, ihre ganz persönliche Geschichte veröffentlichen zu lassen, hätte das Projekt nicht stattfinden können. Sie freuten sich mit der Preisträgerin.

Mit ihrer Aktion hat die engagierte Journalistin dazu beigetragen, Fremden ein Gesicht zu geben und sie nicht auszugrenzen. “Auch Gott schaut uns an,“ erwähnte Bischof Genn in seiner Rede bei der Preisverleihung.
Das Bistum Münster und das Diözesankomitee der Katholiken vergaben diesen Preis in diesem Jahr gemeinsam.
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