Niederwenigern will Pastor Quint behalten – Schon über 1.900 Unterschriften

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Pastor Mirco Quint vor dem Dom bei Beendigung der Sanierung im April 2017
Hattingen: Niederwenigern | Enttäuschung und Wut im Dorf über die angekündigte Versetzung
Die Bekanntgabe der Versetzung von Pastor Mirco Quint gegen seine Willen aus der Gemeinde St. Mauritius in Niederwenigern hat viele Bewohner des Ortsteils in Rage versetzt.

In Niederwenigern scheint die Welt aus den Fugen geraten zu sein. Der Mauritiusdom ist nach langer Renovierung gerade fertig gestellt. Der durch zahlreiche kreative Ideen dazu aufgebrachte finanzielle Eigenanteil der Gemeinde St. Mauritius erstaunte Einheimische und Auswärtige.

Das Gemeindeleben funktioniert so gut wie seit Jahren nicht mehr. Pastor Quint ist es gelungen, in den wenigen Jahren seiner Tätigkeit auch fester Bestandteil des Dorfes zu werden, ist die einhellige Meinung der Wennischen. „Er hat neue Impulse gesetzt, viel Neues eingeführt und die Jugend begeistert“ sagte Peter Neysters im Gespräch zum STADTSPIEGEL.

Die mit den evangelischen Christen gelebte und praktizierte Ökumene ist über die Dorfgrenzen hinaus bekannt und wird geschätzt. Die Fugenpredigten und die „Ökumenischen Dorfgespräche“ mit prominenten Rednern aus Gesellschaft, Politik, Sport und Kirche begeisterten jedes Mal Hunderte von Besuchern im Mauritiusdom. Pastor Mirco Quint, den viele als engagierten und den Menschen zugewandten Seelsorger kennen- und schätzen gelernt haben, hat vom zuständigen Dezernat des Bistums in Essen mitgeteilt bekommen, dass er demnächst versetzt wird. Wohin er versetzt werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Auch über den genauen Termin der Versetzung wird gerätselt.

Über 1.900 Bürger haben jetzt schon eine Petition an Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck unterschrieben. Darin wird der Bischof aus Essen gebeten, Pastor Quint in Niederwenigern zu belassen bzw. erst zu einem späteren Zeitpunkt zu versetzen. Mitinitiator Peter Neysters hat diese Unterschriftenlisten jetzt persönlich in Essen im bischöflichen Generalvikariat übergeben.

Über die Gründe der Versetzung wird spekuliert. Es soll jedoch im pastoralen Bereich der Pfarrei St. Peter und Paul zu Unstimmigkeiten gekommen sein, die aus unterschiedlichen Auffassungen herrühren könnten.

Den Leitspruch des zuständigen Essener Generalvikars „ Die Kirche muss sich auf die Menschen zubewegen“, kann in diesem Zusammenhang zurzeit in Niederwenigern keiner verstehen. Der Pressesprecher des Bistums Essen war für eine Stellungnahme für den STADTSPIEGEL nicht zu erreichen.
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Klaus Fröhlke aus Essen-Steele | 01.07.2017 | 12:57  
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