Requiem von Brahms begeistert die Besucher

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Die Gesangssolisten Catharina Jansen und Stefan Kohnke vor dem Hattinger Vokalensemble,
Hattingen: Kirche St. Peter und Paul |

"Lieben Sie Brahms?" Die Konzertbesucher des 31. Komponistenportraits von Lore Goes und dem Hattinger Vokalensemble in der voll besetzten St. Peter und Paul-Kirche in Hattingen beantworteten diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Der lang anhaltende Applaus am Ende des Programms war der Beweis.

"Johannes Brahms und sein Deutsches Requiem" war das Thema des Abends. Anders als sonst stand diesmal ein zentrales, großes Werk im Mittelpunkt des Komponistenportraits. Das Requiem stellt eine Herausforderung für alle Mitwirkenden dar und würde den Rahmen eines Komponistenportraits in der Besetzung mit großem Orchester natürlich sprengen. Aber Brahms selbst wünschte sich auch Aufführungen in kleinerer Besetzung und bearbeitete schon früh den Orchesterpart für vierhändiges Klavierspiel. In dieser, heute selten zu hörenden Fassung erklang das Werk in Hattingen.
Der Eindruck war überwältigend: das Hattinger Vokalensemble, die Gesangssolisten Catharina Jansen und Stefan Kohnke und die Pianisten Nikola Holzbach und Dietmar Steegborn vereinigten sich zu einer wunderbaren Gesamt-Gestaltung dieses Riesenwerkes, das in seiner Art ganz einzigartig im Ausdruck und Anspruch ist.

Von elementarer Wucht


Dem Chor fallen die Hauptaufgaben zu, und das Hattinger Vokalensemble bewältigte sie eindrucksvoll. Aus zartesten Piano-Anfängen steigerte sich der Chor zu dramatischen Höhepunkten von elementarer Wucht. In den beiden Fugen im 3. und 6. Satz bewiesen die Chorsänger ihre musikalische Sicherheit und dynamische Kraft.
Entscheidend dazu bei trug das vierhändige Klavierspiel von Nikola Holzbach und Dietmar Steegborn. Man meinte, die Farben des Orchesters zu hören. In diese Klangfarben brachten die beiden Gesangssolisten einen neuen, anrührenden Ton: ernst und mahnend der erste Auftritt des Baritons im 3. Satz "Herr, lehre mich doch", geheimnisvoll im 6. Satz "Siehe, ich sage Euch ein Geheimnis". Stefan Kohnke lotete die klagenden, bittenden und ermahnenden Seiten seiner Partie Raum füllend aus.
Catharina Jansens leuchtender Sopran erhob sich im Solo "Ihr habt nun Traurigkeit" mit schwereloser Leichtigkeit und Reinheit über den Chorklang und drückte Trost und Zuversicht für alle Leidtragenden aus. Wie in einer zarten Vision klang das letze Wort "wiedersehen" am Ende dreimal nach. Zwischen den beiden Teilen des Requiems erklang nach dem 3. Satz ein Intermezzo aus op. 117, von Dietmar Steegborn sensibel interpretiert.
Das Komponistenportrait Brahms ist noch zweimal zu hören: Am Samstag, 12. November, in der "Zwiebelturmkirche" in Niedersprockhövel und am Samstag, 19. November in der Zionskirche in Essen-Horst, Dahlhauser Str. 161. Info
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