Viktoria Labisch: Ostern in Georgia mit Sonnenbrille bei 24 Grad

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Exil-Hattingerin Viktoria Labisch mit Pastor Eric Filmer und Diakon Jim Roberge am Palmsonntag. Bei traumhaften Frühlingstemperaturen rund um 24 Grad Celsius freut sie sich schon sehr auf die Osterfeiertage – auch wenn die dazu gehörigen Ferien „nur“ eine Woche dauern. Foto: privat

Die Hattinger Austauschschülerin Viktoria Labisch berichtet ja regelmäßig im STADTSPIEGEL über ihr Leben bei ihren Gasteltern Eve und John, beide Mitte 40, in der Nähe von Atlanta/Georgia.

Nachdem der STADTSPIEGEL Anfang August letzten Jahres erstmals über die Schülerin des Gymnasiums Holthausen berichtet hatte, meldete sie sich, um den STADTSPIEGEL-Lesern zu erzählen über ihre Gastfamilie, über Bacon und Football und natürlich über Halloween in den USA, über ihr Weihnachten und den Jahreswechsel.
Heute geht es um Ostern und die Vorbereitungen darauf. Hier berichtet die „Exil-Hattingerin“ mit ihren eigenen Worten:
„Zwei Wochen vor Ostern. Wohin ich auch blicke: Alles scheint grün zu sein. Kein Wunder, denn es ist ,St. Patrick‘s Day‘, ein irischer Gedenktag, der dem ersten christlichen Missionar in Irland, Bischof Patrick, gilt und durch die irischen Emigranten auch große Bedeutung in Amerika gefunden hat. So wird sich am 17. März nur in grün gekleidet und alles wird in dieser Farbe geschmückt.
Dieses Jahr fällt das Datum auf einen Sonntag und es stimmt mich auf Ostern ein. Ein Ostern, das ich in einem völlig fremden Land verbringen werde und garantiert ganz anders als ich es erwarte...
Eine Woche vor Ostern.
Mit dem Palmsonntag rückt es immer näher...
Bei der Frage, ob wir auch in Deutschland die Auferstehung Jesu feiern, muss ich lächeln, denn das war meine Frage für die Amerikaner.
Grundsätzlich ist es wie bei uns: Wir haben den gleichen religiösen Anlass, alles wird österlich dekoriert und in den Geschäften findet man Schokoladeneier in allen Variationen und aus aller Welt sowie der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli.
Trotzdem wird Ostern anders ablaufen. Die Vereinigten Staaten sind bekannt für ihren ,Easter Egg Roll‘. An Ostersonntag haben die Kinder die Chance, auf Ostereiersuche im Garten des Weißen Hauses beim U.S.-Präsidenten zu gehen. Die ursprüngliche Tradition des ,Egg Rolls‘, bei dem die vom ,Easter Bunny‘ gebrachten Ostereier von Hügeln rollen, soll an den Stein am Grab Jesu erinnern.
Unser Garten ist jedoch flach, so dass wir nur auf eine normale ,Easter Hunt‘, Ostereierjagd, mit der ganzen Familie gehen werden.
Eine Osterparade wie die auf der 5th Avenue in New York City gibt es in meiner Stadt leider nicht. Dafür kommen alle Verwandten und Freunde zusammen und es wird, ähnlich wie bei ,Thanksgiving‘, ein großes Buffet geben, denn Ostern wird zum großen Teil auch als Familienfest gesehen. Es werden Ostereier bemalt und Easter-Cupcakes sowie der traditionelle Osterhase gebacken.
Da die Kirche für die meisten Amerikaner eine besondere und sehr große Rolle spielt, wurde mir schon angekündigt, dass die Messe voller als an den restlichen kirchlichen Events wie Weihnachten sein wird. Auch wir werden Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag sowie Ostersonntag in die Kirche gehen.
So sehe ich mit Spannung dem eigentlichen Osterfest entgegen, welches mich mit so vielen ähnlichen Sachen sicher an Deutschland erinnern wird. Und auch wenn ich nur eine Woche Osterferien habe und anstatt Skibrille meine Sonnenbrille herausholen muss bei traumhaften Frühlingstagen mit 24 Grad Celsius – ein prägendes amerikanisches Erlebnis wird es auf jeden Fall.
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