Falschparker machen es der Wehr schwer

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Das ist eng: Nils Vollmar hilft mit Anweisungen, damit Sascha Brune, der am Steuer des 15 Tonnen schweren Löschfahrzeuges sitzt, an den parkenden Autos vorbei kommt. (Foto: Ulrich bangert)
Heiligenhaus: Feuerwehr-Scheune Abtsküche |

Feuerwehr hat es immer wieder mit zugeparkten Straßen und Hydranten zu tun


Millimeterarbeit müssen die Fahrer leisten, dabei geht es um Sekunden, wenn Menschenleben in Gefahr sind. Doch immer wieder hat die Feuerwehr in Heiligenhaus bei ihren Einsätzen mit zugeparkten Straßen zu kämpfen.
Im Schritttempo bewegt Sascha Brune das 2,50 Meter breite und 15 Tonnen schwere Löschgruppenfahrzeug durch die enge Buchenstraße. Nur wenige Zentimeter bleiben zwischen einer Grundstücksbefestigung und einem abgestellten VW-Golf. „Dabei steht dieser Wagen völlig korrekt auf der vorgesehenen Parkfläche“, betonte Nils Vollmar, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus. „Manchmal reicht es schon, wenn der Wagen nicht ganz am Fahrbahnrand abgestellt ist und damit die Durchfahrt schwierig wird. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren die Autos immer breiter werden.“ Wenn Fahrzeuge im Halte- oder Parkverbot abgestellt sind und die Feuerwehr behindern, kann das zu einem unangenehmen Bußgeldverfahren führen.

Haben die Löschfahrzeuge endlich den Brandort erreicht, taucht häufig ein weiteres Problem auf: Die Hydranten sind zugeparkt. „Die Leute denken sich nichts dabei. Sie kommen in ihre Wohnstraße, sehen einen freien Parkplatz und stellen ihren Wagen über einen so genannten Unterflurhydranten ab“. Andreas Braig hat Verständnis für die Anwohner, wenn sie nicht auf die rot umrandeten Hydrantenhinweisschilder achten. Manchmal geht es auch nicht anders, so wie an der Moselstraße in der Unterilp: Dort sind die Hydranten mitten auf den Parkstreifen platziert. „Wenn der Hydrant am Einsatzort nicht erreichbar ist, müssen wir den nächsten nehmen“, beschreibt Nils Vollmar, der auf entsprechende Lagekarten verweist, die sich auf allen wasserführenden Löschfahrzeugen befinden.

Grundsatz „Vier Ecken – vier Mann“


„Die ersten Einsatzfahrzeuge bringen rund 5000 Liter zur Einsatzstelle, das kann für die ersten fünf bis acht Minuten reichen, aber dann brauchen wir Nachschub“. Im Notfall wissen sich die Feuerwehrleute nach dem Grundsatz „Vier Ecken – vier Mann“ zu helfen. „Jeder schiebt eine Schüppe unter die Reifen, so kam man einen Pkw von dem Hydranten runterziehen“, weiß Andreas Braig.

Der Brandmeister ist Gerätewart bei der Heiligenhauser Feuerwehr und kennt fast alle der rund 860 Hydranten in der Stadt. Die werden von der Feuerwehr regelmäßig alle zwei Jahre inspiziert. „Das fängt mit dem Hydrantenschild an. Ist es noch vorhanden und lesbar? Dann wird der Hydrant geöffnet, mitunter finden wir da schon mal ein Ameisennest“, so Braig, der anschließend den Wasseranschluss säubert und zuletzt ein Standrohr einsetzt und Wasser laufen lässt, bis es klar wird. „Sollten größere Reparaturen fällig sein, informieren wir die Stadtwerke.“ Zum Schluss sprüht er eine leuchtend gelbe Farbe auf den Metalldeckel: „Vielleicht fällt es dem einen oder anderen Autofahrer auf und er stellt sein Auto nicht darauf ab.“
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