Wegen versuchten Mordes vor Hagener Landgericht

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(Foto: Sylvia Mönnig)
(Text von Patricia Prange)

Mit einem zwölf Zentimeter langem Schnitt in den Hals soll ein Hemeraner seine Lebensgefährtin lebensbedrohlich verletzt haben. Seit Dienstag steht der 41-jährige Mann wegen versuchten Mordes vor dem Hagener Landgericht. Über sechs Jahre waren der 41-jährige Bäcker und seine Lebensgefährtin ein Paar. Aber hinter der glücklichen Fassade taten sich offenbar tiefe Abgründe auf.

Am 17. Mai soll er mit einem Messer versucht haben, seiner Freundin von hinten die Kehle durchzuschneiden. Sie erlitt eine 12 Zentimeter lange und einen Zentimeter tiefe Schnittwunde am Hals. Anschließend nahm er sie in den Schwitzkasten, aus dem sich die Verletzte irgendwie befreien konnte, so die Anklage. Der Tat soll ein Beziehungsstreit vorausgegangen sein. Denn er ertrug nicht, dass seine Freundin sich von ihm im Dezember vergangenen Jahres getrennt hatte, so der Vorwurf.
Seitdem soll er seiner Exfreundin auch mit obzönen Briefen bedroht und belästigt haben, was er vor Gericht aber verneinte. Laut Angeklagtem führten die beiden eine sogenannte offene, aber glückliche Beziehung. Dass beide neben der Beziehung wechselnde erotische Abenteuer hatten, sei kein Problem gewesen, erzählte der 41-Jährige. Aber nach der Trennung habe seine Partnerin nur noch „Dienst nach Plan“ gemacht, so der Angeklagte.
Am 17. Mai soll es dann zu der aus Sicht der Staatsanwaltschaft heimtückischen Messerattacke gekommen sein.

"Das Messer piekste in meiner Hosentasche"

An jenem Tag habe er ein Messer in der Hosentasche gehabt, das er zuvor für die Milchschläuche einer Kaffemaschine gebraucht hätte. Seine ehemalige Lebensgefährtin, die immer noch bei ihm arbeitete, war im Büro beschäftigt. Dort sei er von hinten an sie herangetreten, um zu schauen, was sie am Computer macht.
„Das Messer piekste in meiner Hosentasche. Ich nahm es in die Hand. Ich sah auf dem Schreibtisch eine Rechnung für einen neuen Geschirrspüler“, so der Angeklagte. Er habe sofort gedacht, dass sie sich so eine Anschaffung nicht leisten könnten. „Ich habe das Messer genommen, habe ihr nur damit drohen wollen. Aber da kippte ihr Kopf nach vorn“, schluchzte der Mann.
Danach habe er sie zunächst auf den Boden gelegt, dann Hilfe geholt. Der Angeklagte erklärte, dass es ein Unglücksfall gewesen sei.
Die Frau wird voraussichtlich am nächsten Verhandlungstag aussagen.
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